Forum
Karriere

Mindestlohn und Abschlüsse: Ministerin Karliczek will Ausbildung in Deutschland kompl

Getty Images "Berufsbachelor", "Berufsmaster" und ein bundesweiter Mindestlohn für Azubis: Bildungsministerin Anja Karliczek will die Ausbildung in Deutschland von Grund auf erneuern - die Änderungen sollen 2020 in Kraft treten.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/11   10  
#1 - 08.11.2018, 18:22 von ex_Kamikaze

Mit diesem Quatsch

wird die Amerikanisierung und Banalisierung des Ausbildungssystems abgeschlossen. Es wird künftig auch bei uns nur Studierte und Jobber geben, die Hürden dazwischen werden unüberwindbar.
Ist der Verfall des Ausbildungssystems, die sinnentleerte Akademisierung und der Mangel an Fachkräften nicht Warnung genug? Die ganze Welt hat Deutschland einst um seine Berufsausbildung beneidet. Und was tun wir? Wir amerikanisieren das Ganze und schreddern ohne Not unser erfolgreiches System.

#2 - 08.11.2018, 18:34 von soisses1

Grossartige

Idee, das mit dem Berufsbachelor. Das ist ja an den Unis mit dem Switch vom Diplom zu Bachelor und Master ordentlich schief gelaufen. Dann empfiehlt es sich schon auch, den Quatsch ordentlich und flächendeckend einzuführen. Wird heute Personal gesucht, dann es ist bereits top, wenn die Leute nach 10 Jahren Schule lesen und schreiben können. Höhere Mathematik, wie das grosse 1x1, also mal nehmen mit Zahlen bis 20, ist nur noch etwas für Freaks.
Wann wird verstanden, dass nicht der Titel sondern der Inhalt die Klasse definiert? Und wann endlich wird wieder akzeptiert, dass die jungen Leute an der Schule Schulstoff lernen sollen, den man im Berufsleben auch anwenden kann?

#3 - 08.11.2018, 18:39 von triple-x

Ganz wichtig, die Titelhuberei...

Über was sich heute Gedanken gemacht wird... Berufsspezialist, Berufsbachelor, Berufsmaster und als Spitze den Politikerblödel. Und bitte schön alles noch gegendert. Das ist reine Kosmetik, solange die Ausbildungs-, und vor allen Dingen die Bildungsbedingungen nicht verbessert werden. Dazu gehört in der Schulzeit ausreichendes und gutes Lernmaterial, ausreichend Lehrer, die auch Wissen vermitteln können, der Verzicht auf schwachsinnige und lebensfremde Experimente wie "Schreiben nach Hören" (was exakt die am meisten zu Fördernden benachteiligt). Und in der Berufsausbildung gehört dazu eine wertige Bezahlung und Behandlung der Auszubildenen ebenso wie eine sachgerechte Ausstattung von Berufsschulen. Was Frau Karliczek hier produziert, ist nichts weiter als eine Nebelkerze, die die Konzeptlosigkeit der GroKo auch im Bildungsbereich verdecken soll.

#4 - 08.11.2018, 18:41 von mm2112

Zitat von ex_Kamikaze
wird die Amerikanisierung und Banalisierung des Ausbildungssystems abgeschlossen. Es wird künftig auch bei uns nur Studierte und Jobber geben, die Hürden dazwischen werden unüberwindbar. Ist der Verfall des Ausbildungssystems, die sinnentleerte Akademisierung und der Mangel an Fachkräften nicht Warnung genug? Die ganze Welt hat Deutschland einst um seine Berufsausbildung beneidet. Und was tun wir? Wir amerikanisieren das Ganze und schreddern ohne Not unser erfolgreiches System.
Da kann ich Ihnen leider nur komplett zustimmen. Bereits die Bologna-Reform war für die technischen Studiengänge eine Katastrophe ("Der Dipl.-Ing. ist nicht vergleichbar - braucht er auch nicht, jeder weiß dass der besser ist")

Und nun noch der gleiche Mist bei der Ausbildung? Ich hoffe diese pädagogischen Experimente hören mal langsam auf....

#5 - 08.11.2018, 18:54 von jla.owl

"Stift"

Jepp, hier macht man eine Lehre, in anderen Teilen der Welt wird eine Berufsausbildung pauschal als Studium bezeichnet, da hat man dann Einzelhandelskauffrau studiert. Ach ja, und die Diplom-Traktorosten. Hier wird meist noch von Lehrlingen oder Stiften geredet. Tritt dann halt jeder nach unten, Anerkennung Fehlanzeige, Was nutzt da eine offizielle Bezeichnung, wir müssen da viel tiefgreifender rangehen, lebenslanges Lernen, verpflichtende Bildungseinheizen, für Arbeitgeber verpflichtend, 25-30 Stundenwoche bei Besuch einer Weiterbildung (Meister, Techniker, Studium), Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung. In der Schweiz geht das schon lange....

#6 - 08.11.2018, 19:05 von bartnelke

PillePalle

zuerst ist man Spezialist, dann bachelor und man kann noch den Master Titel draufsatteln?
braucht man nicht 20-30 Jahre Berufserfahrung um Spezialist zu werden?

#7 - 08.11.2018, 19:10 von briefzentrum

CDU und SPD betreiben die Trivialisierung akademischer Bildung

Berufsbachelor und Berufsmaster: Eine größeren Unsinn kann man sich wohl kaum ausdenken, um die bildungspolitische Geisterbahnfahrt, die bereits seit dem Bolognaprozess die deutschen Universitäten durchschüttelt, einmal mehr auf Trab zu bringen. Bereits durch die sukzessive Angleichung der Fachhochschulabschlüsse (BA, MA) mit denen der Universität hat sich die Bildungspolitik nachhaltig an der Wissenschaft und der Qualität akademischer Bildung vergriffen und versündigt. Zwar sollen Fachhochschulen explizit eine berufsqualifizierende Ausbildung auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis leisten. Gleichzeitig aber sollen sie der Wissenschaft- und Forschungsorientierung universitärer akademischer Bildung gleichgestellt sein. Das befördert eine Trivialisierung der Promotionen und der akademischen Qualifizierungsprozesse. Mit den jetzt deklarierten Berufs-BA und Berufs-MA lässt die Politik endgültig alle Hemmungen fallen. Jetzt sollen auch dualgestützte Berufsausbildungen den Wissenschaftsabschlüssen gleichgesetzt werden. Kein Argument dazu, dass beide Ausbildungen völlig entgegengesetzten Bildungsbegriffen und Bildungskonzepten folgen: einmal praktisch fundierte Fertigkeit auf der Basis von sog. "Lernfeldbezügen"; zum anderen handlungsentlastetes wissenschaftliches Wissen, das nicht auf unmittelbare Anwendbarkeit und Fertigkeiten zielt, sondern auf Theorieentwicklung und wissenschaftlich analytische Forschung. Methodologisch unterschiedliche und unvereinbare Bildungsziele? Sch***egal: Hauptsache, wir ernennen alles als gleichwertig. Wie sollen wir uns das vorstellen? Dass demnächst der Berufsbachelor im Fleischerhandwerk seinen Master in Transplantationschirurgie macht? Oder der Berufsmaster als Kraftfahrzeugmechaniker bei VW schreibt seine Doktorarbeit als Maschinenbauingenieur?

#8 - 08.11.2018, 19:12 von mincologne

War früher alles besser?

Sachliche Kritik an Reformen soll ihre Berechtigung haben. In wie weit mich das auswendig lernen von Schillers Glocke oder aller Multiplikationskombinationen von 1-20 allerdings beruflich weiter gebracht haben soll, kann ich nicht erkennen. Im schulischen Bereich liegen die Probleme wohl eher im Lehrermangel und an einer finanziellen Ausstattung der Bildungsanstalten, über die Schwellenländer lächeln würden.
Die Ministerin möchte einen Mindestlohn für Auszubildende einführen, das klingt doch schon mal gut. Ob die Berufe andere Namen bekommen, soll mir doch egal sein. Schön wäre es, wenn sie dabei die schon immer unvergüteten schulischen Ausbildungen, die teils sogar Schulgeld kosten, wie z.B. Physiotherapie nicht vergisst. Ich lese nur etwas von betrieblichen Ausbildungen.

#9 - 08.11.2018, 19:12 von hilj

Bachelorette?

Wie verblendet muss man sein, das amerikanische System dem dualen system vorzuziehen? Hier wird Mal wieder der Name verdenglischt ohne die eigentlichen Probleme anzugehen. Darüber hinaus ist die verbale Verschulung der Ausbildungsberufe das letzte was der Arbeitsmarkt braucht.
Was soll die akademische Angliederung des Facharbeiters bringen? Schlimm genug, das dies schon mit den Fachhochschulen ohne Erfolg durchgezogen wurde. Diese ganze Bachelorsystem hat bis dato zu einer verschlechterung der Durchlässigkeit zu höherer Bildung geführt,

    Seite 1/11   10