Forum
Karriere

Pro und Kontra zum BGH-Urteil: Muss "Kundin" sein - oder reicht "Kunde"?

Getty Images Der BGH hat entschieden: Sparkassen müssen Frauen in Formularen nicht extra als "Kundinnen" erwähnen. Ein richtiges Urteil? Zwei SPON-Redakteurinnen sind dazu geteilter Meinung.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 1/22   10  
#1 - 13.03.2018, 15:59 von seit1973

Bin ich als Mann...

...eine Person? Eine Niete? Eine Koryphäe? Eine Kapazität? Oder vielleicht sogar eine Flasche? Oder bin ich einfach nur eine Nulpe, wenn ich mich darüber aufrege, daß all diese Bezeichnungen weiblich sind, für mich als Mann?

#2 - 13.03.2018, 16:00 von allmählichglangts

Abwägung im Einzelfall

Ich schäme, dass ich manche Autofahrerinnen als "Depp" bezeichne und nicht als "Deppin".
Hoffentlich verklagt mich wer, damit ich es mir dann merken kann.
Spaß beiseite.
Solche Klagen haben doch meist einen so emotionalen Kern im Vorlauf, dass dann aus Trotz geklagt wird .
Irgendwelche Schalterdispute oder amateurhafte Schriftwechsel mit der Filiale.
Abhaken und weiter machen.

#3 - 13.03.2018, 16:00 von Mortus

Wie wäre es

wenn man einfach mal beschließt, dass Formulierungen wie "Kunde" neutral sind.

#4 - 13.03.2018, 16:03 von timelock

Ein Spiel gegen die Sprachdiktatur

Wie heißt es so schön in einem Blogbeitrag vom Gedankenwandler:
"Die Nordrhein-Westfälische Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung hat die Hochschulen mit Drohungen gezwungen, den Namen des Allgemeinen-Studenten-Ausschuss (ASTA) in Studierenden-Ausschuss umzuändern. Nun könnte man darüber Witzchen machen und zum Schein fordern, jetzt müsse es demnächst doch auch Christinnen- und Christen-tum, Einwohnende-Meldeamt, Sich-dem-Lebensendenahende-Residenz usw. heißen. Dafür ist die Sache jedoch zu ernst. Diese staatliche Einflussnahme auf unsere Sprache erinnert allzu sehr an das Neusprech in Orwells Roman 1984.

Es kommt hinzu, dass der neue Ausdruck sprachlich auch nicht zutreffend ist; denn Aufgabe des ASTA ist es doch, den Studenten bei ihren wirtschaftlichen und kulturellen Belange beizustehen. Wenn Studentinnen z.B. kochen, singen, malen oder stillen oder Studenten Theater spielen oder Kinder zeugen, dann studieren sie in der Regel ja dabei nicht. Demonstrierende Studierende gibt es nicht. Sie sind dann gerade ja nicht am studieren, würde ein Kölner sagen.

Dabei sticht man auf Partys mit einem Messer in ein Wörterbuch und wandelt möglichst viele Wörter im Sinne von Frau Schulze um. Über dieses Spiel habe ich im März 2017 in einem Leserbrief an die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Dabei habe ich deren Redaktion vorgeschlagen, notfalls aus juristischen Gründen den Ausdruck „einzuschulzen“ durch das Wort „zu verändern“ zu ersetzen. Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut, dass das Wort „einzuschulzen“ stehen geblieben ist."

https://gedankenwandler.wordpress.com/2017/11/15/spiel-gegen-sprach-diktatur/

#5 - 13.03.2018, 16:06 von dernameistprogramm

Auch die Argumente von Fr. Haug überzeugen mich nicht

Aber ich bin mir sicher, dass die Zeit der - sich auch in der deutschen Sprache widerspiegelnden - Gleichberechtigung noch kommen wird. Bis dahin können sich ja alle Aufreger(Innen) noch weiterhin aufregen. MfG

#6 - 13.03.2018, 16:07 von hemschbäscher

Lächerlich

Es gibt Worte, die im jeweiligen Kontext als geschlechtsneutral. Insbesondere im Plural: die Kunden, die Studenten, die Radfahrer. Es sind einfach alle damit gemeint. Mann, Frau, Kind. Oder muss Kind künftig auch als männliche und weibliche Form „erfunden“.

#7 - 13.03.2018, 16:09 von spmc-135322777912941

"Kunde"

wird dann neutral sein wenn man es "das Kunde" nennt. Ich kann die alte Dame verstehen. Mich, Mann, fast so alt wie die Dame, ärgere mich auch darüber wenn ich als "Sehr geehrter Herr/Sehr geehrte Frau" angeschrieben werden obwohl nach der gewünschten Anrede ausdrückich gefragt worden war.

#8 - 13.03.2018, 16:10 von ickeMicke

Ab heute bitte 2000 Jahre die weibliche Form

Der Schlüssel zur Gleichberechtigung ist die Sprache! Interessant, dass vor allem Männer das als lächerlich ab tun. Ja, es gibt viele dringende Probleme auf dieser Welt, aber deshalb sollen die Frauen schön die Füße still halten? Warten bis alle anderen Probleme gelöst sind? Und nein, 2000 Jahre Unterdrückung sind nicht gut! Ich selber fände es mal wunderbar, wenn nun alle Formulare die weibliche Form erhielten. "Sehr geehrter Egon Müller, wir freuen uns, Sie als neue Kundin begrüßen zu dürfen.." Vielleicht wird dann mal verstanden, wie sich Frauen ständig fühlen, wenn sie männlich angesprochen werden oder einfach mal nur mitgemeint sind.

#9 - 13.03.2018, 16:14 von Europa!

Schrecklich

Das Schlimmste ist doch, dass es irgendwie keine Deutschinnen gibt. Albanerinnen, Amerikanerinnen, Australierinnen, Österreicherinnen, ja sogar Schweizerinnen gibt es zu Hauf, bloß die Deutschinnen fehlen total. Nun ja, vielleicht ist es angesichts solcher Diskussionen ganz gut so.

    Seite 1/22   10