Forum
Leben und Lernen

Mobbing an Schulen: "Dann brennt bald die ganze Bude"

SPIEGEL ONLINE Carsten Stahl wurde jahrelang von Mitschülern verprügelt und schikaniert. Nun kämpft er in Schulen gegen Mobbing - auf ungewöhnliche Weise.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 1/10   10  
#1 - 13.06.2018, 10:12 von Mäxwell

Die Gesellschaft verroht

Ich beobachte immer mehr, wie der Umgangston in unserer Gesellschaft rauer wird. Wenn man unmenschliche, verletzende Dinge anspricht gilt man als sensibel und wird belächelt. In Zeiten, in welcher nur noch der Ellenbogen zählt, Egoismus und Ausbeutung ist es wichtig, Menschlichkeit zu zeigen. An Schulen sollte viel mehr Ethik, Moral, Kunst und Musik im Vordergrund stehen und nicht Zinseszinsrechnung. Der Turbokapitalismus und die Globalisierung lassen die Menschen immer härter werden, leider.

#2 - 13.06.2018, 10:23 von t_mcmillan

Guter Mann

Ich finde, nach der Beschreibung im Artikel, dass der Mann das richtig macht. Man muss die Kinder/Jugendlichen emotional erreichen. Verständnis, Nachempfinden (der Kinder/Jugendlichen für ihre Opfer) hilft mehr als Argumente.

#3 - 13.06.2018, 10:25 von doitwithsed

Zitat von Mäxwell
Ich beobachte immer mehr, wie der Umgangston in unserer Gesellschaft rauer wird.
Geht es noch pathetischer? Zu meiner Zeit, und das liegt einige Jahrzehnte zurück, war Schulmobbing kein Deut weniger als heute.

#4 - 13.06.2018, 10:37 von spon-facebook-568112772

Ist Mobbing wirklich DAS Grundproblem?

Fakten beleben dass die Mobbingrate in Schulklassen mit 90% und mehr Ausländeranteil signifikant höher sind.
Damit lässt sich auch belegen, dass Mobbing dort nicht das Wurzelproblem sonder lediglich Sympthom einer zunehmenden Verslummung der Vorstädte ist, resp. dass zuerst einmal ganz andere, grundsätzliche Theman diskutiert und gelöst werden müssten.

#5 - 13.06.2018, 10:41 von ansv

Zitat von doitwithsed
Geht es noch pathetischer? Zu meiner Zeit, und das liegt einige Jahrzehnte zurück, war Schulmobbing kein Deut weniger als heute.
Also ich bin 1970 geboren, da gab es Schlägereien auf dem Schulhof, es gab Cliquen, Lieblinge und Außenseiter. Aber es gab auch noch ungeschriebene Regeln. Eine Schlägerei war einfach vorbei, wenn einer auf dem Boden lag.
Eine Szene wie die beschriebene an der Baugrube wäre damals so nicht möglich gewesen. Das ist qualitativ doch ein Riesenunterschied. Und zu verleugnen, dass unsere Gesellschaft sich verändert, ist doch doch auch den Kopf in den Sand stecken. Warum fahren so viele Frauen SUVs? Weil sie sie praktisch finden? Oder weil sie sich darin sicherer fühlen?

Heute lernen Kinder, dass es wahnsinnig wichtig ist, seine eigenen Vorteile auszuspielen, nach den eigenen Belangen zu schauen. Die Gruppe zählt nichts, das Individuum ist es, worum es geht. Das Recht des Stärkeren tritt immer mehr in den Vordergrund. Vorne anstellen - das gilt im Supermarkt wie auf der Straße. Und wenn einer im Weg steht? Ja, damit umzugehen übt man eben in der Schule.

#6 - 13.06.2018, 10:43 von viola212

Weiter so

Ich selber bin erst seit letztem Jahr fertig mit der Schule und habe Mobbing selbst erlebt und mit angesehen. Vom Opfer zum Täter. Projekte wie diese sind wichtig um auf Mobbing aufmerksam zu machen, denn noch immer wird zu viel verschwiegen und beschwichtigt. Schüler brauchen wen der zu ihnen durchdringt und er hat einen Weg gefunden dies zu schaffen. Mehr Unterstützung für Menschen wie ihn denn nur so kann man auch was ändern. Mobbing nimmt zu in unserer Gesellschaft und so wie es jetzt ist kann es nicht weiter gehen.

#7 - 13.06.2018, 10:49 von whoispaul

Mobbing gab es ja schon immer

sieht man ja an Herrn Stahl selber, aber die Quantität und Qualität nimmt zu. In den Social Media geht es los, da wird enthemmt über andere hergezogen, dann bei Onlinespielen im Chat, da denkt man, die sind unter "Barbaren" groß geworden. Und dann wird dies nun ins reale Leben hineingetragen...

#8 - 13.06.2018, 10:53 von Moone

"Die Gesellschaft verroht" Immer wieder

"Die Gesellschaft verroht" Den Satz hört man immer wieder, jede Generation darf sich das anhören, und so wenig differenziert er ist sind so wenig stimmt er auch.
Mehr Straftaten könnte auch mal heißen das die Lehrer nichtmehr wegschauen? Vor 15 Jahren als ich zu Schule ging haben die meisten Lehrer mobbing ignoriert. Schüler wurden im Unterricht vor den Augen der Lehrer gemobbt, die wengsten meiner Lehrer haben sich darum gekümmert. Wenn Eltern das angesprochen haben wurde die Schuld auf die Opfer abgewälzt sie würden die ander Kinder Provozieren etc. Frage ich meinen Bruder der 10 Jahre älter war die gleichen Geschichten. Es ist kein neues Problem nur eins das lange Ignoriert wurde und wie die meisten Probleme die man lang genung Ignoriert werden sie immer Schlimmer. Wenn Lehrer/Eltern Jahrelang mobbing ignorieren, ist es kein Wunder das es eskaliert. Gewalt gegen Kinder in Schulen ist völlig in Ordnung, aber wehe ein Lehrer wird gemobbt dann spricht man von den bösen Schülern aus dem schlechten Elternhaus. Dann spricht man von Strafen und Anzeigen, und anstatt sich um das Problem zu kümmern, mit Prevention, mit Aufklärung, mit Psychologischer Hilfe sollen die Kinder ins Abseits geschoben werden.

#9 - 13.06.2018, 10:56 von urknallmarinchen@yahoo.de

Gewalt und Haß...

... kommt täglich auch per TV in unsere vier Wände. Für manche Jugendliche wird dies dann immer normaler und sie kopieren dann eben auch das visuell erlebte schonmal. Wenn Eltern zu wenig Zeit für ihre Kinder haben oder gar gleichgültig sind, kann es sich dann eben auch in eine gravierend falsche Richtung entwickeln. Gewaltprävention statt Gewaltvideo sollte das Ziel sein!

    Seite 1/10   10