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US-Studienfinanzierung: Gezahlt wird erst, wenn man ein gutes Gehalt hat

Getty Images Studenten in den USA haben etwa 1,5 Billionen Dollar Schulden angehäuft. Ein Online-Learning-Start-up will seine Studenten deshalb erst später zur Kasse bitten - und könnte die Studienfinanzierung revolutionieren.
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#1 - 11.01.2019, 12:44 von WOLF in USA

1.5 Billionen sind legaler Betrug

Nicht ganz zum Thema, aber die 1.5 Billionen sind ohnehin ein Unding.
Der Staat hat "student debt" einfach an den meistbietenden vehoekert. Aus 25 Tsd Dollar Schulden wurden in wenigen Jahren schnell 30, gar 50 Tsd. Darueberhinaus sind "student debts" von der Moeglichkeit eines Privatkonkurses ausgenommen und es darf nur Begleichung der Schulden ggf. sogar die "social security" gepfändet werden. 1.5 Billionen sollten bestenfalls 500 Milliarden sein. Immer noch eine gigantische Summe, aber die Art und Weise wie hier ganze Generationen von einem unverantwortlichen, gierigen und unmoralischen System ueber den Tisch gezogen werden ist eine zum Himmel schreiende Schande und eine vom Staat autorisierte Ungerechtigkeit die schlicht verboten gehört.

#2 - 11.01.2019, 12:48 von großwolke

Ziemliche Geldschneiderei

Eine Online-Uni, also ein beliebig skalierbares Software-Produkt, das nur wenig Personal und keine Lehrgebäude benötigt, will ihren Studenten Gebühren im Bereich von 17.000 bis 30.000 Dollar abknöpfen. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Schritt in die richtige Richtung. Was noch von Interesse gewesen wäre: welches Curriculum bietet besagte Online-Uni denn an? Handelt es sich dabei eventuell um Ausbildungsgänge, die bekanntermaßen in gut bezahlte Einstiegs-Jobs führen? Einziger Vorteil an diesem Angebot: die relative Zinsfreiheit. Ein großes, wenn nicht das größte Problem bei Studienkrediten ist der Zins. Wer nicht direkt nach Abschluss des Studiums anfangen kann, zu tilgen, dessen Schuldenberg wird unaufhaltsam größer.

#3 - 11.01.2019, 13:58 von Sibylle1969

Als mir einigen Jahren amerikanische Kollegen erzählten, dass sie nach dem Studium 200.000 Dollar Schulden für den Studienkredit hatten, an dem sie jetzt mit Anfang 40 immer noch abbezahlen, war ich geschockt. Ich bin absolut sicher, dass ich überhaupt nicht studiert hätte, wenn ich mich dafür hätte hoch verschulden müssen. Das Studium in D ist gottlob kostenlos, und das ist auch gut so. Die 10.000 Mark Bafögschulden, die ich 5 Jahre später zurückzahlen musste, waren ein Klacks. 100.000 Euro sind es nicht.

#4 - 11.01.2019, 14:01 von rompi

1,5 Billionen

Ich denke, der Wert von 1,5 Billionen kommt von einer schludrigen Übersetzung aus dem Englischen. "One billion" ist gleich 1 Milliarde im Deutschen. Denn bei einer Durchschnittverschuldung von 22.000 USD käme ich bei einer Gesamtverschuldung von 1,5 Billionen auf ca. 68 Millionen Studenten, die das beträfe. Das erscheint mir doch etwas hoch.

#5 - 11.01.2019, 14:22 von Braveheart Jr.

Finanzierung mit Risikokapital ...

... und 100% Abschreibung, so daß jeder Cent, der tatsächlich zurücktröpfelt, Reingewinn ist. Ein reines Steuersparmodell - wie Donald Trump es liebt! Von der Qualität der Ausbildung will ich erst gar nicht anfangen. Allerdings möchte ich - auch wenn es nicht direkt zum Thema gehört, hinzufügen daß die Studienkosten an einer englischen Eliteuniversität noch höher sind - zur Zeit 9.000 GBP (Pfund Sterling) pro Jahr. Die Schuldzinsen sind auch nicht gerade mickrig, aber ... zurückgezahlt wird erst, wenn das Jahreseinkommen einen bestimmten Wert übersteigt (ca. 30.000 GBP). Ist das nicht der Fall, bleibt der Betrag zwar ewig in den Büchern, kann aber nicht realisiert werden. Da der Staat den Studenten das Geld vorstreckt, guckt am Ende auch der Staat in die Röhre. Da die Universitäten in den letzten 20 Jahren ihre Studierendenzahlen massiv erhöht haben, zittern sie jetzt vor einem Brexit-bedingten Rückgang der Bewerber aus west- und nordeuropäuschen Ländern (u.a. via Erasmus-Programm). Da einige Universitäten zur Finanzierung der Expansion hohe Schulden gemacht haben, zittern sie doppelt. Dreifach, wenn man dazunimmt, daß die Belegung mit Gaststudenten (die nach erfolgtem Studiengang in ihre Heimatländer zurückkehren) den Universitäten bis heute erlaubt hat, bei der Auswahl einheimischer Studenten sehr kritische Maßstäbe anzulegen. Aber das ist ein anderes Thema ...

#6 - 11.01.2019, 14:38 von kayakclc

Verschiedene Modelle

In Deutschland werden Mauer, Verkäuferinnen und KFZ Mechaniker zur Finanzierung der Ausbildung von Ärzte-Kinder herangezogen, da man hier glaubt, Uni-Bildung dar für die Profiteure nichts kosten. In den USA bezahlen die universtäre Bildung die Profiteuer selbst. Was man auch wissen muss, ist dass nach einen Bachelor bereits einstiegsgehälter bezahlt werden, die die deutschen deutlich übersteigt, Bei promovierten ingenieur(Diplom/Master) gibt es nicht, sind 120-150.000$ für 30jährige keine Seltenheit. Die Studienkosten werden auf deutliche höhere Gehälter umgelegt, und daher bezahlen es am Ende die Unternehmen, die die Leute anstellten, und nicht der Steuerzahler. Wer mit 40 Jahren seine Kredite noch nicht abbezahlt hat, ist entweder (Zahn)arzt, die gehen mit 250.000$ Schulden raus, oder hat vielleicht erst mit 35 seinen Abschluss gemacht, was in den USA nicht ungewöhnlich ist. Studien zeigen in den USA, dass die Leute mit den größen schuldenbergen in der regel keine Problem mit der Rückzahlung haben. Kritisch sind die Hinterwälder "Colleges", die vielleicht mit einer deutschen Kosmetikschule vergleichbar sind, Es ist verwunderlich, das wir Deutschen immer meinen, das sder deutsche Weg der einzig wahre und gerechte ist, anstelle einmal Vor- und Nachteile beider Gesellschaftmodelle objektiv analysiern. Der deutsche moralische Oberlehrerzeigefinder ist manchmal schwer zu ertragen.

#7 - 11.01.2019, 14:40 von rompi

Zitat von rompi
Ich denke, der Wert von 1,5 Billionen kommt von einer schludrigen Übersetzung aus dem Englischen. "One billion" ist gleich 1 Milliarde im Deutschen. Denn bei einer Durchschnittverschuldung von 22.000 USD käme ich bei einer Gesamtverschuldung von 1,5 Billionen auf ca. 68 Millionen Studenten, die das beträfe. Das erscheint mir doch etwas hoch.
Ich muss mich korrigieren. Im Originalartikel ist tatsächlich von "1,5 Trillion USD" die Rede - unglaublich!

#8 - 11.01.2019, 14:54 von Sibylle1969

@4 rompi

In diesem Fall stimmt es aber. Wenn 68.000.000 Studenten jeweils 22.000 USD Schulden haben, dann sind das 1.496.000.000.000 USD, das sind 1,5 Billionen. Rechnen Sie noch mal nach. Kein Übersetzungsfehler.

#9 - 11.01.2019, 15:08 von StonyBrook

@rompi, 4

Warum auch recherchieren, wenn man mutmaßen kann. Es dauert ungefähr 5 Sekunden, um "us student debt" zu googlen und zu sehen, dass die ganz offenbar in Billionenhöhe (US: trillion dollars) gemessen wird.

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