Forum
Sport

Football Leaks: Die Super League ist genau das, was der Fußball braucht

Benedikt Rugar/ DER SPIEGEL Der FC Bayern und andere Topklubs haben den Ausstieg aus den nationalen Ligen geprüft. Die Empörung ist gewaltig. Aber warum eigentlich? Die Idee ist zeitgemäß und richtig. Der Skandal ist ein anderer.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 3/8    
#20 - 08.11.2018, 22:56 von Aberlour A ' Bunadh

Sportliche Aspekte dürften da nicht entscheidend sein

Zitat von cave68
dass Vereine anscheinend nach der derzeitigen Rangliste,Bekanntheitsgrad oder Beliebtheit in diese Super-League reinkommen sollen. Sportliche Aspekte dürften da nicht entscheidend sein. Was will beispielsweise AC Milan dort welche momentan sogar in der Europa-League ums Weiterkommen zittern müssen? Auch ManU ist derzeit nicht absolute Spitzenklasse in GB sondern nur 6.Platzierter.
Absolut richtig. Tottenham Hotspur ist z,B momentan in der Premier League vor Arsenal und ManU, wird aber bei den angedachten Planungen für eine Super League nicht berücksichtigt, weil der Name nicht zugkräftig erscheint. Eine Fake-Operettenliga mit Fake-Europa-Bezug (Zenit St. Petersburg und Schachtar Donezk sollen dabei sein) - viel Spaß beim Zuschauen - braucht niemand, außer geldgeilen Oligarchen und Scheichs und Bayern-Bossen.

#21 - 09.11.2018, 23:08 von hanseat52

Zwischenschritt

An sich wunderbar, aber angesichts der Konservatismen bedarf es eines Zwischenschritts, sprich Zusammenschluss kleinere Fußballligen (Benelux, Skandinavien, Yugoslawien etc.). DieLigen wären konkurrenzfähiger und da Auswärtsspiele nicht so weit würde das auch akzeptiert werden.

#22 - 09.11.2018, 23:16 von brohltaler

Quatsch!

Zitat von marthaimschnee
die Klubs, die die nationalen Ligen mit der wirtschaftlichen Gewalt früherer Erfolge zerdrückt haben und sich nun am liebsten verdünnisieren wollen, weil eben diese Liegen dadurch unattraktiv geworden sind. Ja, es trifft den Zeitgeist, einfallen, plündern, weiterziehen, wie die Heuschrecken.
Wann ist Bayern in die Bundesliga "eingefallen"? Sie waren zwar nicht von Anfang an dabei, sind aber schon Mitte der Sechziger Jahre aufgestiegen. Wahrscheinlich haben Sie damals noch gar nicht auf diesem Planeten geschnauft.
Dieser Verein ist einfach cleverer gewesen als alle anderen. In den 70gern war Borussia M-Gladbach absolut auf Augenhöhe, warum sind sie es nicht geblieben? Warum nicht Hamburg, mehrfacher Meister, Europapokalsieger in den 80gern, wieso hat man das nicht stabilisieren können? Auch andere waren zeitweise auf Augenhöhe, haben sich aber durch miserable Clubpolitik selbst in die schaurigsten Situtionen gehangelt. Von "meiner" SGE mag ich gar nicht erst reden!
Was können die Bayern dafür? Sie waren die einzigen, die es geschafft haben über Jahrzehnte hinweg das "deutsche Fähnchen" in den Euro-Wettbewerben kontinuierlich hoch zu halten! Unattraktiv ist die Liga durch das Versagen anderer geworden, nicht durch die gute Arbeit der Bayern. Und das sage ich ohne jeden Neid aber mit viel Respekt als Fan eines, "dem Namen nach", Wettbewerbers!
(Immerhin, beim letzten Pokal-Finale, haben ihnen die "Meinigen" ausnahmsweise mal eine blutige Nase verpasst. Das musste bei all dem Lob jetzt doch mal raus!)

#23 - 09.11.2018, 23:23 von moorkind

Regionaliga!

Schau mir am Wochenende lieber meinen Dorfverein an (D/A).

#24 - 09.11.2018, 23:28 von kuroro_luzifer

und was kommt dann?

Paradox. Erst schildert der Autor die sportliche Langeweile der Bundesliga, um sie kurz darauf als Erfolgmodell anzupreisen. Man könnte auch andere Schlüsse aus der Zusammenführung der Oberligen ziehen. Die derzeitigen Regularien machen Fussball zu einem hochkapitalistischen Konstrukt. Der sportliche Erfolg konzentriert sich ja offenbar nach einer gewissen Zeit auf einen oder wenige Vereine, egal welche Liga. Was sollte sich daran in einer SuperLeague ändern? Nach 25 Jahren Wettbewerb herrschen dann vielleicht die gleichen Bedingungen und ein womöglicher Serienmeister Real Madrid kauft und bindet die weltbesten Spieler während andere Mannschaften ohne sportliche Anreize mit mittelmäßigen Kicks das übersättigte Publikum langweilen. Und was dann? Ein Mars-Erde-Pokal um das beste Team im Sonnensystem zu ermitteln?

#25 - 09.11.2018, 00:04 von Seraphan

Es ist doch vollkommen normal, dass Erfolgreiche darüber nachdenken, was sie noch erreichen können. Ich hatte nie etwas gegen Geld im Fußball. Es macht den Fußball nicht unansehnlicher. Eine Super League ist genauso wenig eine langfristig perfekte Lösung wie die Bundesliga. Wenn die Bayern und vielleicht Dortmund raus sind, wird die Bundesliga, oder eine andere europäische Liga, ein paar Jahre ausgeglichener sein. Dann werden sich wieder Überteams herausbilden. Und dann? Mich interessieren Spiele zwischen Atletico und Arsenal nicht, oder mit Beteiligung von Real, Barcelona oder Juve nicht. Da finde ich die Idee eines Riesenpokalwettbewerbs viel interessanter.

#26 - 09.11.2018, 00:35 von albatross507

Idealisierung der "bundesliga"

Zitat von hibee
Viele Fans von Vereinen wie dem HSV, Werder, Frankfurt, Schalke, Köln, VfB, Nürnberg usw. mit großen Anhängerschaften hätten vermutlich keinerlei Intersse an dieser Geldliga. Als Fan eines dieser Vereine würde ich keinen Cent für die neue Geldliga ausgeben, vor allem nicht für eine Liga ohne Auf- und Abstieg.
Bad! Aber ist denn die Bundesliga keine "Geldliga"? Spielen die alle am Wochenende aus Spass an der Fitness und wegen der 11 Freunde?

#27 - 09.11.2018, 01:28 von kepplerd

Großartige Idee!

Ich hatte die Vision einer europäischen Topliga lustigerweise bereits bevor sie in den Medien diskutiert wurde. Grundsätzlich würden alle profitieren: die nationalen Ligen könnten wieder spannender werden, besonders wenn der Meister in die Superliga aufsteigt (oder die Chance über internationale Playoff Spiele erhält). Die "großen Vereine" müssten endlich über das ganze Jahr große Herausforderungen bewältigen und es gäbe viele sehr spannende, interessante Spiele (ich gehöre auch definitiv zu den Leuten, die ein Juventus Turin-Arsenal, einem Augsburg-Bremen vorziehen würden). Dazu wäre natürlich die neue europäische Topliga noch besser zu vermarkten (aus irgendeinem Grund wird Geld im Fußball immer als etwas schlechtes dargestellt). Die Angst, dass die Topliga auch schnell langweilig wird teile ich nicht, klar ein Real Madrid wird wahrscheinlich erfolgreicher sein als Dortmund, aber im Endeffekt gibt es schlicht zu viele Weltklasse Fußballer, als das man sie alle in oder auch nur ein paar Teams packen könnte. Somit würde das Leistungsniveau in einer Topliga sicherlich ausgeglichener und viel höher sein, als in den derzeitigen nationalen Ligen. Leider wird es eine derartige Liga wohl nie geben. Der Grund dafür ist der große konservative Einfluss den Medien und besonders Fans ausüben. Wenn es komplett nach denen ginge, gäbe es heute auch keinen Videobeweis (wenn ich noch einen Kommentar lesen muss, der den Videobeweis als Teufelszeug abtut, verliere ich den Verstand) und Teams wie PSG, ManCity und (national) Leipzig und Hoffenheim würde direkt die Lizenz entzogen werden, obwohl diese Vereine wesentlich besseren und attraktiveren Fußball spielen als viele der alteingesessenen (Hust Hust HSV). Der Mensch scheint nicht zu wissen, was gut für ihn ist.

#28 - 09.11.2018, 05:36 von MarkusW77

16 Vereine x 3000 Auswärtsfans / 180 Passagiere je Flug x 30 Spiele x 180 Tonnen CO2/Flug sind ungefähr 1,5 Millionen Tonnen CO2 / Jahr. Ich hatte irgendwo auf SPON einen Artikel gelesen, den CO2 Ausstoß bis 2050 auf 0 zu senken.
Ich schreibe das völlig wertfrei, nur als Gedanken.
Meine Meinung ist, das es Regeln über Obergrenzen Kapital geben muss, um wieder einen SPORTLICHEN Wettbewerb zu bekommen. Zumindest im staatlich geförderten Wettbewerb.

#29 - 09.11.2018, 06:23 von Marinus_Ladegast

Europäisch? Wohl kaum.

"Denken wir den Fußball doch einfach mal komplett europäisch."

Dagegen wäre nichts einzuwenden. Allerdings denken die Bosse, die die Superliga planen, nicht europäisch, sondern lediglich ans Geld. Wenn hinter der Idee wahrer europäischer Idealismus stünde, würde die Liga auch in gleicher Zahl Mannschaften aus Nord- und Osteuropa enthalten. Man darf aber davon ausgehen, dass dafür kaum Platz sein wird, wenn schon Deutschland zwei von 16 Teams stellen soll. Ebenso muss man annehmen, dass das Ganze eine ziemlich exklusive Veranstaltung für die Leute werden würde, die sich teure Stadionticket und überteuertes Pay-TV leisten können. Atletico gegen Arsenal würde ohne den durchschnittlichen europäischen Fußball-Fan stattfinden.

Leistungsbezogen wäre die Sache auch nicht - was bitteschön hat Borussia Dortmund in einer europäischen Superliga von 16 Teams zu suchen? Zwei lumpige europäische Titel, der letzte ist 21 Jahre her, und in den letzten 6 Jahren ist Borussia in der Bundesliga immer so ca 25 Punkte hinter dem FC Bayern hergehechelt. Dass sich ausgerechnet der Club, dessen Fans immer wieder durch Hassattacken auf Dietmar Hopp auffallen, offenbar den durch keine Leistung gerechtfertigten Zutritt zum exklusiven Zirkel zu erkaufen versucht, ist besonders ironisch.

Mit einer europäischen Superliga, in der alle Regionen Europas gleiche Chancen haben und in der es Auf- und Abstieg gibt, kann ich mich anfreunden. Aber so eine Zirkusveranstaltung, die weder was mit Europa zu tun hat noch mit Leistungsprinzip, sondern nur einige wenige Millionäre zu Milliardären machen soll, kann mir gestohlen bleiben.

    Seite 3/8