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Grundsicherung: Was an Hartz IV wirklich abgeschafft gehört

DPA Politiker und Sozialexperten fordern ein "Ende für Hartz IV" - nur was soll danach kommen? Ein vollkommen neues System ist unrealistisch. Doch es gibt Mängel der Grundsicherung, die beseitigt werden sollten.
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#1 - 16.04.2018, 12:56 von joachim.stiller

Harz IV ist o.k.

Gegen Harz IV ist doch gar nichts einzuwenden... Aber man muss unbedingt etwas gegen alterarmut tun... Rentner fallen zumeist unter Grunsicherung oder Sozialhilfe... Jetzt kann man aber die Mindestrente nicht einfach erhöhen, weil das durch das Sozialamt sofort kassiert wird... Einzig möglichkeit ist, die Grundsicherung ud die Sozialhilfe konsequent von den Harz IV-Saätzen abzukoppeln und eigenständig zu bewerten und zu erhöhen, um der füchterlichen Alterarmut wenigstens halbwegs Herr zu werdne.... Ich habe daher drei gegelsätze vorgeschlagen: 1. ALG !, 2. Grundsicherung uns Sozialhilfe, 3. ALG II bzw. Harz IV... Damit wäre man aus dem Schneide... Die SPD scheint das erkannt zu haben, und hat es auch vor der Wahl in Ihere Rentenpläne aufgenommen, wnn auch nur im Ahang...

#2 - 16.04.2018, 13:05 von INGXXL

Der Satz ist doch bezeichnend für die Diskusion

"Nahezu 600 Millionen Euro mussten Hartz-IV-Empfänger im Jahr 2016 aus eigener Tasche bezahlen". Hartz 4 haben keine eigenen Taschen sondern leben von den MITTELN der arbeitenden Bevölkerung. Wer gesund ist, ist verpflichtet jede Arbeit anzunehmen, sonst sollten die Mittel gekürzt werden, wie gehabt. vor allem junge Menschen gewöhnen sich sonst an das Leben ohne Arbeit und Ansträngung

#3 - 16.04.2018, 13:09 von Raisti

Finde das Argument das es zu einem Sprunghaften Anstieg von Empfängern kommen würde immer lustig. Verdeutlicht es doch das einfach viele Leute in einem Job arbeiten in dem Sie quasi ausgebeutet werden.
Und da man auch im Mindestlohn soviele Löcher hat, will man garnicht das dieser Punkt genauer betrachtet wird und sagt einfach das Aufgrund der zusätzlich zu erwartenen Empfänger Änderungen nicht möglich sind, ohne sich mit den Ursachen dafür auseinander zu setzen. Könnte den Menschen ja sonst noch auffallen das die Politik nur noch für die Wirtschaft arbeitet.

#4 - 16.04.2018, 13:10 von pittiken

Die komplette Sippenhaft bei längerer Arbeitslosigkeit eines Familienangehörigen. Azubis werden finanziell zur Ader gelassen, wenn Mama, Papa oder Schwester, Bruder im gemeinsamen Haushalt arbeitslos werden und das ALG I nicht gezahlt oder gar ausgelaufen ist.

#5 - 16.04.2018, 13:10 von Leser161

Symptomatisch

"Ob jemand Jahrzehnte lang gearbeitet, Steuern und Sozialabgaben gezahlt hat - oder das noch nie getan hat: Hartz IV behandelt beide vollkommen gleich. Das war eine bewusste Entscheidung im Zuge der Agenda-Reformen und sollte die bis dahin bestehende Ungerechtigkeit beseitigen, dass ehemalige Arbeitnehmer unbegrenzt von vergleichsweise komfortabler Arbeitslosenhilfe leben konnten, während andere im Sozialhilfe-System steckten und keinerlei Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt bekamen."

So beseitigt die Politik Ungerechtigkeit: Statt ein paar Leute ungerecht zu behandeln behandelt man lieber die große Mehrheit ungerecht. Ist ja kostengünstiger.
Daher kommt der Frust.

#6 - 16.04.2018, 13:15 von johann043

Grundsicherung ist soweit ausreichend

wenn die Details im SGB XII nicht wären und die Sachbearbeiter sich genau an das Gesetz halten würden, ohne dass man ständig neue Einsprüche einlegen muss, um dann 3 - 6 Monate später erst eine Entscheidung zu bekommen. Die Einspruchsfrist beträgt aber nur 1 Monat. Das Ganze hat System und ist der Öffentlichkeit nicht bekannt.

#7 - 16.04.2018, 13:18 von huginzwei

Das verstehe ich jetzt nicht.

Arbeitnehmer zahlen in die Arbeitslosenversicherung ein, die durchschnittlich ein Jahr zahlt. Man zahlt da nicht auf ein persönliches Konto ein, sondern solidarisch in einen grossen Topf aus dem die Leistungen gezahlt werden. Was soll da für ein Extrabetrag gezahlt werden für langjährige Beschäftigte, die jetzt in Hartz IV rutschen?
Ich hab da jetzt über 40 Jahre Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt...das Geld ist für mich weg. Gut so, denn ich hatte eine Risikoabsicherung.
Sanktionierungen...tja, ich gehe mal davon aus, dass man stillschweigend einen Vertrag schliesst, wenn man Hartz IV beantragt: Ich bemühe mich Arbeit zu suchen und das Amt unterstützt mich dabei in Sachen Lebensunterhalt, Wohnung, Krankenversicherung, ggf. Weiterbildung für diese Durststrecke. Ist es da zuviel verlangt mit dem Amt in Verbindung zu bleiben und zu Kommunizieren? Wenn man einen Termin da hat, ist es doch das Mindeste den auch einzuhalten.

#8 - 16.04.2018, 13:18 von dasfred

Besonders der letzte Teil stößt mir sauer auf

Kranke, Behinderte, Kinder und allein Erziehende mit fitten und gesunden Arbeitslosen in einen Topf zu werfen geht gar nicht. Wer nicht in der Lage ist, aufgrund seiner persönlichen Situation seinen Hartz iv Satz aufzustocken muss von vornherein besser alimentiert werden. Das absolute Minimum macht nur Sinn, wenn der Betroffene sich in absehbarer Zeit wieder selbst versorgen kann. Außerdem brauchen wir Freibeträge, für durch eigene Arbeit erwirtschaftetes Kapital, das der Absicherung im Alter und unvorhersehbare Ausgaben abdeckt. Vermögen aufzuzehren benachteiligt die Betroffenen gegenüber den verschwendern und denen, die ohne Vorleistung ins System rutschen. Außerdem sollten Arbeitsvermittler endlich Arbeit vermitteln. Wenn das System endlich den Mittler zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bildet, dann steigt auch die Akzeptanz auf allen Seiten.

#9 - 16.04.2018, 13:19 von bestrosi

Grundeinkommen!

Die geschilderten Baustellen sprechen m.E. eindeutig für die Einführung eines Grundeinkommens, und zwar nicht die Müller'sche Mogelpackung, sondern das echte, bedingungslose, allgemeine Grundeinkommen. Dadurch würde JEDER verdiente Euro als Anreiz wirken, und das Existenzminium wäre garantiert, ohne in Konflikt mit dem Arbeitseinkommen zu geraten. Die Bürokratiekosten würden ERHEBLICH sinken, die Kompetenzverluste durch erpresste Billigarbeit würden vermieden. Und durch eine Umstellung der Finanzierung auf Verbrauchssteuern wäre auch die Gerechtigkeit verbessert, denn dem Konsum kann sich weder die Unterschicht noch die Oberschicht entziehen. Es müsste nun um die Frage gehen, wie man es Stufe für Stufe einführt, nicht um kleine "Verbesserungen" im derzeitigen System.

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