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Eine Mutter über Mini-Ultraschallgeräte für Zuhause:

"Ich habe während der Schwangerschaft jeden Tag die Herztöne meines Krümels gehört. Einerseits war es toll, das Herzchen klopfen zu hören, und es hat mich dann auch beruhigt. Andererseits bin ich fast durchgedreht, wenn Lea ungünstig in meinem Bauch lag und ich die Herztöne einfach nicht finden konnte."

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Ein Mann über Schwangere im Freundeskreis:

"Ich wurde von den Helikoptereltern mehrfach darauf hingewiesen, dass die Toxoplasmose sogar im Topf der Yucca-Palme lauere. Ich sollte nicht über Rasen laufen, denn da könnte ja Katzenkot liegen. Sie sahen Todesgefahr in der Salami, Todesgefahr im Fisch, Todesgefahr überall."

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Eine Hebamme über Prenzlauer-Berg-Mütter:

"Die Frauen sind um die vierzig Jahre alt, top ausgebildet, super hip und wissen bereits alles, wenn sie zu mir kommen. Die haben eine riesige Checkliste dabei, was alles Schlimmes passieren kann. Sie wollen nicht nur Geburtsvorbereitung und Nachsorge im Wochenbett, sondern auch Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin, Schwangeren-Yoga, Ernährungsberatung und Musik, die sie ihrem Baby im Bauch vorspielen können."

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Ein Mann über eine Bekannte mit Säugling:

"Bei jedem kleinsten Mucks sprang meine Freundin Kati auf und rannte zu ihrer Tochter. Den Thermomix durfte man nicht mehr anstellen - zu laut. Wenn die Kaffeemaschine mahlte, hielt sie trotz einiger Meter Entfernung dem Baby die Ohren zu und flüsterte: 'Es ist gleich vorbei.' Auch Spaziergänge mit dem Kinderwagen lehnte sie ab: 'Da rauscht dann ein Auto vorbei, und schon ist sie wach!'"

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Eine Erzieherin über Infoabende:

"Alle drei Monate können sich Eltern mit ihren Babys bei einem Infoabend unsere Kita anschauen. Dann besprechen wir den Tagesablauf, beantworten Fragen, führen durch das Haus. Doch neuerdings reicht das den Eltern nicht mehr. Sie wollen in der Kita 'hospitieren', am liebsten gleich mit Mittagessen. Das geht natürlich nicht - wir müssen uns um unsere zwölf Kinder kümmern und können nicht täglich Fremde mit hinzunehmen. Darauf kommt immer die gleiche Antwort: 'Ja, stimmt schon, aber könnt ihr bei uns nicht eine Ausnahme machen? Wir möchten doch so gerne, dass unser Kind mitentscheidet, und dazu muss es alles einmal gesehen haben.'"

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Eine Erzieherin über eine Heli-Mutter:

"Eine Mutter trug trotz Bandscheibenvorfall ihren Zweijährigen täglich auf dem Arm in die Kita. Dabei schob sie mit der anderen Hand den Buggy, falls Sohnemann es sich unterwegs anders überlegen sollte. Ein Wutanfall des Kleinen hatte die Mutter überzeugt, dass er 'den Kinderwagen nicht so gern' mag, und sie hatte zu große Angst, dass er sich vor Wut aus dem Buggy stürzte, sollte sie ihn nochmals hineinsetzen. Und nicht nur das: Die Mutter erklärte, dass auch wir Erzieherinnen ihr Kind tragen sollten, wenn es nicht im Bollerwagen zum Spielplatz fahren wollte. Natürlich saß der Junge zufrieden im Bollerwagen der Erzieherinnen, wenn seine Mutter nicht da war."

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Wenn Eltern an der Tür lauschen:

"Ein Elternpaar hat jeden Tag nach der Verabschiedung minutenlang an der Tür gelauscht oder durchs Schlüsselloch geguckt. Ich war immer sprachlos, dass ihnen das vor den Erziehern oder anderen Eltern nicht peinlich war. Spätestens eine halbe Stunde nach Verlassen der Kita schrieben sie mich per WhatsApp an und baten um Updates inklusive Fotos, auf denen sie das Wohlbefinden ihres Schatzes 'erkennen' könnten."

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Abgestimmte Menüpläne:

"Wir hatten kürzlich einen Vater, der jeden Tag, wenn er das Kind in die Kita brachte, den ausgehängten Essensplan abfotografiert hat. Er hatte nämlich den Auftrag, die Kindesmutter per WhatsApp über die bestellten Speisen des jeweiligen Tages zu informieren. Sie wollte nicht Gefahr laufen, ihrem Anderthalbjährigen am Abend etwas Ähnliches zu kochen."

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Gespräch über Kita-Essen:

Mutter: "Mein Jakob darf keine Laktoseprodukte, Weizen oder Nüsse essen." Erzieherin: "Haben Sie die Allergien auch in die Essensliste eingetragen?" Mutter: "Nee, das ist ja nicht bestätigt. Aber sicher ist sicher."

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Kinder an die Windel-Macht:

"Die Eltern in unserer Kita wollten, dass die Kinder selbst entscheiden dürfen, wann ihnen die Windel gewechselt werden sollte. Denn die Kleinen sollten nicht gegängelt, sondern als Partner auf Augenhöhe behandelt werden. Deshalb durften wir Erzieherinnen ihnen nur dann eine neue Windel anziehen, wenn ein Kind von sich aus mit diesem Wunsch kam. Wir sprechen hier von Ein- bis knapp Dreijährigen, denen die Verantwortung für eine trockene Windel aufgedrückt wurde."

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So geschah es einer Nanny:

"Ich habe selbst drei Kinder großgezogen und schon viele andere Kinder betreut. Als ich eine neue Stelle antrat, erhielt ich von der Mutter eine mehrseitige schriftliche Anleitung zum Umgang mit ihren beiden Kindern; die Tochter war drei Jahre alt, der Sohn fünf Monate. Sie hatte unter anderem genauestens vermerkt, zu welcher Uhrzeit ich mit welchem Kind welches Lied zu singen hätte: Zwischen 6.30 Uhr und 7 Uhr stand 'Morning has broken' auf dem Programm. Um 8.30 Uhr dann 'Grün, grün, grün sind alle meine Kleider'. Außerdem hatte sie detailliert aufgeschrieben, wann das Baby wo und wie beschäftigt werden sollte, zum Beispiel sollte es zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr 'auf einem Ball rollen', 'Sachen greifen' und 'auf der Matratze spielen'. Sie trug mir auf, was ich mit den Kindern im Auto zu reden hätte, wann wir im Garten spielen sollten und sogar wo das Baby zu liegen hätte, wenn ich dem älteren Kind Abendessen zubereite, hatte sie notiert: im Wippstuhl."

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Helikoptereltern: Schwangerschaft und Kita