Gesundheit

Training gegen Erkältungen

Pause für die Seele

Unter Dauerstress leidet auch das Immunsystem. Zwei Übungen für die Psyche können deshalb indirekt helfen, die Abwehrkräfte zu stärken und ohne Erkältung durch den Winter zu kommen.

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Freitag, 12.01.2018   12:06 Uhr

SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE helfen Ihnen dabei, sich besser gegen Erkältungsviren zu schützen - jeden Freitag gibt es eine neue Aufgabe. Dies ist die fünfte.

Dass Stress schlecht ist für die Gesundheit, ahnen wir alle. Hektik, Druck und Trubel können sogar das Immunsystem belasten und so die Infektanfälligkeit erhöhen. Auch Kummer, depressive Phasen oder Kränkungen, die man nicht verarbeitet, können laut Studien aus der Psychoimmunologie dem Immunsystem sehr zusetzen. Zu einer guten Abwehr gehört deshalb auch ein bisschen Zeit für sich selbst - zum Durchatmen und um festzustellen, wo man gerade eigentlich steht, was einen belastet und wie man das gegebenenfalls ändern kann.

Die Übungen in dieser Woche sind deshalb einfach gut für die Psyche: Die erste Übung ist eine klassische Entspannungs- und Abschaltübung, bei der zweiten geht es eher darum, mit sich ins Reine zu kommen und Stressfaktoren abzuschalten.

Lesen Sie beide Übungen kurz durch und gucken Sie, welche Ihnen spontan mehr zusagt, welche besser zu Ihrem Leben passt. Die machen Sie dann in dieser Woche.

Von Türen und Warteschlangen. "Angst ist Erregung minus Sauerstoff", hat der Gestalttherapeut Fritz Perls einmal gesagt. In dieser Formel steckt der Grund, warum uns heute überall geraten wird, bei Stress doch mal zwei oder drei tiefe Atemzüge zu nehmen. Sobald wir mit tiefer Atmung Sauerstoff in den Körper lassen, fühlen wir uns gleich gelassener und besser. Wer das im Alltag immer mal wieder macht, fühlt sich tatsächlich ein wenig ruhiger. Das Problem ist oft nur: Wir denken einfach nicht daran, tief zu atmen. In dieser Woche können Sie das üben.

Probieren Sie Folgendes: Wann immer Sie in den nächsten Tagen in einer Schlange stehen oder warten müssen, konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und versuchen Sie, Ihren Atem bis in die Beine und Füße strömen zu lassen. Machen Sie das fünf oder sechs Atemzüge lang. Auch alle Türen sind in dieser Woche ein Signal zum Atmen. Bevor Sie durch eine geschlossene Tür gehen, bevor Sie die Klinke greifen, atmen Sie drei Mail bewusst ein und aus. Diese beiden Übungen werden in Achtsamkeit-Trainings eingesetzt und bringen uns dazu, "Atempausen" in den Alltag einzubringen.

Wo ist die Grenze? Viele Menschen überlasten sich mit Aktivitäten, sind deshalb chronisch gestresst - und damit anfällig für Infekte. Wenn Ihnen dieser Zusammenhang bekannt vorkommt, machen Sie in dieser Woche folgende Übung: Setzen Sie sich mit Zettel und Stift hin und schreiben Sie alle Aufgaben auf, die Sie in der kommenden Woche haben, sowohl im Job, als auch in der Familie, mit Freunden, in der Freizeit. Seien Sie kleinlich, notieren Sie alles. Gucken Sie dann eine Minute mit Abstand auf den Zettel: Kann das ein Mensch schaffen? Wahrscheinlich nicht.

Benennen Sie nun fünf Punkte, die nervig und überflüssig sind oder die auch jemand anders erledigen könnte. Streichen Sie drei dieser Punkte - bei denen es einfach ist - sofort. Gucken Sie in einem zweiten Schritt, ob es einen Punkt gibt, den Sie gern mittelfristig loswerden würden, für den Sie aber jemandem eine Absage erteilen müssten - zum Beispiel den Posten als Schriftführer im Sportverein oder eine unliebsame Aufgabe im Job. Nutzen Sie die nächstmögliche Gelegenheit, diese Aufgabe loszuwerden. Sie können diese Übung in den nächsten Wochen immer mal wiederholen. Falls Sie merken, dass hier ein virulentes Thema angesprochen ist, könnte es helfen, wenn Sie sich ein oder zwei Stunden Coaching in Sachen Zeitmanagement und Selbstorganisation gönnen.

Falls Ihnen die Psycho-Schiene nicht zusagt oder Sie sich in diesem Punkt gefestigt fühlen, probieren Sie in dieser Woche noch einmal mehr, Ihre Spaziergänge draußen weiter durchzuziehen. Und waschen Sie auch diese Woche wieder regelmäßig die Hände.

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