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Trendgetränk

So gesund ist Matcha-Tee

Angeblich soll Matcha-Tee aus Japan gegen Krebs helfen, vor Herz-Kreislauf-Erkrankung schützen und den Geist beleben. Aber stimmt das wirklich?

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Matcha-Pulver

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Montag, 12.02.2018   10:11 Uhr

Matcha schmeckt leicht bitter, oft wird er als grasig oder algig beschrieben. Eigentlich könnte man das Getränk allein aufgrund seines ausgefallenen Geschmacks schätzen, doch viele Teegenießer gehen, ebenso wie Wissenschaftler, etwas weiter: Sie loben die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Matcha. Angeblich belebt er den Geist, hält das Herz gesund und kann sogar Krebszellen am Wachsen hindern. Und zwar stärker als andere Grüntees, meinen Matcha-Fans. Was ist dran?

Matcha enthält mehr Substanzen aus dem Teeblatt als andere Grüntees. Denn bei der Zubereitung wird fast das gesamte Blatt gemahlen und das Pulver in heißem Wasser gelöst. Der größte Gesundheitseffekt wird dem Epigallocatechingallat (EGCG) zugeschrieben. Dieser sekundäre Pflanzenstoff ist auch in anderen Grüntees enthalten. Matcha ist zudem sehr koffeinreich.

Bewiesen sind die vielen Gesundheitsversprechen aber kaum bis gar nicht. Viele Studien zum Beispiel zu einer möglichen Wirkung gegen Krebs fanden mit Mäusen oder Zellkulturen statt. "Für die Grundlagenforschung sind solche Tier- und In-vitro-Studien unerlässlich", sagt Anke Ernst vom Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, "auf den Menschen lassen sich ihre Ergebnisse jedoch nicht übertragen."

Schutz fürs Herz-Kreislauf-System: möglich

Studien, an denen Menschen teilgenommen haben, beziehen sich oft auf Grüntee allgemein. Wie etwa eine japanische Langzeitstudie, bei der die Gesundheit von rund 90.000 Erwachsenen knapp 19 Jahre lang dokumentiert wurde.

Passionierte Teetrinker starben im Schnitt seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lebten insgesamt länger.

Weil die Forscher Teilnehmer nur befragten und Daten sammelten, ist die Studie nur ein Hinweis darauf, dass Grüntee oder Matcha vor Herzleiden schützt. Zwar wurden in der Untersuchung viele andere Lebensgewohnheiten, etwa das Gewicht, das wöchentliche Sportprogramm sowie Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes abgefragt und mit einberechnet. Trotzdem bleibt es immer möglich, dass andere Faktoren übersehen wurden.

Schutz vor Krebs: eher unwahrscheinlich

Vor einem Tod infolge einer Krebserkrankung schützte der Grüntee laut dieser großen japanischen Studie nicht - das macht es eher unwahrscheinlich, dass das Getränk eine Geheimwaffe gegen Krebs ist.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen 2015 auch Wissenschaftler im US-Bundesstaat Florida. 97 Männer mit Prostatakrebs-Vorstufen nahmen in ihrer Studie entweder ein Präparat mit Grüntee-Substanzen ein oder ein Placebo ohne Wirkstoff. Ein Jahr später zeigte sich: Die Krebsrate zwischen den beiden Gruppen unterschied sich nicht stark genug, um zu sagen, die Grüntee-Substanzen schützen vor Tumorwachstum.

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"In Bezug auf die Krebsprävention lässt sich die Datenlage im besten Fall als widersprüchlich bezeichnen", fasst Ernst vom Krebsinformationsdienst zusammen. Beim Vorbeugen von Tumoren spielten Grüntee-Extrakte deshalb bislang keine Rolle.

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kommt zu dem Ergebnis: Dass es der "vielerorts angepriesenen präventiven oder sogar heilenden Wirkungen von Matcha an wissenschaftlich fundierten oder eindeutigen Beweisen fehlt".

Belebt den Geist: bestimmt

Was Matcha-Tee dagegen leisten kann: Für eine Weile die Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit unterstützen. Das enthaltene Koffein macht wach, das ebenfalls enthaltene L-Theanin entspannt. Der Koffeingehalt von Matcha kann dem eines Espresso entsprechen. Schwangere und Stillende sollten sich deshalb beim Konsum zurückhalten. Was Matcha, ebenso wie andere Grüntees und schwarze Tees übrigens nicht enthält, ist sogenanntes Teein. Früher nannte man die belebende Substanz im Tee so, doch inzwischen weiß man: Es ist einfach Koffein.

Die Frage der Dosierung

Wer überlegt, welche Menge Matcha pro Tag sinnvoll ist, um die zumindest möglichen Gesundheitseffekte zu erreichen, erhält leider keine klare Antwort. Zum einen enthalten verschiedene Matcha-Tees unterschiedliche Mengen an Epigallocatechingallat. Zum anderen nimmt nicht jeder Körper die Substanz gleichermaßen effektiv auf. Wegen der aufwendigen Zubereitung und des ausgefallenen Geschmacks wird der Tee vermutlich ähnlich wie Espresso konsumiert: Den meisten Konsumenten reichen ein oder zwei Tassen am Tag. Die Kanne füllt man lieber mit einer anderen Teesorte.

Kann Matcha auch schaden?

Neben all den positiven Eigenschaften ist auch eine eher negative erwähnenswert: "Wie viele andere Lebensmittel enthält auch Matcha Oxalsäure", sagt Ulrich Engelhardt vom Institut für Lebensmittelchemie an der Technischen Universität Braunschweig. "Der Stoff kann die Aufnahme von Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Eisen behindern."

Für Menschen mit Eisenmangel ist es daher sinnvoll, zwischen Mahlzeit oder der Einnahme von Eisentabletten und Teezeremonie eine Pause von ein bis zwei Stunden einzulegen. Dasselbe gilt zum Beispiel bei Rhabarber, Kakao und Spinat.

insgesamt 18 Beiträge
c.PAF 12.02.2018
1.
Wie schon die Überschrift sagt, ist das ein Trendgestränk. Mehr nicht.
Wie schon die Überschrift sagt, ist das ein Trendgestränk. Mehr nicht.
haresu 12.02.2018
2. Wissenschaftsquatsch
"Nicht übertragbar", "eher unwahrscheinlich", "nur ein Hinweis", was soll dieser Unsinn? Grüner Tee wird seit Ewigkeiten getrunken und wahrscheinlich mit guten Gründen. Das Abstellen auf nur einen [...]
"Nicht übertragbar", "eher unwahrscheinlich", "nur ein Hinweis", was soll dieser Unsinn? Grüner Tee wird seit Ewigkeiten getrunken und wahrscheinlich mit guten Gründen. Das Abstellen auf nur einen Wirkstoff ist auch mal wieder das typisch eindimensionale und monokausale Denken von sogenannter Wissenschaft, die in Wirklichkeit aber nur auf der Suche nach neuen Produkten ist. Wahrscheinlich haben die Studienteilnehmer sogar nur den einen genannten Wirkstoff oder Pflanzenpulver in Tablettenform bekommen. Jetzt trinke ich erstmal nen Tee, zur Beruhigung.
anselmwuestegern 12.02.2018
3.
Eine höhere Lebenserwartung könnte auch die Folge davon sein, dass die Menschen Tee statt Alkohol trinken und daher weniger Verkehrsunfälle verursachen. Ich kenne (kannte) persönlich mehr Menschen, die durch Verkehrsunfälle [...]
Eine höhere Lebenserwartung könnte auch die Folge davon sein, dass die Menschen Tee statt Alkohol trinken und daher weniger Verkehrsunfälle verursachen. Ich kenne (kannte) persönlich mehr Menschen, die durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen sind, als an einem Krebs gestorben sind. (Ich weiss nicht, wie die Statistik zur Zeit aussieht.) Zum Schluss habe ich noch eine Anmerkung zum Teein: Meines Wissens ist Termin und Koffein identisch. Der Text ist die Benutzung offen, es gäbe einen weiteren Stoff Teein, wobei der ursprünglich als Teein bezeichnete Stoff Koffein sei. Das empfinde ich als verwirrend.
Pokemonschlächter 12.02.2018
4. Wissenschaftquatsch-Quatscher
#2 haresu schrieb: "Das Abstellen auf nur einen Wirkstoff ist auch mal wieder das typisch eindimensionale und monokausale Denken von sogenannter Wissenschaft" Sogenannt. Von ihnen. Sie denken in größeren Bahnen nehm [...]
#2 haresu schrieb: "Das Abstellen auf nur einen Wirkstoff ist auch mal wieder das typisch eindimensionale und monokausale Denken von sogenannter Wissenschaft" Sogenannt. Von ihnen. Sie denken in größeren Bahnen nehm ich an. Kritisch. Und können damit die ganzen schlauen und/oder wissenden Leute in den Labore widerlegen. Vermutlich ohne eine SWS Biotechnologie oder Biochemie. Hut ab, das nenn ich mal Selbstvertrauen. Ist ihnen schon mal eingekommen, dass die Studien weitaus mehr umfassen, hier aber nur auszugsweise etwas dargestellt wird? Außerdem: Wirken Chemikalien/Moleküle mehrheitlich eher auch allein oder entfalten sie eine Wirkung eher nur im Zusammenspiel mit andern Molekülen. Ich muss da schon ne weile grübeln, ehe mir ein Beispiel zu letzterem einfällt.
raphael_schäfer 12.02.2018
5. Keine Ahnung von Wissenschaft
Tja, das ist nunmal der Unterschied zwischen "wissen" und aus dem Bauch heraus "fuehlen" (wollen). Wie Sie wahrscheinlich nicht wissen, dient die Wissenschaft nicht der Produkfoerderung; noch versucht sie [...]
Zitat von haresu"Nicht übertragbar", "eher unwahrscheinlich", "nur ein Hinweis", was soll dieser Unsinn? Grüner Tee wird seit Ewigkeiten getrunken und wahrscheinlich mit guten Gründen. Das Abstellen auf nur einen Wirkstoff ist auch mal wieder das typisch eindimensionale und monokausale Denken von sogenannter Wissenschaft, die in Wirklichkeit aber nur auf der Suche nach neuen Produkten ist. Wahrscheinlich haben die Studienteilnehmer sogar nur den einen genannten Wirkstoff oder Pflanzenpulver in Tablettenform bekommen. Jetzt trinke ich erstmal nen Tee, zur Beruhigung.
Tja, das ist nunmal der Unterschied zwischen "wissen" und aus dem Bauch heraus "fuehlen" (wollen). Wie Sie wahrscheinlich nicht wissen, dient die Wissenschaft nicht der Produkfoerderung; noch versucht sie x, y, z zu beweisen. Sie untersucht, und das gruendlich. Ist halt nicht so das Ding fuer diejenigen, die (ironischerweise) eindimensionale und monokausale Antworten erwarten. Schoenen Tag noch

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