Gesundheit

Von Saft bis Soßen

Achtung, Zuckerbomben!

Ob Müsli, Salat oder Joghurt: Viele Fertigprodukte enthalten große Mengen Zucker, obwohl sie gesund wirken. Sechs Beispiele für Zuckerbomben - und Tipps, wie Sie die süßen Fallen umgehen.

TMN

Obst besser essen statt trinken

Mittwoch, 07.02.2018   13:05 Uhr

Zu viel Zucker ist ungesund, das lernt jedes Kind. Gesundheitsbewusste wollen daher die Versuchung durch Schokolade oder Gummibärchen so gering wie möglich halten. Aber auch wer zum Frühstück Erdbeerjoghurt und abends einen Salat mit Fertigdressing isst, nimmt jede Menge Zucker zu sich.

Wo sich der süße Dickmacher versteckt - und wie man ihn geschickt ersetzen kann:

Fruchtjoghurt

Klingt gesund, ist aber eine wahre Zuckerbombe: "In 150 Gramm Fruchtjoghurt stecken sechs Würfelzucker", warnt Ernährungsmediziner Matthias Riedl aus Hamburg. Das entspricht etwas weniger als 20 Gramm Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, in Zukunft nur noch etwa 25 Gramm Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Mit einem Fruchtjoghurt wäre das süße Tagesbudget damit schon fast ausgeschöpft.

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Ähnliches gilt für Fruchtquark, Fruchtbuttermilch oder gesüßte probiotische Drinks. Wer sich gesund ernähren will, greift eventuell sogar doppelt daneben: Fettarmer Joghurt enthält oft zusätzlich Zucker, damit er wie Vollfettjoghurt schmeckt.

Die Alternative: Ebenfalls lecker ist, Naturjoghurt oder Naturquark mit frischem oder tiefgekühltem Obst zu mischen. Dazu rät Antonia Wiedekind, Ökotrophologin aus Landau in der Pfalz. Wichtig ist allerdings, auch beim Tiefkühlobst auf einen Zuckerzusatz zu achten. Gleiches gilt für Dosenobst oder Packungsfrüchte wie Cranberrys, bei denen oft Zucker zugesetzt wird. Was viele nicht wissen: Auch Trockenfrüchte sind Zuckerbomben, da sie die Inhaltsstoffe der Früchte hochkonzentriert enthalten.


Säfte und Smoothies

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Obst ist gesund - aber nicht in jeder Form. "Der größte Anteil bei fertigen Smoothies ist meist Apfelsaft oder ein anderer Fruchtsaft mit hohem Zuckeranteil", erklärt Mediziner Riedl. In Fruchtsäften mit Fruchtsaftkonzentrat oder Nektar steckt oft noch zusätzlicher Zucker. Obst sollte man generell lieber essen als trinken, fasst Wiedekind als Faustregel zusammen. Und wenn man doch mal einen Saft oder Smoothie trinkt, sollte man sich bewusst machen, dass man seinem Körper gerade etwas Süßes gönnt.

Die Alternative: Wasser mit Kräutern, Ingwer oder Obststücken. Das gibt Geschmack und sieht hübsch aus. Wer auf den Smoothie nicht verzichten will, kann sich einen grünen Smoothie mixen, mit Kräutern und Gemüse wie Spinat oder Feldsalat.


Soßen, Dressings, Dips

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Da werden liebevoll Gurken, Tomaten oder Paprika geschnippelt. Und schon knurrt der Magen so sehr, dass es schnell gehen muss. Fertige Salatdressings sind die Rettung - und das Verhängnis. Fertigdressings enthalten fast immer einen hohen Zuckeranteil. Dasselbe Problem besteht bei Tütensuppen, fertigen Gemüsebrühen, Soßenbindern, Grillsoßen, Ketchup oder Fertigdips.

Die Alternative: Quarkdips für Fingerfood, selbst zubereitete Salatsoßen und Brühen mit frischen Kräutern, empfiehlt Wiedekind. Auch für Fertigaufstriche sei Frischkäse oder Quark gemischt mit Kräutern und Gemüse ein leckerer Ersatz, sagt Carolin Hauck vom Institut für Ernährungspsychologie der Universität Göttingen.


Müsli und Cornflakes

imago / Westend61

Viele starten mit Müsli in den Tag, um sich etwas Gutes zu tun. Aber Ernährungsberaterin Wiedekind rät zur Vorsicht. "In gesüßten Cerealien und Cornflakes stecken Unmengen an Zucker", sagt sie. Und Hauck ergänzt: "Das scheinbar gesunde Müsli ist oft eher ein Dessert als ein Frühstück, wenn man bedenkt, wie viele süße Inhaltsstoffe viele der abgepackten Müslis im Supermarkt haben." Für Müsliriegel gilt dasselbe.

Die Alternative: Müsli selbst zusammenzumischen, mit unverarbeiteten Getreideflocken und Gewürzen wie Zimt und Nüssen. Eine Hand voll Nüsse gehören ohnehin zu einer gesunden Ernährung.

Zucker-Quiz


Feinkostsalate und Gemüse im Glas

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Manchmal hat man einfach keine Lust zu kochen und öffnet einen abgepackten Herings- oder Krautsalat, vielleicht auch ein Glas mit eingelegtem Rotkohl, Mais oder Bohnen. Keine gute Idee, meint Ernährungsmediziner Riedl. "Gemüse im Glas, insbesondere Rotkohl, enthält einen hohen Anteil an Zucker." Das Gleiche gilt für Gewürzgurken im Glas. Auch Fisch- oder Krautsalat aus der Packung oder von der Frischetheke enthalten zusätzlichen Zucker, warnt er.

Die Alternative: Auf der sicheren Seite ist, wer frisches Gemüse oder Tiefkühlgemüse ohne Rahmsoßen verwendet. Und: "Wer seinen Salat plus Dressing einfach selbst zubereitet, weiß immer genau, was drin ist", sagt Riedl.


Fertiggerichte

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Dass eine Currywurst aus der Packung oder eine Tiefkühlpizza nicht besonders gesund sind, ist den meisten klar. Dass Fertiggerichte aber oft auch viel Zucker enthalten, ist weniger bekannt.

Das Problem sei, dass die Hersteller einige Tricks verwenden, um den Zucker auf der Zutatenliste zu verstecken, sagt Wiedekind. Er wird zum Beispiel getarnt als "Fruchtsüße" oder versteckt sich hinter Fachwörtern wie Glukose, Laktose, Dextrose, Saccharose, Raffinose, Maltose oder Fructose.

"Grundsätzlich gilt: je naturbelassener ein Lebensmittel, desto besser", erklärt Riedl. Darauf zu achten, lohnt sich. Denn wer mit der Hauptmahlzeit nicht so viel Zucker zu sich nimmt, kann sich danach auch gut ein Stückchen Schokolade oder ein Dessert gönnen.

Von Ines Schipperges, dpa/irb

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