Gesundheit

Drei Fragen, drei Antworten

Vegane Ernährung - die wichtigsten Informationen

Immer mehr Menschen in Deutschland leben vegan. Was verbirgt sich hinter der Ernährungsform, was sagen Experten? Drei Fragen, drei Antworten.

Getty Images/iStockphoto

Schild in London

Donnerstag, 02.08.2018   15:43 Uhr

Was ist vegane Ernährung überhaupt, wie unterscheidet sie sich von einer vegetarischen?

Wer sich vegan ernährt, streicht alle tierischen Lebensmittel von seinem Speiseplan, also Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier. Viele Veganer essen auch keinen Honig. Anders gesagt: Veganer ernähren sich rein pflanzlich. In der Regel verwenden Veganer auch keine Gegenstände, die tierische Materialien wie Leder, Wolle oder Fell enthalten.

Vegetarier ernähren sich dagegen überwiegend, aber nicht vollständig pflanzlich. Einige essen kein Fleisch, aber Milchprodukte oder Eier. Andere verzehren auch Fisch.

Wie viele Menschen in Deutschland ernähren sich vegan?

Die Zahl der Menschen, die bei ihrer Ernährung bewusst auf tierische Produkte verzichten, steigt. Wie viele Menschen sich in Deutschland vegan ernährten, sei nicht genau bekannt, schrieb die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2016 in einem Positionspapier. Die Zahlen schwanken je nach Untersuchungsmethode und Quelle stark.

Der Vegetarierbund (Vebu) etwa rechnet aktuell mit 1,3 Millionen Menschen in Deutschland, die rein pflanzlich leben. Das würde rund 1,6 Prozent der Bevölkerung entsprechen. Laut einer Befragung des Max Rubner-Instituts hingegen ernährten sich in Deutschland zwischen 2005 und 2007 nur 0,1 Prozent der 14- bis 80-Jährigen vegan. Der Anteil dürfte inzwischen gestiegen sein - fraglich ist allerdings, ob so stark.

Was sagen Ernährungswissenschaftler dazu?

Wer sich vegan ernährt, nimmt häufig viele Ballaststoffe durch Getreideprodukte zu sich und hat einen hohen Anteil von Obst und Gemüse auf seinem Speiseplan. Dieser Aspekt der veganen Ernährung ist positiv für die Gesundheit. Anders als bei einem abwechslungsreichen vegetarischen Speiseplan, drohen Veganern jedoch mehrere Mangelerscheinungen.

Vor allem der Bedarf an Vitamin B12 lässt sich über eine pflanzliche Ernährung nicht decken. Um ausreichende Mengen des lebenswichtigen Stoffs zu sich zu nehmen, ist deshalb die dauerhafte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig.

Damit es bei weiteren Nährstoffen wie langkettigen Fettsäuren, Vitamin D, Kalzium oder Eisen nicht zu einem Mangel kommt, müssen Veganer die Zusammensetzung ihrer Speisen genau planen, die Versorgung mit Nährstoffen regelmäßig ärztlich untersuchen und sich bei der Umstellung von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beraten lassen.

Noch komplizierter ist es bei Kindern, Schwangeren und Stillenden: Aufgrund ihres höheren Nährstoffbedarfs sind sie stärker gefährdet, eine Mangelernährung zu entwickeln. Aus diesem Grund rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) von einer veganen Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter ab.

irb

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