KarriereSPIEGEL

Gender-Pay-Gap

Ungleiche Bezahlung? Und tschüss!

Ein Arbeitgeber bezahlt Männer und Frauen unterschiedlich? Vor allem für jüngere Angestellte wäre das ein Grund für eine Kündigung, wie eine neue Studie zeigt.

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Männer und Frauen am Arbeitsplatz

Freitag, 15.03.2019   13:17 Uhr

Unternehmen vergraulen vor allem junge Mitarbeiter, wenn sie Männer und Frauen unterschiedlich bezahlen.

Das zeigt eine Umfrage unter rund 10.000 Arbeitnehmern in acht europäischen Ländern.

Die Ergebnisse sind Teil einer bislang unveröffentlichten Umfrage, die der Software-Dienstleister ADP beim Marktforschungsunternehmen Opinion Matters in Auftrag gegeben hat und bei der es um die Einstellung von Mitarbeitern zu verschiedenen Arbeitsthemen geht.

Auffällig ist, dass sich die befragten Deutschen überdurchschnittlich tolerant gegenüber unfairer Bezahlung zeigten:

Die Hans-Böckler-Stiftung hat in einer neuen Untersuchung zum Gender-Pay-Gap gezeigt, dass vor allem Frauen in Süddeutschland schlechter verdienen als Männer. In Baden-Württemberg etwa liegt der Bruttostundenlohn von Frauen im Schnitt 22,7 Prozent unter dem von Männern, in Bayern beträgt der Unterschied 21,9 Prozent. In Brandenburg dagegen sind es nur 14,9 Prozent, in Sachsen-Anhalt 15,5 Prozent.

Im Bundesdurchschnitt lag der Gender-Pay-Gap laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2018 unverändert bei 21 Prozent. Der große Unterschied lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass Frauen seltener in Führungspositionen aufsteigen und öfter in schlecht bezahlten Branchen und Berufen tätig sind. Bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation liegt der sogenannte bereinigte Gender-Pay-Gap laut Statistischem Bundesamt bei sechs Prozent.

ase

insgesamt 26 Beiträge
eiffe 15.03.2019
1.
Das wäre in der Tat ein Grund zur Kündigung. Benachteiligung wie z.B. aufgrund von Schwangerschaft wäre sicher auch ein Anlass. Aber da ein Gender Pay Gap bisher nicht nachgewiesen wurde, ist das eine rein hypothetische [...]
Das wäre in der Tat ein Grund zur Kündigung. Benachteiligung wie z.B. aufgrund von Schwangerschaft wäre sicher auch ein Anlass. Aber da ein Gender Pay Gap bisher nicht nachgewiesen wurde, ist das eine rein hypothetische Diskussion.
berndscherdel 15.03.2019
2. Verständnisproblem
Verstehe ich nicht: Ich glaube nicht, dass irgendein Unternehmen die Bezahlung einer Person abhängig von deren Geschlecht macht. Insofern ist diese Frage rein theoretisch (evtl. ist die Pornoindustrie hier eine Ausnahme). Auf [...]
Verstehe ich nicht: Ich glaube nicht, dass irgendein Unternehmen die Bezahlung einer Person abhängig von deren Geschlecht macht. Insofern ist diese Frage rein theoretisch (evtl. ist die Pornoindustrie hier eine Ausnahme). Auf der anderen Seite. Der unbereinigte Gender Pay Gap kommt in praktisch jedem Unternehmen vor. Es wäre schon ein großer Zufall, wenn die Gehaltsumme pro MA für beide Geschlechter genau gleich wäre. Also worauf will man damit hinaus?
Crom 15.03.2019
3.
Warum sollte ich kündigen, wenn andere schlechter verhandeln? Wenn ich allerdings weniger verdiene, dann sollte ich mich hinterfragen und eben schauen, ob's anderswo mehr gibt und dorthin gehen.
Warum sollte ich kündigen, wenn andere schlechter verhandeln? Wenn ich allerdings weniger verdiene, dann sollte ich mich hinterfragen und eben schauen, ob's anderswo mehr gibt und dorthin gehen.
girge 15.03.2019
4.
Ein statistisc relevanter gender pay gap wird sich in keinem unternehmen finden lassen, noch viel weniger nachweisen lassen. Es gibt ihn auch nicht, wie sich ganz leicht nachrechnen lässt: 5000€ Gehalt kriegt der Mann [...]
Ein statistisc relevanter gender pay gap wird sich in keinem unternehmen finden lassen, noch viel weniger nachweisen lassen. Es gibt ihn auch nicht, wie sich ganz leicht nachrechnen lässt: 5000€ Gehalt kriegt der Mann 4.700€ die Frau laut GPG Die 300€ weniger sind auf jeden Fall verhandelbar. Insofern wäre es ihre eigene Schuld und kein systemischer Fehler.
theodtiger 15.03.2019
5. Gründlichere Recherche zeigt geringere Relevanz
Es wäre wünschenswert, wenn SPON sorgfältiger recherchieren würde. In der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 14.3.2019 ( [...]
Es wäre wünschenswert, wenn SPON sorgfältiger recherchieren würde. In der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 14.3.2019 ( https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2019/03/PD19_098_621.html) steht: " Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2014 pro Stunde 6 % weniger als Männer. Hier muss berücksichtigt werden, dass der ermittelte Wert eine Obergrenze ist. Es ist davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen." (Diese umfangreichere Untersuchung wird nur in größeren Zeitabständen gemacht). Es dürfte klar sein, dass wer weniger Erfahrung hat (Unterbrechungen der Berufstätigkeit) auch weniger produktiv ist und daher weniger verdient. Hinzu kommt vielleicht auch ein höhere Bereitschaft von Arbeitgebern, Frauen im Falle von Krankheit von Kindern oder aus anderen Gründen eher frei zu geben, was auch Kosten verursacht. Schließlich sollte eine einfache wirtschaftlicher Erwägung zeigen, dass es in der Realität den behaupteten gender pay gap in nennenswerter Größe gar nicht geben kann. Wenn Frauen wirklich bei gleicher Leistung 20 oder auch nur 6% billiger arbeiten würden, dürften Unternehmen nur noch Frauen und eben nicht die teueren Männer einstellen. Täten sie es dennoch, könnten solche Unternehmen wegen höherer Kosten Wettbewerbsnachteile haben oder gar vom Markt verschwinden. Dürfte also kaum viel dran sein am gender pay gap, und daraus abgeleitete Forderung gingen in die Irre (was nicht heisst, dass Familien- und Hausarbeit nicht zwischen den Beteiligten fair aufgeteilt werden sollte).
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