So geht Arbeit

Auto im Graben, Steuer im Keller

Sie hatten einen Unfall auf dem Arbeitsweg? Dafür gibt es einen kleinen Trost: Manche Unfallschäden können Sie von der Steuer absetzen.

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Auto im Graben

Dienstag, 13.03.2018   11:03 Uhr

Sie haben ein Problem:

Eigentlich hätte nichts schiefgehen dürfen: Sie waren früher als sonst zur Arbeit losgefahren, schließlich hatte der Wetterdienst vor Glatteis gewarnt. Doch dann, kurz vor dem Ziel, beginnt Ihr Wagen in der Kurve zu rutschen. Sie bremsen, doch wie in Zeitlupe gleitet Ihr Auto von der Straße und kippt im Graben auf die Seite. Ihnen ist nichts passiert, aber Ihr Auto ist hinüber. Sie wissen noch gar nicht, wie die Versicherung den Schaden bewerten wird, schließlich sind Sie selbst schuld. Aber Sie sind sicher: Das wird teuer.

Das könnte helfen:

Der Schaden lässt sich ein wenig lindern. Schließlich brauchen Sie das Auto für den täglichen Arbeitsweg. Das heißt: Die Kosten, die nun für Sie entstehen, können Sie von der Steuer absetzen.

Das gilt sogar in Fällen, wo die Versicherung zahlt - meist übernimmt sie ja nicht alle Kosten. Darauf wies kürzlich die Lohnsteuerhilfe Bayern hin. Dann können Autofahrer immer noch Kosten wie diese in ihrer Steuererklärung in Anlage N eintragen:

Das müssen Sie beachten:

Entscheidend ist, dass der Unfall tatsächlich auf dem Arbeitsweg passiert ist. Die Definition ist eng: Haben Sie einen kleinen Umweg genommen, um etwas im Supermarkt einzukaufen, besteht bereits kein Anspruch.

Selbst wenn Sie keine Rechnungen über Reparaturen einreichen können - etwa, weil ein kleiner Schaden den Aufwand nicht rechtfertigt - ist eine Steuererleichterung möglich. Sie richtet sich dann nach dem Alter des Autos, der Wertminderung durch den Unfall und den Regeln der AfaA, also Abschreibung für außergewöhnliche Abnutzung.

Und sonst so?

Der Anspruch gilt grundsätzlich auch bei weniger spektakulären Unfällen, etwa wenn jemand beim Einparken vorm Büro die Stoßstange beschädigt. Oft ist es günstiger, den Schaden selbst zu bezahlen, als die Versicherung einspringen zu lassen: Die stuft den Fahrer dann ja höher ein, er muss über Jahre teurere Versicherungsbeiträge bezahlen. Auch solche Unfallkosten können in der Steuerklärung angegeben werden.

mamk

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