Kultur

Volksbühne

Interimschef Klaus Dörr bleibt bis 2020

Er kümmerte sich seit dem Rücktritt von Chris Dercon um das Programm der Volksbühne - jetzt wurde der Vertrag von Klaus Dörr verlängert: Er soll das Theater bis 2020 als Interimschef leiten.

Arthur Zalewski

Klaus Dörr

Donnerstag, 14.06.2018   13:42 Uhr

Interimschef Klaus Dörr, 57, soll die Berliner Volksbühne bis zum Sommer 2020 leiten. Dies bestätigte die Berliner Kulturverwaltung. Zuvor hatten "Stuttgarter Zeitung"/"Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet.

Dörr, bislang stellvertretender Intendant des Stuttgarter Schauspiels, kümmert sich nach dem Rücktritt von Chris Dercon um das Programm der Volksbühne. Zunächst hatte er einen Vertrag bis 2019 erhalten, dieser wurde nun verlängert.

Zu den ersten Eigenproduktionen unter Dörrs Leitung gehört eine Inszenierung von Film- und Theaterregisseur Leander Haußmann ("Sonnenallee"), wie der Interimschef selbst sagte. "Wir müssen das Theater zunächst wieder auf Kurs bringen, um überhaupt sinnvoll über die Zukunft nachdenken zu können", so Dörr. "Über das Schicksal entscheidet letztendlich der Berliner Kultursenator, der einen neuen Intendanten oder eine Intendantin finden muss. Ich schätze, dass der Findungsprozess bis Ende des Jahres abgeschlossen ist."

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Am Freitagabend startet in Berlin ein zweitägiger Kongress mit dem Titel "Vorsicht Volksbühne!", bei dem Theatermacher, Wissenschaftler und Zuschauer über die Zukunft des Theaters diskutieren wollen. Der von Teilen der Berliner Kulturszene massiv abgelehnte und angefeindete Belgier Chris Dercon hatte seinen Intendantenposten im April noch vor Ende seiner ersten Spielzeit wieder aufgegeben.

Erwartet werden zu den Diskussionen neben Dörr auch Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon und Festspiel-Intendant Thomas Oberender. Auch das Kollektiv "Staub zu Glitzer", das im vergangenen Herbst die Volksbühne knapp eine Woche besetzte, ist eingeladen.

hpi/dpa

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