Kultur

Handel in Deutschland

Bücher sind teurer geworden - und werden weniger gekauft

Vor allem das Geschäft mit Reiseführern und Belletristik schwächelt - der Absatz auf dem Buchmarkt sinkt. Doch dank steigender Onlineverkäufe und Preissteigerungen blieb der Umsatz 2018 auf dem Vorjahresniveau.

DPA

Ein Tisch voller Bücher

Donnerstag, 10.01.2019   22:57 Uhr

In Deutschland wurden 2018 weniger Bücher verkauft - trotzdem hat die Branche nahezu genauso viele wie im Jahr zuvor umgesetzt. Das liegt vor allem an Preissteigerungen. Während der Buchabsatz um 2,3 Prozent sank, stiegen die Preise für Bücher durchschnittlich um 1,7 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung des Fachblatts "Buchreport", welches zum SPIEGEL-Verlag gehört und die wöchentliche Bestsellerliste ermittelt.

Im Onlinegeschäft stieg der Umsatz mit Büchern um gut zwei Prozent, stationäre Buchhandlungen verloren hingegen 0,6 Prozent in den Kassen. "Buchreport" resümiert, dass Kunden bei "Zielkäufen", also immer dann, wenn sie einen konkreten Titel haben wollen, zunehmend Onlinedienste nutzen würden. Das Wachstum entfalle nicht allein auf Amazon; auch Buchhandlungen, die ihren Kunden die Möglichkeit des Onlinekaufes bieten würden, würden von Zuwächsen berichten.

Vor allem Sachbücher, aber auch Kinder- und Jugendliteratur wurden mehr als im Jahr 2017 verkauft; Romane sowie Bücher aus den Bereichen Reise, Ratgeber und Fachliteratur büßten ein. So verlor etwa der Bereich der Reiseliteratur im stationären Handel 4,2 Prozent an Umsatz - offenbar greifen Reisende zunehmend zu digitalen Helfern. Der meistverkaufte Reiseführer ist nun nicht mehr ein Buch über die Insel Mallorca, sondern beschäftigt sich mit London.

DER SPIEGEL/ Buchreport

Bei der Belletristik klingt das Minus von knapp einem Prozent zwar moderat, allerdings handelt es sich hier um die mit Abstand größte und somit wichtigste Warengruppe im Buchmarkt. Der "Buchreport" wertet den Rückgang "als Indiz fur den verschärften Unterhaltungsmedienwettbewerb".

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Konzentration im stationären Buchhandel. So gab heute Thalia - der mit rund 300 Filialen größte deutsche Buchhändler - bekannt, mit der in Nordrhein-Westfalen beheimateten Buchhandelskette Mayersche (55 Filialen) zusammengehen zu wollen.

mum

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