Kultur

"Babylon Berlin"-Fortsetzung

Was wir bisher über die dritte Staffel wissen

Das Serienmeisterwerk "Babylon Berlin" sprengte bereits so manche Grenzen des bisher Dagewesenen im deutschen Fernsehen - und wird in die Verlängerung gehen. Was wir bisher über die dritte Staffel wissen.

Frederic Batier/ ARD-Degeto/ X-Filme/ Beta Film/ Sky/ dpa

Volker Bruch als Kommissar Gereon Rath in "Babylon Berlin"

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Donnerstag, 08.11.2018   20:56 Uhr

Es war ein gigantisches und ein umstrittenes Projekt: 40 Millionen Euro sollen die ersten beiden Staffeln von "Babylon Berlin"gekostet haben und waren damit das teuerste deutsche Serienprojekt aller Zeiten. Neu war auch die erste und durchaus riskante Kooperation zwischen der ARD und dem Bezahlsender Sky, der die insgesamt 16 Folgen ab Oktober vergangenen Jahres ausstrahlte - sehr zum Unmut der Gebührenzahler. Doch der Erfolg war gigantisch. Die ARD hat noch vor der TV-Ausstrahlung die dritte Staffel angekündigt. Auch eine vierte Staffel soll es geben. Hier lesen Sie, was wir bisher zur Fortsetzung wissen.

Wann geht es weiter?

Wann genau die dritte Staffel ausgestrahlt werden soll, ist noch nicht bekannt. Die Dreharbeiten sollen im Herbst in Berlin und Umland sowie in Nordrhein-Westfalen beginnen. Derzeit arbeiten die Regisseure und Autoren Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries an den Drehbüchern für die kommenden Folgen, wie die ARD mitteilte.

Wie viele Folgen wird es geben?

Zehn Folgen soll die dritte Staffel "Babylon Berlin" umfassen. Die Geschichte der ersten beiden Staffeln wurde über sechszehn Folgen (Staffel 1 und 2 mit jeweils acht Folgen à 45 Minuten) erzählt.

Wer ist (wieder) dabei?

Die Hauptdarsteller Volker Bruch als morphiumsüchtiger Kommissar Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Stenotypistin und Gelegenheitsprostituierte Charlotte Ritter, die später Raths Assistentin in der Mordkommission wird, sind laut ARD auch in der dritten Staffel wieder dabei. Darüber hinaus wurden noch keine weiteren Schauspieler und Rollen bestätigt.

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Liv Lisa Fries: Von Berlin nach Hollywood

Worum wird es gehen?

Die dritte Staffel "Babylon Berlin" wird sich an dem Roman "Der stumme Tod" von Volker Kutscher orientieren. Die Handlung beginnt zehn Monate nach den Geschehnissen in der "Der nasse Fisch" - dem ersten Buch um Kommissar Rath, auf dem die ersten beiden Staffel der Serie beruhen. Rath muss dieses Mal an einem Filmset ermitteln, an dem eine bekannte Schauspielerin zu Tode gekommen ist, erschlagen von einem Scheinwerfer. War es ein Unfall - oder Mord?

Während Drogen schon in den ersten beiden Staffeln "Babylon Berlin" einen großen Raum einnahmen, soll das Thema Drogen in der angedachten Fortsetzung der Serie sogar noch ausgebaut werden, wie Tom Tykwer bereits im Herbst 2017 dem "Hollywood Reporter" gesagt hat. Es wird demnach in Staffel drei und vier um die massenhafte Verbreitung von Heroin gehen, das Ende der Zwanziger- und Anfang der Dreißigerjahre sogar in Apotheken erhältlich gewesen sein soll, sowie um Versuche mit Methamphetaminen.

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Serienmeisterwerk auf Sky: Angst, Gewalt, große Kunst

Kutschers "Der stumme Tod" ist das zweite von insgesamt sieben Büchern, die der Autor bisher seinem Kommissar Rath gewidmet hat. Genügend Stoff für weitere Staffeln "Babylon Berlin" ist also da.

Worum geht es bei "Babylon Berlin"?

Die ersten beiden Staffeln spielen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise der Zwanzigerjahre in Berlin. Der morphiumabhängige Kommissar Gereon Rath und die Stenotypistin Charlotte Ritter, die im Laufe der Handlung zu seiner Assistentin wird, geraten bei ihren gemeinsamen Ermittlungen immer wieder zwischen die Fronten: Es gibt die "schwarze Reichswehr", die geheime paramilitärische Organisation, die unter Verletzung des Versailler Vertrags die Wiederaufrüstung Deutschlands inklusive chemischer Kampfstoffe probt.

ARD/ Frederic Batier

Liv Lisa Fries (Charlotte Ritter)

Des weiteren einen trotzkistischen Kampfverband, der einen Eisenbahnwaggon voll Gold über Berliner Gleise nach Russland lenken will, um die Konterrevolution zu finanzieren. Und mittendrin der Gangsterkönig (Misel Maticevic), der in seinem glamourösen Tanzsaal Moka Efti alle zusammen tanzen lässt: die Morphinisten, die sich vom Gestern noch nicht erholt haben, die Großmannssüchtigen, die von einem zweifelhaften Morgen träumen. Es wird Morphium geschluckt, Opium gespritzt, es tropft der Absinth auf Zuckerwürfel. Ein wunderbarer, ein doppelbödiger, ein schmerzhaft satter Rausch.

Die Hochglanzserie haben die ARD und die Abo-Plattform Sky gemeinsam in Auftrag gegeben. Die Medienförderung von Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg sagten bereits Subventionen in Millionenhöhe zu.

Die weltweite Resonanz auf "Babylon Berlin" habe alle Erwartungen übertroffen, erklärte Mitproduzentin Christine Strobl von der ARD-Filmtochter Degeto. Die Produktion wurde in mehr als 90 Länder verkauft und mit mehreren Preisen bedacht, unter anderem dem Deutschen Fernsehpreis, dem Grimme-Preis und zuletzt mit dem Magnolia Award des Shanghai TV Festivals.

Anmerkung: In einer ersten Version des Artikels hatten wir geschrieben, der Titel des ersten Gereon-Rath-Buchs von Volker Kutscher laute "Der nasse Tod". Der korrekte Titel lautet "Der nasse Fisch". Wir haben dies im Text korrigiert.

insgesamt 70 Beiträge
comfortzone 22.10.2018
1. Ein Traum
der niemals enden sollte - Babylon Berlin macht süchtig ! DAS BESTE was das öffentlich-rechtliche Fernsehen je ausgestrahlt hat.
der niemals enden sollte - Babylon Berlin macht süchtig ! DAS BESTE was das öffentlich-rechtliche Fernsehen je ausgestrahlt hat.
ambulans 22.10.2018
2. hallo,
"win": "heroin" war ein eingetragenes warenzeichen der farbenwerke bayer/leverkusen und damals (von vor WK I bis mitte der 20er) der hit in der drogenszene, weil frei per apotheker erhältlich, extrem sauber [...]
"win": "heroin" war ein eingetragenes warenzeichen der farbenwerke bayer/leverkusen und damals (von vor WK I bis mitte der 20er) der hit in der drogenszene, weil frei per apotheker erhältlich, extrem sauber und konzentriert und sogar explizit als "gegen-gift" gegen die nach dem krieg grassierende morphin-abhängigkeit schwerstverwundeter "ärztlich" empfohlen. obwohl die versailler kapitulationsbestimmungen - deutschland war seit mind. 1900 weltmeister in der herstellung (heroin, kokain, übrigens auch aspirin) sauberster wirkstoffe und drogen - derartiges ausdrücklich verboten, fügte sich weimar erst ca. 1925/6 auf äußersten druck der siegermächte und ließ dann mehr oder weniger die finger davon ...
toster 08.11.2018
3. BB ist...
...für dt. Verhältnisse eine doch recht gute Serie. Wobei ich das Bohei drum herum etwas übertrieben finde. War die 1. Staffel gut (mal abgesehen von den "geleckten" Ausstattungsszenen in der Neuen Berliner Straße [...]
...für dt. Verhältnisse eine doch recht gute Serie. Wobei ich das Bohei drum herum etwas übertrieben finde. War die 1. Staffel gut (mal abgesehen von den "geleckten" Ausstattungsszenen in der Neuen Berliner Straße (Babelsberg) - es ist und bleibt halt Kulisse), schlichen sich dann in der 2. Staffel schon geballt die Fehler ein (historisch, als auch ausstattungstechnisch - oder gab es damals schon in den Boden eingelassene Blindenleitsystheme an S-Bahnhöfen? Asphaltierte Waldwege waren damals auch noch nicht in Mode. Und die Menschen schrieben in Sütterlin. Und Bryan Ferry wirkte schon etwas verstörend. ) Die Serienmacher wollen korrekt, dann sollten sie es auch so umsetzen, wenn der ganze Spaß schon so viel Geld kostet.
g_bec 08.11.2018
4. Naja
naja, das Original "Boot" war noch 'nen Tacken besser;-) Zum Suchtfaktor haben Sie allerdings Recht;-)
Zitat von comfortzoneder niemals enden sollte - Babylon Berlin macht süchtig ! DAS BESTE was das öffentlich-rechtliche Fernsehen je ausgestrahlt hat.
naja, das Original "Boot" war noch 'nen Tacken besser;-) Zum Suchtfaktor haben Sie allerdings Recht;-)
g_bec 08.11.2018
5. Frage
Mal 'ne Frage: Wie oft schauen Sie sich eine Sendung an, um so etwas zu entdecken? Der "Blindenstreifen" am S-Bahnsteig? Echt jetzt? Das mit dem Sütterlin könnte z.B. auch daran liegen, dass der Zuschauer mitlesen [...]
Zitat von toster...für dt. Verhältnisse eine doch recht gute Serie. Wobei ich das Bohei drum herum etwas übertrieben finde. War die 1. Staffel gut (mal abgesehen von den "geleckten" Ausstattungsszenen in der Neuen Berliner Straße (Babelsberg) - es ist und bleibt halt Kulisse), schlichen sich dann in der 2. Staffel schon geballt die Fehler ein (historisch, als auch ausstattungstechnisch - oder gab es damals schon in den Boden eingelassene Blindenleitsystheme an S-Bahnhöfen? Asphaltierte Waldwege waren damals auch noch nicht in Mode. Und die Menschen schrieben in Sütterlin. Und Bryan Ferry wirkte schon etwas verstörend. ) Die Serienmacher wollen korrekt, dann sollten sie es auch so umsetzen, wenn der ganze Spaß schon so viel Geld kostet.
Mal 'ne Frage: Wie oft schauen Sie sich eine Sendung an, um so etwas zu entdecken? Der "Blindenstreifen" am S-Bahnsteig? Echt jetzt? Das mit dem Sütterlin könnte z.B. auch daran liegen, dass der Zuschauer mitlesen können soll. Da wäre Sütterlin dann doch kontraproduktiv. Außerdem: Ist doch keine Doku. Solange kein ICE durchs Bild fährt, ist doch alles knorke.

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