Kultur

Netflix-Serie "Haus des Geldes"

Das Rein-Raus-Spiel

Überfall auf die spanische Gelddruckerei: Die Netflix-Serie "Haus des Geldes" ist ein irrer Städtetrip.

Netflix
Von
Dienstag, 12.06.2018   18:11 Uhr

"Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?"

Das Brecht-Zitat, zuletzt gehört im Deutsch-Leistungskurs oder im Kapitalismuskritik-Proseminar, fällt einem spätestens bei der zweiten Episode von "Haus des Geldes" ein: In der Netflix-Serie stürmt eine durchgeknallte, aber grundsympathische Gaunerbande eine spanische Gelddruckerei, nimmt mehr als 60 Geiseln, verschanzt sich - und wirft die Druckerpressen an.

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Netflix-Serie "Haus des Geldes": Achtung, Überfall!

Sie wollen nicht die paar Millionen erbeuten, die schon rumliegen. Nein, sie wollen sich 2,4 Milliarden Euro in frischen Noten selbst drucken, die sich nicht zurückverfolgen lassen. Und fast noch wichtiger: Sie wollen mit dem größten Coup in der Geschichte Spaniens die Herzen ihrer Landsleute gewinnen.

Damit das gelingt, darf kein Unschuldiger sterben. Und die Truppe muss der Polizei immer einen Schritt voraus sein.

"Haus des Geldes": Darum geht es in der Serie

Das geht nur mit einem Mastermind, der in der Serie einfach "Der Professor" heißt, und seine Leute per Analog-Telefon und selbst verlegten Kabeln steuert; Handys und Funkgeräte würden sich leicht von den Ermittlern abhören lassen.

In Vor- und Rückgriffen springt die Serie immer wieder vom Überfall zurück zur Planung des Coups, in ein spanisches Landhaus, in dem der Professor seine Leute über Monate trainiert.

Ein wirklich fieser Cliffhanger

Er gibt strenge Regeln aus: Seine Leute dürfen keine echten Namen verwenden und sich gegenseitig keine Details über ihr Leben erzählen, sie dürfen keine persönlichen Beziehungen zueinander aufbauen und sich nur mit Städtenamen ansprechen.

Aber es wird schnell klar, dass Tokio und Rio sich nicht dran halten. Und Berlin wirkt in zunehmendem Maße irre - was in der Serie wie im echten Leben zutreffend ist.

Die Erzählweise erinnert an Binge-Watching-Klassiker wie "Prison Break", bei denen man einfach nicht aufhören konnte weiterzugucken.

Das Gemeine: Die Serie teilt sich in zwei Mini-Staffeln, die erste endet mit einem wirklich fiesen Cliffhanger - glücklicherweise ist die zweite Staffel seit April ebenfalls in Deutschland freigeschaltet.

"Haus des Geldes": So geht es in Teil 2 weiter

Zuletzt hatte Netflix die Produktion einer dritten Staffel angekündigt, die 2019 erscheinen soll.

"Haus des Geldes" (Original: "La casa de papel"). Teil 1 & Teil 2 (13 & 9 Folgen) abrufbar bei Netflix

Dieser Text ist zuerst bei SPIEGEL DAILY erschienen.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes stand, es werde voraussichtlich keine dritte Staffel geben. Tatsächlich hat Netflix bekannt gegeben, dass eine dritte Staffel geplant ist.

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