Kultur

"Go Trabi Go" und "Polizeiruf 110"

Schauspielerin Marie Gruber ist tot

Sie wurde an der Seite von Wolfgang Stumph in "Go Trabi Go" bekannt: Die Schauspielerin Marie Gruber ist mit 62 Jahren gestorben. Sie war an Lungenkrebs erkrankt.

picture alliance/ zb

Marie Gruber im März 2015

Sonntag, 11.02.2018   15:50 Uhr

Die Schauspielerin Marie Gruber ist tot. Sie starb bereits am vergangenen Donnerstag nach langer schwerer Krankheit im engsten Kreis, wie die Deutsche Filmakademie am Sonntag mitteilte. Gruber war langjähriges Mitglied. Sie wurde 62 Jahre alt.

Grubers Management hatte im Oktober 2017 bekannt gegeben, dass die Schauspielerin unter Lungenkrebs leidet. "Sie hat diese Volkskrankheit und nahm sich eine Auszeit. Im nächsten Jahr möchte sie wieder spielen", zitierte die "Bild"damals ihre Agentin.

Bekanntheit erlangte die aus Wuppertal stammende Schauspielerin in ihrer Rolle als Rita Struutz an der Seite von Wolfgang Stumph in "Go Trabi Go" (1991). Anschließend spielte sie in zahlreichen Fernsehserien mit, darunter in mehr als 40 Folgen der Kriminalserie "Polizeiruf 110". In der Serie verkörperte sie die Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand.

"Röschen" entdeckte mit ihrem Team der Spurensicherung so manchen genetischen Fingerabdruck und löste damit die Fälle aus der zweiten Reihe. Lob bekam sie dafür nur selten. "Ich fand die Folgen am Schönsten, wenn Schmücke (Jaecki Schwarz) so richtig ruppig zu mir war", sagte Gruber vor einigen Jahren beim Dreh des letzten Falls des Teams.

Oktober: Auszeit wegen Lungenkrebs

In "Stubbe - Von Fall zu Fall" kehrte Gruber wieder an der Seite von Wolfgang Stumph auf die Bildschirme zurück, dieses Mal als Stubbes Ehefrau Caroline. Daneben spielte sie in Nebenrollen in international bekannten Filmen mit. Dazu zählten der Oscar-Gewinner "Das Leben der Anderen" (2006) sowie "Der Vorleser" (2008).

Zuletzt war Gruber in der TV-Serie "Babylon Berlin" zu sehen. Im November lief außerdem die ARD-Komödie "Schwarzbrot in Thailand" mit Gruber in einer Hauptrolle.

Ein Star sei sie eigentlich nicht, sagte Gruber einmal in einem Interview der "Superillu". "Ich bin Schauspielerin, das reicht mir eigentlich." Sie sei nicht so sehr "abendkleidkompatibel". Ihr fehle das "Übereitle", sie wolle sich nicht nur um des Zeigenwillens präsentieren. "Der Preis dafür ist, dass ich für viele eben immer die Mutti mit Kittelschürze in den Rollen bin."

Neben ihren Fernsehrollen war Gruber auch auf Theaterbühnen zu sehen: So spielte sie etwa an der Berliner Volksbühne oder am Dresdner Staatsschauspiel. Ihre Ausbildung machte sie an der Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin. Ein erstes festes Engagement erhielt sie vom späteren legendären Volksbühnen-Intendanten Frank Castorf, damals noch am Theater Anklam.

irb/dpa

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