Leben und Lernen

Gerichtsurteil

Nonnen-Anwärterin muss Kloster verlassen

Sie lebt allein in einem maroden Kloster, weil sie Nonne werden will. Ein Richter entschied nun: Claudia Schwarz muss ausziehen.

DPA

Claudia Schwarz

Dienstag, 13.03.2018   12:49 Uhr

Claudia Schwarz wohnt seit mehr als zwei Jahren in einem bayerischen Kloster, weil sie Nonne werden will. Der Vatikan hatte jedoch die Auflösung des Klosters beschlossen, weil zu wenige Nonnen dort lebten. Für die Kirche ist Schwarz deshalb eine Hausbesetzerin. Die Erzdiözese München und Freising hatte die 39-Jährige mehrfach aufgefordert auszuziehen. Dagegen klagte die ehemalige Anwältin.

Das zuständige Landgericht München II hat ihre Klage nun abgewiesen. Das Erzbistum kann nach dem Urteil ein Zwangsgeld von bis zu 250.000 Euro oder Ersatzhaft beantragen, um die 39-Jährige zum Ausziehen zu zwingen. Laut Einschätzung des Erzbistums ist das Gebäude völlig marode. Einen zweistelligen Millionenbetrag müsse man für den Erhalt investieren, sagte eine Sprecherin.

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Schwarz kündigte an, in Berufung zu gehen. Sie wolle weiterhin in dem aufgelösten Kloster Altomünster des Birgittenordens Nonne werden, teilte sie mit. Schwarz betonte stets, dass sie das Kloster nicht besetzt habe. Sie sei in Übereinstimmung mit dem Orden dorthin gekommen, um Novizin zu werden. Alle anderen Ordensmitglieder sind bereits ausgezogen. Mehr über die Geschichte erfahren Sie hier:

Im Frühjahr 2017 einigten sich die Parteien auf einen Kompromiss: Schwarz darf so lange im Kloster wohnen bleiben, bis der Vatikan endgültig entschieden hat, was aus dem Orden wird. Doch das Gericht kam nun zu dem Schluss, dass auch die Vorentscheidung aus Rom ausreiche. Schwarz müsse ausziehen.

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Foto: SPIEGEL TV

koe/dpa

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