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Hessen

Student nach Satire-Wahlkampf verurteilt

Der Student Henricus Pillardy, 23, wetteiferte in einem Satire-Wahlkampf um ein Bürgermeisteramt in Hessen. Nun muss er eine Geldstrafe zahlen. Wegen Wählertäuschung.

DPA

Henricus Pillardy am Amtsgericht Korbach (Archiv)

Freitag, 13.04.2018   11:49 Uhr

Das Landgericht Kassel hat einen Studenten aus Nordhessen wegen Wählertäuschung verurteilt. Als der 23-jährige Henricus Pillardy vor zwei Jahren um das Amt des Bürgermeisters in der Kleinstadt Volkmarsen ums Bürgermeisteramt kandidierte, habe er acht Bürger nicht über seine wahren Absichten informiert, befand das Gericht am Donnerstag.

Damit ist ein früherer Freispruch des Amtsgerichts Korbach aufgehoben. Die Strafe fiel dennoch eher mild aus: Pillardy muss 500 Euro zahlen. Der Philosophiestudent akzeptierte die Strafe: "Ich glaube, das ist fair", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Damit geht ein skurriles Verfahren zu Ende, das an einen ebenso skurrilen Wahlkampf anschloss: Pillardy trat 2016 als Bürgermeisterkandidat gegen den etablierten Amtsinhaber an, nicht weil er den Job wirklich wollte, sondern um "die Politik in der Provinz zu karikieren", wie er damals sagte.

Doch die Art, wie er Unterschriften für seine Kandidatur sammelte, hatte ein Nachspiel: Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft täuschte er Einwohner mit "Methode und Vorsatz", indem er vorgab, Stimmen für den Erhalt eines Jugendraums und eines Schwimmbads zu sammeln. In mindestens acht Fällen waren die Bürger nicht darüber informiert, dass Pillardy die Unterschriften brauchte, um für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, urteilte das Landgericht Kassel.

Bei der Wahl erhielt Pillardy 4,7 Prozent der Stimmen.

lov/dpa

insgesamt 25 Beiträge
sammilch 13.04.2018
1. Kommentar
Die Leute haben unterschrieben, auf den UU Listen steht immer wofür. Scheinbar hatte es keiner gelesen.
Die Leute haben unterschrieben, auf den UU Listen steht immer wofür. Scheinbar hatte es keiner gelesen.
Wagnerf 13.04.2018
2. Artikel gelesen?
Scheinbar haben Sie den Artikel nicht gelesen: "Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft täuschte er Einwohner mit "Methode und Vorsatz", indem er vorgab, Stimmen für den Erhalt eines Jugendraums und eines [...]
Zitat von sammilchDie Leute haben unterschrieben, auf den UU Listen steht immer wofür. Scheinbar hatte es keiner gelesen.
Scheinbar haben Sie den Artikel nicht gelesen: "Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft täuschte er Einwohner mit "Methode und Vorsatz", indem er vorgab, Stimmen für den Erhalt eines Jugendraums und eines Schwimmbads zu sammeln. In mindestens acht Fällen waren die Bürger nicht darüber informiert, dass Pillardy die Unterschriften brauchte, um für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, urteilte das Landgericht Kassel."
real-pessimist 13.04.2018
3. so was aber auch
hat er doch ganze 8 Wähler getäuscht. So was macht man auch nicht. Mutti Merkel (mit mir wird es keine Maut geben), die Tante SPD (wir werden nicht in eine neue GroKo) und der ganze Rest der Politik würden nie so dumm sein, nur [...]
hat er doch ganze 8 Wähler getäuscht. So was macht man auch nicht. Mutti Merkel (mit mir wird es keine Maut geben), die Tante SPD (wir werden nicht in eine neue GroKo) und der ganze Rest der Politik würden nie so dumm sein, nur 8 zu belügen, wo man doch 80 Millionen veräppeln kann. Da lag sein großer Fehler. Datum muss er auch 500.-€ zahlen und bekommt keine großzügige Pension. Echt dumm gemacht.
ellereller 13.04.2018
4. scheinbar und anscheinend
Genau. Scheinbar hat es keiner gelesen, aber anscheinend haben es nur acht Leute nicht gelesen.
Zitat von sammilchDie Leute haben unterschrieben, auf den UU Listen steht immer wofür. Scheinbar hatte es keiner gelesen.
Genau. Scheinbar hat es keiner gelesen, aber anscheinend haben es nur acht Leute nicht gelesen.
Sensør 13.04.2018
5. Und was müssen die großen Parteien wegen ihrer Wählertäuschung zahlen?
Wir haben z.B. diverse Politiker, die nur Autos verkaufen wollen, und das hatten mehr als acht Bürger nicht richtig verstanden ....
Wir haben z.B. diverse Politiker, die nur Autos verkaufen wollen, und das hatten mehr als acht Bürger nicht richtig verstanden ....
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