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G7-Smartphones im Test

Das kann Motorolas neue Mittelklasse

Mit neuen Smartphones der G7-Serie will es Motorola vielen recht machen. Alle vier Modelle haben eigene Vorzüge und Schwächen. Eine Stärke eint alle: ihr Preis.

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Samstag, 16.02.2019   09:40 Uhr

Mit der Moto-G7-Serie spricht Motorola all jene Smartphone-Nutzer an, denen weniger an Status und Highend-Gimmicks gelegen ist als daran, dass der Preis in ihr Budget passt. Das günstigste Modell der Reihe kostet gerade einmal 150 Euro, das teuerste 300 Euro. Für den Preis eines Oberklasse-Smartphones könnte man hier gleich alle vier Geräte der Serie mitnehmen: das Moto G7, G7 Play, G7 Plus und G7 Power.

Diese Features haben sie alle

Der maximal 64 GB große Speicher kann bei allen G7-Modellen per Speicherkarte um bis zu 512 GB erweitert werden. Ebenso sind alle Dual-Sim-fähig, können also mit zwei Sim-Karten gleichzeitig betrieben werden. Auch eine analoge Kopfhörerbuchse findet man an allen vieren. Weil die Kabel auch als Antennen taugen, kann man mit den Moto G7 zudem Radio hören. Und sie haben alle Fingerabdrucksensoren, eine einfache Gesichtserkennung sowie USB-C-Ladebuchsen.

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Motorola Moto-G7-Smartphones

Die wichtigste Gemeinsamkeit ist allerdings, dass Motorola seine neuen Mittelklasse-Smartphones mit Android 9 Pie ausliefert. Anders als viele andere Hersteller belässt Motorola Googles Betriebssystem auch vollkommen unverändert. So können beispielsweise Googles regelmäßige Sicherheitsupdates schnell an die Kunden weitergereicht werden. Zudem verspricht Motorola, die Geräte mindestens zwei Jahre lang per Update auf dem neuesten Stand zu halten. Man wird darauf also auch die nächsten Android-Versionen nutzen können, was nicht bei allen Herstellern üblich ist.

Darauf muss man verzichten

Keines der neuen Motorola-Smartphones hat eine Dreifachkamera, wie sie gerade bei Highend-Modellen üblich ist. Auch auf echte Wasserdichtigkeit muss man verzichten. Das Moto G7 und das G7 Plus sind durch eine Nanobeschichtung immerhin vor Spritzwasser geschützt, G7 Play und G7 Power haben nicht einmal das.

Auch bei der WLAN-Anbindung gibt es signifikante Unterschiede: Nur das G7 Plus beherrscht den Gigabit-WLAN-Standard 802.11ac, das G7 immerhin noch 802.11a. Bei G7 Play und G7 Power hingegen muss man sich mit den alten Standards 802.11b/g/n begnügen. Im Test machte sich das bemerkbar, weil Downloads, etwa von Spiele-Apps, erheblich länger dauerten als etwa beim G7 Plus.

Moto G7 Play

Mit 5,7 Zoll ist das G7 Play das kleinste und mit einem Preis von 150 Euro auch das günstigste der neuen Motorola-Smartphones. Billig wirkt es trotzdem nicht und liegt wegen seiner geringen Größe gut in der Hand. Alle Alltagsaufgaben, wie E-Mail, Chat und ein bisschen Surfen erledigt es lässig. Bei aufwendigen Spielen muss man allerdings Abstriche bei der Qualität der Grafik machen.

Die 13-Megapixel-Kamera macht ausreichend gute Schnappschüsse, neigt in hellen Bildbereichen aber zu Überstrahlungen. Mangels zweiter Linse werden Porträt-Effekte per Software berechnet, was zu eher mittelmäßigen Ergebnissen führt.

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Moto G7 Power

Bemerkenswert ist, dass Motorola das deutlich größere Moto G7 Power auf derselben Basis baut wie das G7 Play. Der Prozessor ist derselbe und auch der Bildschirm zeigt, wenn auch mit 6,2 Zoll deutlich größer, dieselbe Auflösung von 1512 x 720 Pixeln an. Allerdings sind der Arbeitsspeicher mit 4 GB und der Massenspeicher mit 64 GB doppelt so groß. Spiele wirken auf dem großen Display trotzdem pixelig, auch die Qualität der Kamera ist nur wenig besser.

Einen gewaltigen Unterschied macht allerdings der riesige Akku aus. Während sich das Moto G7 Play im Akkutest von Geekbench nach sechs Stunden und 38 Minuten mit leerem Akku abschaltete, hielt das G7 Power satte 13 Stunden und 11 Minuten durch, was ein sehr guter Wert ist. Beide Geräte liefen dabei mit halber Bildschirmhelligkeit und fast durchgängig 100 Prozent Prozessorbelastung. Wer vor allem ein ausdauerndes Smartphone sucht, mit dem man auch mal ohne Netzteil ins Wochenende gehen kann, ist hier richtig und muss mit 210 Euro auch nicht besonders viel ausgeben.

Moto G7

Das Moto G7 kommt im Geekbench-Test auf eine deutlich geringere Akkulaufzeit von sieben Stunden und 20 Minuten. Genug für einen Tag, viel mehr aber auch nicht. Dafür bietet es für nur 40 Euro Aufpreis gegenüber dem G7 Power, also 250 Euro, ein paar substanzielle Upgrades. Vor allem der 6,2-Zoll-Bildschirm ist mit 2270 x 1080 Pixeln erheblich feiner. Das merkt man vor allem bei Spielen und wenn man Filme und Fotos damit anschaut.

Deutlich mehr bietet hier auch die Kamera mit Tiefensensor, die schönere Porträtfotos knipsen und Videos in 4K-Auflösung aufzeichnen kann. Wer das ausnutzt, wird die eingebauten 64 GB Speicher aber per Speicherkarte erweitern wollen.

Moto G7 Plus

Selbst das Topmodell von Motorolas Mittelklasse ist mit einem Preis von 300 Euro noch günstig. Im Gegensatz zum G7 hat es eine verbesserte Kamera mit 16 Megapixeln und einen 5-Megapixel-Tiefensensor. Die Bildqualität ist hier schon ziemlich gut.

Als einziges G7-Modell verfügt es zudem über einen schnelleren Prozessor, was sich beim Multitasking und in aufwendigen Spielen bemerkbar macht. Ihm liegt zudem ein starkes 27-Watt-Netzteil bei, das den Akku besonders schnell auflädt. 15 Minuten an der Steckdose reichen damit für ungefähr zwölf Stunden Laufzeit.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Günstige Preise

Aktuelles Android-System

Update-Versprechen für zwei Jahre

Speicher erweiterbar

Sehr gute Akkulaufzeit (nur G7 Power)

Gute Kamera (G7 Plus)

Mäßige Ausdauer (G7 Play)

Schwaches Netzteil (G7 Play)

Bei der Moto-G7-Serie von Motorola wird fündig, wer keinen Wert auf die neuesten Features legt. Highend-Funktionen und Oberklassestatus bekommt man hier nicht, dafür aber ein schlankes Android-System mit dem Versprechen auf jahrelange Updates.

Das G7 Play eignet sich für Wenignutzer, die nur mal Telefonieren, eine SMS senden oder den Busfahrplan abrufen wollen. Das G7 Power ist eher etwas für Dauertelefonierer und Viel-Chatter ohne großen Anspruch an die grafischen Fähigkeiten ihres Handys. Beim Moto G7 bekommt man von all dem ein wenig mehr, im Grunde ist dieses Modell aber das langweiligste der Serie. Wer in diesem Preisbereich sucht, sollte lieber 50 Euro drauflegen und für 300 Euro das G7 Plus wählen, das in fast jeder Hinsicht mehr bietet als die anderen drei G7-Smartphones.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
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insgesamt 40 Beiträge
toll_er 16.02.2019
1. großes Plus
..außerdem verspricht Motorola, die Geräte mindestens zwei Jahre lang per Update auf dem neuesten Stand zu halten .... äh... ist das jetzt lustig oder was? 2 Jahre??? Ist das für Android-Nutzer schon eine große [...]
..außerdem verspricht Motorola, die Geräte mindestens zwei Jahre lang per Update auf dem neuesten Stand zu halten .... äh... ist das jetzt lustig oder was? 2 Jahre??? Ist das für Android-Nutzer schon eine große Besonderheit? Sorry, aber ich kenne da einen anderern Hersteller, ja, der ist recht teuer, aber dessen Nutzer lachen über 2 Jahre-Versprechen... ich zum Beispiel...
schmidtchen123 16.02.2019
2. @toll_er
Ob dieses Schulhof Quartett Gehabe hier auch noch irgendwann mal aufhört? Ich und viele andere wohl auch kaufen Android, um Freiheiten bei der Bedienung/Handling sowie gute Geräte zu vernünftigen Preisen zu haben. Dafür nimmt [...]
Ob dieses Schulhof Quartett Gehabe hier auch noch irgendwann mal aufhört? Ich und viele andere wohl auch kaufen Android, um Freiheiten bei der Bedienung/Handling sowie gute Geräte zu vernünftigen Preisen zu haben. Dafür nimmt man dann halt auch in Kauf keine 5 Jahre Updates zu bekommen. Als wenn alles an diesen Updates hinge. Ich kenne niemanden dessen Konto geplündert wäre oder E-Mail Account gehackt. Im Gegenteil, bei Apple wird das Konto doch auch geplündert, nur von Apple halt lach...
dagegengewicht 16.02.2019
3. @toll_er : sieh es mal so ...
mit dem moto hast du in acht jahren weniger ausgegeben als bei apple. ich bezweifle ja, dass du in acht jahren noch updates für dein phone bekommst - wenn es überhaupt so lange hält ...
mit dem moto hast du in acht jahren weniger ausgegeben als bei apple. ich bezweifle ja, dass du in acht jahren noch updates für dein phone bekommst - wenn es überhaupt so lange hält ...
polarline 16.02.2019
4. Apple macht nicht viel besser
@toll_er Mein IPAD - ca. 4 -5 Jahre alt bekommt auch schon seit mindestens 2 Jahren keinerlei Updates mehr. Sehr viel besser als bei Android-Anbieter ist das auch nicht.
@toll_er Mein IPAD - ca. 4 -5 Jahre alt bekommt auch schon seit mindestens 2 Jahren keinerlei Updates mehr. Sehr viel besser als bei Android-Anbieter ist das auch nicht.
wetzer123 16.02.2019
5. Schnelle Updates???
Ich bin ja durchaus der Meinung, dass die Moto G Serie das Vernünftigste ist was man seit Jahren am Markt kaufen kann, aber von schnellen updates kann nicht wirklich die Rede sein, aber immerhin sie kommen. Will man wirklich [...]
Ich bin ja durchaus der Meinung, dass die Moto G Serie das Vernünftigste ist was man seit Jahren am Markt kaufen kann, aber von schnellen updates kann nicht wirklich die Rede sein, aber immerhin sie kommen. Will man wirklich schnelle updates dann muss man sich möglichst schnell ein lineage installieren, wegen der recht froßen Verbeitung der Moto G Serie wäre ich optmistisch, dass es das recht bald gibt, so läuft auch ein Moto G2 (2014er) bei mir immer noch aktuell.

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