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Nixons Smartwatch The Mission

Herzlos

Die Smartwatch The Mission ist robust, kann bis zu 100 Meter tief abtauchen und informiert über Schneeverhältnisse und Surfwetter. Im Test wunderten wir uns trotzdem. Denn eine Grundfunktion fehlt.

SPIEGEL ONLINE
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Dienstag, 25.10.2016   18:35 Uhr

Die Uhr sei "die erste Smartwatch für Extremsportler", wirbt die US-Firma Nixon für ihre Smartwatch The Mission. Nun ja. Zumindest ist die Uhr extrem für eine Smartwatch. Dick, ja klobig, wie beispielsweise Casios G-Shock-Uhren ist sie, und in den Kontrastfarben Schwarz und Orange so knallig wie es Outdoor-Sportler gerne haben.

Doch unter Polycarbonat und Edelstahl arbeitet Google-Technik. Unter dem auffälligen Äußeren ist die Mission eine fast ganz normale Android-Smartwatch, vollgestopft mit Technik und Sensoren. Sie hat einen GPS-Empfänger, ein Thermometer, Höhenmesser und Barometer, einen Kompass, ein Gyroskop, einen Beschleunigungsmesser und Feuchtigkeitssensoren. Nur eines hat sie nicht, was bei Smartwatches eigentlich Standard ist: einen Pulsmesser.

Dafür kann man mir ihr richtig tief abtauchen. Bis zu einer Wassertiefe von 100 Metern soll sie dichthalten. Ein Ersatz für eine richtige Taucheruhr ist sie deshalb nicht, aber beim Schnorcheln muss man wohl keine Angst um sie haben.

Texte nur in der Mitte lesen

Der Hersteller hat allerdings versucht, sie auf Surfer und Skisportler zuzuschneiden. Eine kostenlose App kann Wetterdaten zu berühmten Surfspots und Skigebieten auf die Uhr senden. Das ist ein nettes Gimmick, aber nichts, was man mit Drittanbieter-Apps nicht auch schaffen könnte.

Die Auflösung des runden Displays wird mit 400 x 400 Pixeln angegeben und kann recht hell strahlen. Es teilt sich mit anderen runden Displays das Problem, dass es Texte, die in den oberen Quadranten erscheinen, abschneidet. Richtig lesen kann man nur in der Mitte. Durch die erhabene Lünette ist es zudem schwierig, Bereiche am Rand des Touchscreens zu treffen.

Ansonsten hat man es mit einer ganz normalen Android-Smartwatch zu tun. Installiert ist Android Wear 1.5, mit Android-Smartphones lassen sich Apps und Sportfunktionen am besten nutzen, für iPhones gibt es zwar eine App, doch deren Funktionsumfang ist begrenzt.

Designfragen

Wenig begrenzt ist dagegen das Farbdesign der Mission. Neben den drei Standardmodellen bietet der Hersteller auch die Möglichkeit an, sich einen eigenen Mix aus Gehäusefarbe, Lünettenfarbe und Armbandfarbe zusammenzustellen. Immer gleich bleibt dabei die Konstruktion aus Kunststoffgehäuse und -armband in Kombination mit Stahlbauteilen.

Ob man das mag, ist Geschmackssache. Nicht jedem gefallen derart klobige Sportuhren. Angenehm zu tragen ist die The Mission mit ihrem weichen Armband aber auf jeden Fall. Die Akkulaufzeit reichte im Test je nach Nutzungsintensität für einen bis eineinhalb Tage. Zum Aufladen wird ein Adapter mitgeliefert, auf dem die Uhr schräg zu liegen kommt. Da das Display dabei nicht gedreht wird, ist das eine eher ungünstige Position, da man zum Ablesen der Uhrzeit den Kopf schräg halten muss.

Fazit

Abgesehen von ihrem robusten Look und der hohen Widerstandsfähigkeit gegen Wasser bietet die The Mission nichts, was andere Smartwatches nicht auch hätten. Vielmehr fehlt ihr sogar eine Grundfunktion, die zu jeder Smartwatch gehören sollte, vor allem wenn sie sportliche Nutzer ansprechen soll: der Pulsmesser. Ohne den ist sie letztlich nur ein besserer Schrittzähler - und mit Preisen ab 429 Euro sehr teuer. Eine Moto 360 von Motorola bekommt man schon für die Hälfte. Mit Pulsmesser.

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insgesamt 27 Beiträge
michi_meissner 25.10.2016
1. Warum so negativ....
Ich verstehe dienegative Tendenz dieses Artikels nicht. Ich habe die Mission seit Samstag und bin sehr zufrieden....ja, es ist eine Android Watch...warum nicht? Leider ist für diesen Artikel die häßliche Version in Orange [...]
Ich verstehe dienegative Tendenz dieses Artikels nicht. Ich habe die Mission seit Samstag und bin sehr zufrieden....ja, es ist eine Android Watch...warum nicht? Leider ist für diesen Artikel die häßliche Version in Orange abgebildet und nicht das schöne Modell in schwarz: http://www.uhrzeit.org/uhren/Nixon/Mission-smartwatches/Mission-All-Black-Smartwatch-A1167-001.php Der Prozessor ist echt schnell und das Gehäuse aus hochwertigem Polykarbonat. Im Gegensatz zum Autor des Artikels finde ich die Uhr richtig toll....
jasmin.deneke87 25.10.2016
2. Wow...
...eine Uhr, die bis 10atm wasserdicht ist. Damit schließt sie auf zu so berühmten Uhren wie der 20-Euro-Kaufhausuhr. Liebe Leute, es ist ja ganz toll, dass diese Uhr in der Wüste Pizza über WLAN bestellen kann und die [...]
...eine Uhr, die bis 10atm wasserdicht ist. Damit schließt sie auf zu so berühmten Uhren wie der 20-Euro-Kaufhausuhr. Liebe Leute, es ist ja ganz toll, dass diese Uhr in der Wüste Pizza über WLAN bestellen kann und die Tropffrequenz des Wasserhahns aus 5.000 km Entfernung berechnet, sogar auf drei Stellen hinter'm Komma. Aber glaubt mir, meine G-Shock ist nicht nur billiger als diese, sondern für mich die Messlatte, was Robustheit angeht. In diesem Leben bekommt man die nicht kaputt. Und für all die tollen Sachen, die über das korrekte Anzeigen der Uhrzeit hinaus gehen, möchte ich dann doch lieber Geräte nutzen, mit denen das Sinn macht.
zahadum 25.10.2016
3.
habe mir die Uhr bestellt, genau aus dem Grund weil sie 10ATM Wasserdicht ist. Bin Wassersportler und kommt es eben darauf an. die ganzen anderen Modelle (außer die neue Casio) taugen in dem Bereich einfach nichts. Und sorry, [...]
habe mir die Uhr bestellt, genau aus dem Grund weil sie 10ATM Wasserdicht ist. Bin Wassersportler und kommt es eben darauf an. die ganzen anderen Modelle (außer die neue Casio) taugen in dem Bereich einfach nichts. Und sorry, aber wer Herzprobleme hat und nen Pulsmesser braucht der hat auf dem Wasser nichts zu suchen. Ne Apple Watch ist nen nutzloses iphone am Handgelenkt. andere Smart Watches sind für Läufer etc. oder für Leute die auf Design wert legen. Die Mission ist fürs Wasser und Outdoor gemacht und wir meine GShock ablösen.
bmonitor 25.10.2016
4. Keinen Herzfrequenzsensor, 1 Tag Batterielaufzeit
Noch ne Uhr für Extremsportler, die keinen Sport machen.
Noch ne Uhr für Extremsportler, die keinen Sport machen.
korkdude 25.10.2016
5. Vivoactive
Warum berichtet hier keiner über die Garmin Vivoactive oder ihre Schwester Vivoactive HR ? Erstere habe ich seit nunmehr drei Monaten im Einsatz. 1 Woche Batterie Leben, schwimmt, kann vermutlich auch Skifahren (mangels Schnee [...]
Warum berichtet hier keiner über die Garmin Vivoactive oder ihre Schwester Vivoactive HR ? Erstere habe ich seit nunmehr drei Monaten im Einsatz. 1 Woche Batterie Leben, schwimmt, kann vermutlich auch Skifahren (mangels Schnee fehlt die Erfahrung). Bei intensivem GPS Einsatz immer noch zwei Tage Haltbarkeit. Mit Armbändern kann man sie auch 'personalisieren'. Ach -übrigens- durch ein passive display kann man jederzeit auch die Uhrzeit ablesen.

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