Netzwelt

Berichte über Videoflatrate

Watchever wird wohl abgeschaltet

Drei Jahre nach dem Start in Deutschland wird Watchever offenbar wieder eingestellt. Das zum Vivendi-Konzern gehörende Streaming-Angebot konnte sich nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Watchever

Freitag, 22.07.2016   12:53 Uhr

Der französische Medienkonzern Vivendi schließt seinen deutschen Online-Videoanbieter Watchever zum Ende des Jahres. Ein entsprechender Bericht der französischen Wirtschaftszeitung "Les Échos" wurde der Nachrichtenagentur dpa am Freitag aus informierten Kreisen bestätigt. Betroffen seien etwas weniger als 20 Mitarbeiter in Berlin, die Sozialpartner seien bereits informiert. Der Mutterkonzern wollte die Angaben nicht kommentieren.

Vivendi hatte Watchever 2013 gegründet. Es ist ein Streaming-Flatratedienst wie auch die rivalisierenden Angebote Netflix und Maxdome, bei dem Videoinhalte gegen eine monatliche Abo-Gebühr direkt aus dem Netz abgespielt werden können.

Es heißt nun, dass die Technologie von Watchever für andere Angebote genutzt werden solle. Watchever konnte in Deutschland laut Branchenexperten nur geringe Marktanteile erobern. Zu den starken Rivalen gehört auch der Onlinehändler Amazon, bei dem ein vergleichbares Videostreaming-Angebot in den Abo-Dienst Prime integriert ist.

Vivendi hatte im April eine Allianz mit dem italienischen Mediaset-Konzern von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi angekündigt, um eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten zu schaffen. In französischen Medien war von einem "europäischen Netflix" die Rede.

mak/dpa

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