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"PUBG"-Computerspiel-Turnier in Berlin

Zwei Millionen für die Gewinner, wertvolle Extras für die Fans

In Berlin findet ein großes E-Sport-Turnier statt. Für die Profi-Spieler geht es beim "PUBG Invitational" um zwei Millionen Dollar Preisgeld - doch auch für manche Zuschauer ist das Event lukrativ.

Steve Bülow
Von
Freitag, 27.07.2018   20:24 Uhr

Eine Spielfigur liegt in einem Busch, zwei andere Figuren laufen an ihr vorbei. Das ist die Chance, aus der Deckung heraus gleich zwei Treffer zu landen - das Publikum johlt. Solche Spielszenen zählen zu den aufregenderen beim "PUBG Invitational", einem E-Sport-Turnier, das bis Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin stattfindet - dort, wo sonst Helene Fischer und Justin Timberlake auf der Bühne stehen.

"PUBG", kurz für "Playerunknown's Battlegrounds", ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem es darum geht, als letzter Spieler auf einem kleiner werdenden Spielfeld zu überleben (wie genau das Spiel funktioniert, erklären wir hier).

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E-Sport-Titel: So funktioniert "PUBG"

"PUBG" wird normalerweise online gespielt, bis zu 100 Spieler pro Partie duellieren sich von irgendwo auf der Welt aus über den PC, die Xbox One oder das Smartphone. Beim "PUBG Invitational" ist das anders, hier sitzen 80 der besten "PUBG"-Spieler in der Arena direkt nebeneinander.

Sie verteilen sich auf 20 Viererteams, sie alle lockt ein Preisgeld von insgesamt zwei Millionen Dollar nach Berlin - und die Aussicht auf Ruhm, wenn einem die Zuschauer in der Arena und im Livestream bei Gewinnen zujubeln.

Nur für das Erlebnis da

Das "Invitational" ist das erste "PUBG"-Turnier dieser Größenordnung in Deutschland und zumindest ein Gradmesser dafür, wie es um die E-Sport-Begeisterung hierzulande bestellt ist.

"Ich habe schon über 200 Stunden in 'PUBG' gesteckt und bin trotzdem vor allem hier, weil ich die Entwicklung von E-Sport spannend finde", sagt Steve. Der 23-Jährige hat schon am ersten Tag des Events viele andere Menschen getroffen, die selbst nicht "PUBG" spielen, sich aber für das Spektakel interessieren. "Für die ist das wie Fußball, den muss man auch nicht selbst spielen."

Doch eines hat Steve überrascht: Ein Großteil der Besucher in Deutschland sind Chinesen. "Ich wurde von einer chinesischen Reporterin zu dem Turnier befragt. Die war geradezu geschockt, dass es so ein Event zu 'PUBG' in Deutschland bisher nicht gegeben hat", erzählt er. In China sei es viel alltäglicher, dass man ins Stadion geht, um sich ein E-Sport-Spiel anzuschauen.

Pyroeinlagen in halbleerer Halle

Zu sehen gibt es beim "PUBG Invitational" auch jenseits der Partien einiges, die Showeröffnung kommt professionell daher: Menschen seilen sich von der Decke ab und stellen auf der Bühne Kämpfe nach. Pyroeinlagen knallen durch die Halle - die jedoch halbleer ist.

Vielleicht liegt das daran, dass es an einem Mittwoch losgeht, vielleicht wird es bei den Wettbewerben am Wochenende voller. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich in Deutschland noch zu wenig Menschen für "PUBG" als E-Sport interessieren.

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E-Sport-Turnier: "PUBG" live in Berlin

"Ich habe mir direkt Karten für das Finale am Sonntag gesichert", erzählt Martin. Der 29-jährige hat schon mehr als 700 Stunden mit "PUBG" verbracht und wird am Sonntag Freunde treffen, die aus Köln angereist kommen. Auch er interessiert sich für E-Sport, findet aber, dass "PUBG" für Zuschauer nicht das spannendste Spiel ist. "Du hast da 20 Teams mit jeweils vier Spielern, die den größten Teil der Zeit damit verbringen, sich in Häusern zu verschanzen", hat er beobachtet.

Ein Match würde eigentlich erst in den letzten zehn Minuten spannend - dann nämlich, wenn das Spielfeld so klein geworden ist, dass die Spieler sich nicht mehr aus dem Weg gehen können. Interessanterweise sagt sogar Brendan Greene, Erfinder des Spiels, in einem Interview, dass "PUBG" eigentlich noch nicht bereit für den E-Sport sei.

Sie gehen rein und wieder raus und wieder rein

Martin hat gleich für jeden der vier Tage des "Invitational" ein Ticket gekauft. "Eigentlich haben die jeweils 29 Euro gekostet, doch ich habe sie für 15 Euro bekommen", erzählt er. Tatsächlich wurden die Tickets durch Rabattaktionen bereits nach kurzer Zeit günstiger angeboten - ein Hinweis darauf, dass das Interesse der Fans geringer war als erwartet. Auch Martin sagt: "Der Anreiz für mich war weniger das Turnier, sondern die Möglichkeit, Geld zu verdienen."

Praktisch läuft das so: Jeder Besucher bekommt beim Einlass in die Halle drei Codes in die Hand gedrückt, zwei davon schalten in "PUBG" virtuelle Kapuzenpullover mit Motiven der Teams frei, die im Turnier antreten. Diese können sonst im Spiel für zehn Euro erworben werden, der Erlös geht an das jeweilige Team.

Der für Martin wichtige Code ist aber der, der einen besonderen Skin bringt: Besucher des "Invitational" erhalten an jedem der vier Turnier-Tage einen Teil eines Skin-Sets, also einer Sammlung digitaler Kostüme, die im Spiel getragen werden können. Diese "Wasteland Collection" ist exklusiv für die Besucher und wird bereits auf der Ticket-Seite des Events beworben.

"Es gibt sehr viele Spieler, vor allem aus China, die diese Skins unbedingt haben wollen", sagt Martin. Also verkauft er die Codes kurzum direkt wieder auf Ebay - und macht damit um die 150 Euro pro Code. "Ich kenne Leute, die haben sich viele Tickets gekauft. Die gehen rein und wieder raus und wieder rein, nur um möglichst viele Codes zu bekommen und dann Geld zu verdienen", erzählt er und mutmaßt, dass auch das für den Veranstalter ein Weg sein könne, Tickets zu verkaufen.

Die "PUBG"-Matches in Arena fand Martin zumindest am ersten Tag eher langweilig. "Nach gut zwei Stunden bin ich wieder gegangen, es war auch einfach zu stickig in der Halle." Auch Momente wie der Trick mit dem Busch konnten ihn nicht richtig begeistern. "Wenn etwas Spannendes passierte, wechselte die Kamera wieder", sagt er. "Es sind einfach zu viele Spieler auf dem Spielfeld".

Sollte das Turnier nächstes Jahr noch einmal stattfinden, werde er nicht wieder hingehen, sagt Martin - es sei denn natürlich, es gibt wieder die Möglichkeit, Geld mit Codes zu verdienen.

insgesamt 4 Beiträge
Bürger Icks 27.07.2018
1. Eigentlich noch nicht bereit für E-Sports
Eigentlich? Auf gar keinen Fall. Wie soll denn da ein ehrliches Ergebniss zu Stande kommen bei all den Bugs und Glitches, die den Rest des sogenannten Spiels zusammenhalten. Wie geil ist das, du spielst um Millionenbeträge, [...]
Eigentlich? Auf gar keinen Fall. Wie soll denn da ein ehrliches Ergebniss zu Stande kommen bei all den Bugs und Glitches, die den Rest des sogenannten Spiels zusammenhalten. Wie geil ist das, du spielst um Millionenbeträge, fährst in einem Fahrzeug und plötzlich versinkst du im Boden der Spielwelt, oder die Karre "stolpert" und expplodiert dann einfach. Nur zwei Beispiele für typische PUBG Bugs und Glitches. Sowas kann man machen wenn man sicher ist das Server und Spiele witklich 1000%ig funtionieren, aber doch nicht mit Spielen wie PUBG. So ein Unfug. Man schaue sich alleine nur mal die Steam-Bewertungen an, grauenhaft!
Shoxus 28.07.2018
2. Achje
ich bin seit der Anfangsphase dabei und hab über 1000 Stunden in dem Spiel. Der Spiegel hyped dieses Game, als wäre es weiter im Aufschwung. Tatsache ist, das das Game im Sterben liegt. Spätestens mit COD und BF und ihren [...]
ich bin seit der Anfangsphase dabei und hab über 1000 Stunden in dem Spiel. Der Spiegel hyped dieses Game, als wäre es weiter im Aufschwung. Tatsache ist, das das Game im Sterben liegt. Spätestens mit COD und BF und ihren BR-Modi wirds wohl endgültig in der Versenkung verschwinden, sofern die beiden Studios es richtig hinbekommen. Ich liebe diese Spiel aber die Entwickler sind die letzten Voll... Cheats, die schon seit Monaten bekannt sind, gibt es immer noch...der Desync ist immer noch so schlimm wie am Anfang, obwohl sie einem letzten erklären wollten, sie hätten es verbessert. Also mal eiskalt gelogen usw. Das dieses Spiel die nächsten Jahre überlebt, wage ich zu bezweifeln. Leider. Es gibt soooo viele kleine Probleme, die einem einfach den Spielspaß verderben, das es halt einfach nicht lustig ist. Das reicht von Gegner, die hinter einem angelaufen kommen und man die Schritte nicht hört, aber sein eigenen Teamkameraden über 2 Häuserblocks in der Ecke rumkriechen hört. Eine Schadensberechnung die mehr aus RNG als aus können besteht...wo man einfach mit dein Headshot den Gegner hätte töten müssen, der aber nur 40% abgezogen bekommt usw. Wie gesagt, alles Fehler die es seit Beginn gibt. Klar, wenn man das Spiel nicht so ernst nimmt, machts Spaß. Aber halt auch nur, weil es keine passende Alternative gibt. Sobald ein Studio es schafft (und da liegt meine Hoffnung auf COD und BF) das Feeling von PUBG mit anständiger Technik zu verbinden, werden die meisten weiterziehen. Zumal die Spielerzahlen ja schon massiv eingebrochen sind.
schnitzel_für_alle 28.07.2018
3. So schlecht ist es nun auch wieder nicht
Ich habe mir einige Matches online angesehen und fand es schon unterhaltsam. Wenn man natürlcih wenig Bezug dazu hat, auch was die Teams angeht, wird es immer schwer mit der Begeisterung. Wenn ich zu den Handball Profis gehe, ist [...]
Ich habe mir einige Matches online angesehen und fand es schon unterhaltsam. Wenn man natürlcih wenig Bezug dazu hat, auch was die Teams angeht, wird es immer schwer mit der Begeisterung. Wenn ich zu den Handball Profis gehe, ist es auch nicht sofort spannend, nur weil ich n bissel Handball spiele... Auch war die Arena gut aufgebaut, wenn auch zu groß, für die doch nicht all zu vielen Zuschauer. Online haben aber an die 500.000 zugeschaut, die Millionen Asiaten mal nicht dazu gerechnet. Die Frage ist halt eher, warum an sowas im Internet-Fail-State Deutschland macht, die sollten das lieber nach Asien verlegen (auch wenn das Schade für uns europäer wäre). Das mit den Codes/Items, naja, wers braucht. Das Spiel an sich hat natürlich seine Macken, gerade was die Performence angeht, was man dann leider auch im Stream sehen konnte. Ich würde mir das auch weiterhin immer mal wieder ansehen, Dota 2 bleibt für mich dennoch das bessere E-Sport Spiel, See you in Hamburg ESL ONE ;-)
AdK 29.07.2018
4.
Es gibt e Sport würdige Titel die seit Jahren erfolgreich vermarktet werden. PUGB gehört nicht dazu und wurde einfach kurzzeitig Gehyped aber wird wieder absterben und Platz für ernsthafte Projekte machen.
Es gibt e Sport würdige Titel die seit Jahren erfolgreich vermarktet werden. PUGB gehört nicht dazu und wurde einfach kurzzeitig Gehyped aber wird wieder absterben und Platz für ernsthafte Projekte machen.

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