Netzwelt

Nach Protestaktion

Google-Chef verspricht Maßnahmen gegen sexuelle Übergriffe

Am Donnerstag haben zahlreiche Google-Mitarbeiter in aller Welt gegen sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz protestiert. Ihr Chef reagierte prompt.

AFP

Sundar Pichai

Freitag, 02.11.2018   10:38 Uhr

Nach weltweiten Protesten von Mitarbeitern gegen sexuelle Übergriffe in dem Unternehmen hat Google-Chef Sundar Pichai weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt. "Es werden konkrete Schritte folgen", sagte Pichai am Donnerstagabend laut "New York Times" ("NYT") auf einer von der US-Zeitung organisierten Konferenz.

"Es war eine schwierige Zeit", sagte der Konzernchef. Es gebe innerhalb der Firma Wut und Frustration. "Wir alle merken das. Auch ich." Google sei seinen hohen Ansprüchen "eindeutig nicht gerecht geworden". Zwar sei in den vergangenen Jahren eine "sehr harte Linie" gegenüber unangemessenem Verhalten eingeführt worden, sagte Pichai laut "NYT". Die sei aber nicht immer richtig umgesetzt worden.

Tausende Google-Mitarbeiter hatten am Donnerstag in einer Reihe von Ländern mit vorübergehenden Arbeitsniederlegungen und Versammlungen gegen sexuelle Übergriffe in dem Unternehmen protestiert. Die Organisatoren warfen der Konzernleitung vor, nicht energisch genug gegen sexuelle Übergriffe vorzugehen. Insgesamt waren an 40 Google-Standorten weltweit Protestaktionen durchgeführt worden.

Der 90-Millionen-Dollar-Vorwurf

Pichai hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Übergriffsvorwürfen entlassen worden seien. Zuvor hatte die "New York Times" mehrere mutmaßliche Fälle von sexueller Drangsalierung durch Google-Angestellte enthüllt und dem Konzern vorgeworfen, solche Vorfälle unter den Teppich zu kehren.

AP

Google-Mitarbeiter bei Protestmarsch in San Francisco

Für besonderes Aufsehen sorgte der Fall von Andy Rubin, dem Schöpfer des Smartphone-Betriebssystems Android. Er hatte Google 2014 verlassen - laut "New York Times" wegen sexuellen Fehlverhaltens. Das Blatt berichtete, dennoch habe das Unternehmen für Rubin ein Abfindungspaket im Wert von 90 Millionen Dollar geschnürt.

Rubin sprach daraufhin auf Twitter von "falschen Anschuldigungen", die Teil einer Rufmordkampagne gegen ihn seien. Außerdem betonte er, es fänden sich im Artikel der Zeitung "wilde Übertreibungen" zu seiner Abfindung.

Sundar Pichai beteuert, dass keinem Mitarbeiter, dessen Ausscheiden aus der Firma mit dem Vorwurf eines sexuellen Übergriffs zu tun hat, eine Abfindung gezahlt worden sei.

Auf der Konferenz der "NYT" betonte er zudem seine Unterstützung für die Mitarbeiter, die an den Protesten teilgenommen haben.

mak/afp

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