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Dash Buttons

Oberlandesgericht München verbietet Amazons WLAN-Bestellknöpfe

Seit 2016 bietet Amazon in Deutschland seine Dash Buttons an. Ein Münchner Gericht hat das Bestellkonzept jetzt für unzulässig erklärt. Der Konzern spricht von einem "innovationsfeindlichen" Urteil.

SPIEGEL ONLINE

Dash Buttons

Donnerstag, 10.01.2019   16:41 Uhr

Juristischer Ärger auf Knopfdruck: Das Oberlandesgericht München hat Amazon am Donnerstag verboten, Waschmittel, Kaffee und andere Waren des täglichen Bedarfs in Deutschland weiter über seine sogenannten Dash Buttons zu verkaufen. Die aufklebbaren Knöpfe, die in Deutschland 2016 auf den Markt kamen, führten zu intransparenten Bestellungen, heißt es.

Die Dash-Buttons lassen sich zum Beispiel auf die Waschmaschine oder den Kühlschrank kleben und haben jeweils ein Herstellerlogo aufgedruckt, für die Bestellung des jeweiligen Produkts genügt dann ein Knopfdruck. Was genau der Kunde bestellt, hat er beim Installieren der App entschieden. Allerdings können sich Details und Preise ändern. Amazon kann etwa ein vergleichbares Ersatzprodukt liefern.

Klare Informationen zu Inhalt, Preis und der klare Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung durch Betätigen der Buttons fehlten, befanden die Richter. Damit verstoße Amazon gegen die gesetzlichen Regelungen zum Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags im Internet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Amazon will Rechtsmittel einlegen

Von Amazon heißt es am Donnerstag auf SPIEGEL-Nachfrage: "Das heutige Urteil ist nicht nur innovationsfeindlich - es hindert Kunden auch daran, selbst eine informierte Entscheidung darüber zu treffen, ob ihnen ein Service wie der Dash Button ein bequemes Einkaufserlebnis ermöglicht." Man sei überzeugt, "dass der Dash Button und die dazugehörige App im Einklang mit der deutschen Gesetzgebung stehen" und habe vor, Rechtsmittel einzulegen.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schreibt auf ihrer Website, das Gericht habe eine Revision zum Bundesgerichtshof nicht zugelassen: "Amazon wird daher die Geräte rechtskonform ausgestalten müssen, sobald das Urteil rechtskräftig ist."

Nicht nur bei Amazon im Einsatz

Wie viele Kunden solche Bestellknöpfe überhaupt nutzen und welchen Umsatz Amazon damit macht, hat das Unternehmen bisher nicht öffentlich gemacht. Noch sind sie auf Amazons deutscher Website erhältlich.

Ähnliche WLAN-Bestellknöpfe haben auch schon die Schweizerische Post und der Handelskonzern Valora getestet. Das Kölner Institut für Handelsforschung hält Bestellknöpfe aber für eine Übergangslösung, die von Sprachsteuerung und Smarthome-Geräten abgelöst werde.

mbö/dpa

insgesamt 127 Beiträge
Nachdenker123 10.01.2019
1. Innovationsfeindlich
Ja mal wieder Vollhonks auf den Richterbänken. Es sollte jedem selber überlassen bleiben ob er sowas nutzt. Aber soviel ökonomische Freiheit und Privatautonomie geht ja nun wirklich nicht.
Ja mal wieder Vollhonks auf den Richterbänken. Es sollte jedem selber überlassen bleiben ob er sowas nutzt. Aber soviel ökonomische Freiheit und Privatautonomie geht ja nun wirklich nicht.
Hyacinth 10.01.2019
2. Das Urteil halte ich auch für zurückgewandt
Wer sich den Dash-Button zugelegt hat, weiß, was er sich ins Haus geholt hat und schätzt den Komfort, für den er sicher einen höheren Preis zu zahlen bereit ist! Da gerade bei Amazon Bestellungen auch noch binnen einiger [...]
Wer sich den Dash-Button zugelegt hat, weiß, was er sich ins Haus geholt hat und schätzt den Komfort, für den er sicher einen höheren Preis zu zahlen bereit ist! Da gerade bei Amazon Bestellungen auch noch binnen einiger Stunden storniert werden können (Mail teilt mit, was zu welchem Preis bestellt wurde), kann ich weder Verbraucherberatung noch Gericht verstehen.
dasgrosseM 10.01.2019
3. Ich werde alt ...
Braucht die Welt wirklich sowas? Bisher ist das Amazon-Angebot an mir vollkommen vorbei gegangen - Ich gehe sowieso lieber analog einkaufen und hatte ein echtes Gespräch mit einem echten Menschen und konnte ein (wahrscheinlich) [...]
Braucht die Welt wirklich sowas? Bisher ist das Amazon-Angebot an mir vollkommen vorbei gegangen - Ich gehe sowieso lieber analog einkaufen und hatte ein echtes Gespräch mit einem echten Menschen und konnte ein (wahrscheinlich) echtes Stück Käse probieren. Das würde ich mit DashButton tatsächlich vermissen ....
53er 10.01.2019
4. Wer so dumm ist
und sich diese Buttons an den Kühlschrank klebt (mit entspr. WLan-Freigabe) dessen neue Freundin heißt sicher auch Alexa. Was das mit Innovation zu tun hat ist fraglich, eher mit Fauheit und einem gewissen Mangel an Durchblick. [...]
und sich diese Buttons an den Kühlschrank klebt (mit entspr. WLan-Freigabe) dessen neue Freundin heißt sicher auch Alexa. Was das mit Innovation zu tun hat ist fraglich, eher mit Fauheit und einem gewissen Mangel an Durchblick. Wer weiß schon wie oft der Button gedrückt wurde, ruckzuck hat man zehn Pakete vom bekannten Waschmittel im Haus. Zu welchem Preis? Egal, gekauft!
Crom 10.01.2019
5.
Den DashButton nutzt man für wiederkehrende Käufe. Für die brauch man weder ein Beratungsgespräch noch eine Kostprobe.
Zitat von dasgrosseMBraucht die Welt wirklich sowas? Bisher ist das Amazon-Angebot an mir vollkommen vorbei gegangen - Ich gehe sowieso lieber analog einkaufen und hatte ein echtes Gespräch mit einem echten Menschen und konnte ein (wahrscheinlich) echtes Stück Käse probieren. Das würde ich mit DashButton tatsächlich vermissen ....
Den DashButton nutzt man für wiederkehrende Käufe. Für die brauch man weder ein Beratungsgespräch noch eine Kostprobe.

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