Netzwelt

Stromausfall auf weltgrößter Tech-Messe

Wertvollstes CES-Gadget 2018? Die Taschenlampe!

Die weltgrößte Tech-Messe CES in Las Vegas zelebriert den technischen Fortschritt. Am Mittwoch kam es in der Haupthalle jedoch zu einer peinlichen und ganz banalen Panne.

Mittwoch, 10.01.2018   22:01 Uhr

Neue Computer, Fernseher und Virtual-Reality-Brillen: Solche Technik gibt es in diesen Tagen auf der wichtigsten Unterhaltungselektronik-Messe der Welt, der CES in Las Vegas, zu sehen. Oder, präziser formuliert: gibt es dort die meiste Zeit zu sehen, wenn es nicht gerade dunkel ist, wie am späten Mittwochvormittag (Ortszeit).

Während draußen die Sonne schien, fiel in der Haupthalle des Las Vegas Convention Center der Strom aus: Nicht an allen, aber an den meisten Ständen der Central Hall wurde es plötzlich dunkel. Ein Blackout ausgerechnet im Tech-Paradies, wo bei Pressekonferenzen und in Vorträgen auch von vernetzten Häusern und Städten geschwärmt wird.

AFP

Einige Stände hatten auch nach dem Ausfall noch Licht

Der kuriose Nebeneffekt des Vorfalls: Auf der CES waren auf einmal wieder Taschenlampen das Gadget der Stunde. Ein Glück, dass mittlerweile auch viele Smartphones eine Lampenfunktion eingebaut haben. Manch andere, neuere Produkte dagegen wirkten auf einmal, ohne Stromversorgung, kein bisschen smart.

Besucher des betroffenen CES-Bereichs - die Messe ist auf mehrere Hallen und Kongresszentren aufgeteilt - reagierten auf den Ausfall oftmals mit Selfies oder mit Humor.

Wer zufällig in der Nähe des Intel-Standes unterwegs war, konnte im Dunkeln sogar noch ein Violinen-Konzert weiterverfolgen:

Die betroffene Halle wurde aus Sicherheitsgründen geräumt. Danach wurden vor Ort vor allem noch Witze gemacht, wie "LG präsentiert die Fernseher mit dem dunkelsten Schwarzpunkt". Natürlich war es auf den Gängen rund um die Halle aber auch sehr voll, mitunter ging es recht chaotisch zu.

Zunächst riet der Veranstalter den CES-Besuchern, erst einmal andere Teile der Messe zu besuchen. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) funktionierte der Strom in der Halle wieder. Unklar blieb bisher aber, ob das Problem möglicherweise mit den starken Regenfällen am Vortag in Verbindung steht.

AFP

CES-Teilnehmer im Dunkeln

Sicher scheint, dass die Panne vielen CES-Teilnehmern im Gedächtnis bleibt, entweder als kuriose (und angesichts der Menschmengen auch nicht ungefährliche) Situation, oder auch, weil sie ihnen vielleicht ein nettes Geschäft verhagelt hat. Denn die Aussteller aus aller Welt nutzen die Messe, um mit anderen Firmen und Medien in Kontakt zu kommen: Und das klappt im Hellen einfach besser.


Sie wollen statt dunklen Fotos neue Gadgets von der CES sehen? Diese folgenden zwei Bilderstrecken zeigen, was unsere Reporter dieses Jahr vor Ort entdeckt haben.

Fotostrecke

Fotostrecke: Gadgets von der CES - die Vorabrunde

Fotostrecke

Der erste Messetag: Neue Gadgets von der CES

mbö/mak

insgesamt 9 Beiträge
corny2 10.01.2018
1. Auch in anderen Ländern läuft es nicht perfekt bei der Stromversorgung
Das ist doch beruhigend: auch andere Länder haben ihre Probleme, nirgendwo läuft alles perfekt. Der Deutsche ist oft perfektionistisch, scheitert aber oft.
Das ist doch beruhigend: auch andere Länder haben ihre Probleme, nirgendwo läuft alles perfekt. Der Deutsche ist oft perfektionistisch, scheitert aber oft.
oldman2016 11.01.2018
2. Es werde Licht
Wenn der Stromausfall bei dem einen oder anderen Besucher die Erkenntnis gebracht hat, dass ohne Strom nichts geht, ist das gut. Moderne Technik - insbesondere auch die Kommunkationstechnik - ist ohne Strom ziemlich wertlos. Es [...]
Wenn der Stromausfall bei dem einen oder anderen Besucher die Erkenntnis gebracht hat, dass ohne Strom nichts geht, ist das gut. Moderne Technik - insbesondere auch die Kommunkationstechnik - ist ohne Strom ziemlich wertlos. Es gäbe ja, selbst im dunklen Deutschland, Möglichkeiten der autonomen Stromerzeugung, aber der 300 PS Kraft-SUV ist wichtiger.
GinaBe 11.01.2018
3. Zielführender Zufall?
Mit aller technischen Entwicklung, allen immer neueren Neuheiten lässt sich die Abhängigkeit derModernen Unterhaltungsindustrie von steter Energiezufuhr kaum verleugnen. Die Hochentwicklung heutiger Technik repräsentiert [...]
Mit aller technischen Entwicklung, allen immer neueren Neuheiten lässt sich die Abhängigkeit derModernen Unterhaltungsindustrie von steter Energiezufuhr kaum verleugnen. Die Hochentwicklung heutiger Technik repräsentiert ebenfalls- im Hintergrund, durch die Neuerscheinungen selbst- jene Automatisierung in der Produktion, die auf der anderen Seite Arbeitslosigkeit und damit auch eine gesellschaftliche Spaltung sowie prädestinierte Chancenlosigkeit der Lebensgestaltung von Millionen mit sich bringt. Über die Grenzen betrachtet werden es Milliarden sein, die konkurrenzunfähig sind. Dieser Stromausfall steht für alle, die ausgegrenzt sind, sich nie beteiligen können am technischen Wandel und dessen privater Vorzüge.
shardan 11.01.2018
4. Erkenntnisgewinn
Hoffentlich lernen wenigstens einige wenige daraus. Das alte analoge Telefon und die dazu gehörenden Akkustationen garantierten einen Telefonbetrieb auch bei einem flächigen Stromausfall. Heute? Das hängt alles an einem [...]
Hoffentlich lernen wenigstens einige wenige daraus. Das alte analoge Telefon und die dazu gehörenden Akkustationen garantierten einen Telefonbetrieb auch bei einem flächigen Stromausfall. Heute? Das hängt alles an einem VoIP-Router. Hat der Provider einen Schnupfen, kriegen daheim Internetzugang, TV und Telefon die Grippe. Stromausfall? Solange es im eigenen Heim ist, hilft im Notfall nur noch ein Handy weiter. Wer hat schon einen Router an einer Notstromversorgung? Fällt der Strom flächendeckend aus, wird es eng. Die DSLAM's der Provider - die grauen Kästen am Straßenrand - laufen auch mit Strom, ebenso die Basisstationen der Handies. Die sollten zwar alle eine Notstromversorgung haben, aber wie lange hält der Akku? Wenn die ausfallen, ist das Ende der Kommunikation erreicht. Unsere Zivilisation ist praktisch zu 100% von Energieträgern abhängig. Fällt der Strom längere Zeit flächendeckend aus... keine Heizung (Pumpen und Ventile laufen elektrisch). Kein Telefon, kein Internet. Keine Ampeln mehr - und bald auch kein Autoverkehr (Zapfsäulen laufen elektrisch!). Kein Wasser, auch kein kaltes (Pumpen!), kein Herd zum Kochen. Wohl dem, der noch einen Kohleofen hat - solange er noch Kohle hat. Wir sind uns so sicher, dass das einfach alles läuft und auch weiter laufen wird. Dabei sind unsere Stromnetze hart an der Grenze zum Zusammenbruch, Dank der in dieser Hinsicht unüberlegten Energiewende, aber zu einem großen Teil auch wegen ausgebliebener Investitionen der Anbieter (musste ja alles privatisiert werden) balanciert das E-Netz oft nahe an der Kante zum Absturz. Aber das braucht es gar nicht, es braucht auch keinen böswilligen EMP-Angriff durch Nordkorea. Eine wirklich starke Sonneneruption reicht völlig aus. Gegen solche Naturgewalten gibt es keine Abwehrwaffe - und dank kurzsichtiger Politik auch praktisch keine Vorbereitung.
JaIchBinEs 11.01.2018
5. Katastrophensicheres Telefon
Ich habe 1991 selbst noch an autarken Stromversorgungen für Telekommunikationsanlagen mitgewirkt. Da hätten längerfristige Stromausfälle nicht die Auswirkungen wie heute. IMHO ein Fehler, das Telefon vom öffentlichen [...]
Zitat von oldman2016Wenn der Stromausfall bei dem einen oder anderen Besucher die Erkenntnis gebracht hat, dass ohne Strom nichts geht, ist das gut. Moderne Technik - insbesondere auch die Kommunkationstechnik - ist ohne Strom ziemlich wertlos. Es gäbe ja, selbst im dunklen Deutschland, Möglichkeiten der autonomen Stromerzeugung, aber der 300 PS Kraft-SUV ist wichtiger.
Ich habe 1991 selbst noch an autarken Stromversorgungen für Telekommunikationsanlagen mitgewirkt. Da hätten längerfristige Stromausfälle nicht die Auswirkungen wie heute. IMHO ein Fehler, das Telefon vom öffentlichen Strom und Internet abhängig zu machen.

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