Netzwelt

Internetpionier und EFF-Mitgründer

John Perry Barlow ist tot

Er war ein politischer Vordenker des Netzzeitalters und gründete die einflussreiche Bürgerrechtsorganisation EFF mit: Nun ist der Amerikaner John Perry Barlow mit 70 Jahren gestorben.

picture alliance/ Everett Colle

John Perry Barlow im Jahr 2014

Donnerstag, 08.02.2018   10:07 Uhr

Der amerikanische Internetpionier John Perry Barlow ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das teilte die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) mit.

Barlow hatte die bedeutsame Organisation von Netzaktivisten und Datenschützern im Jahr 1990 zusammen mit John Gilmore und Mitch Kapor gegründet. Für Barlow war die EFF-Gründung eine Art Schutzmaßnahme vor einem Staat, den er als unfähig ansah, sich mit den technischen und ideellen Umwälzungen des beginnenden Internetzeitalters auseinanderzusetzen.

In der EFF-Mitteilung von Geschäftsführerin Cindy Cohn heißt es nun: "Man kann ohne Übertreibung sagen, dass große Teile des Internets, wie wir es heute kennen und lieben, so nur wegen Barlows Idee und Führungsstärke existieren und erblühen."

Internet-Vordenker und Songschreiber

Cohn schreibt weiter: "Barlow wusste, dass die neue Technologie ebenso Böses wie Gutes schaffen und stärken kann. Er entschied sich bewusst dafür, seine Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten zu lenken."

In den Neunzigerjahren gehörte Barlow zu den bedeutendsten Autoren, die sich aus einer philosophischen Perspektive mit dem aufkommenden Internet beschäftigten. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählt die "Declaration of the Independence of Cyberspace" von 1996.

Eine Freundschaft mit dem Gitarristen der Band Grateful Dead führte dazu, dass Barlow in den Siebzigerjahren auch mehrere Lieder für die Gruppe mitschrieb, darunter "Cassidy", "Mexicali Blues," und "Black-Throated Wind".

gru

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