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Polizei warnt vor Erpressermasche

"Es war einmal ein Weib, das zeigte seinen Unterleib"

Mit einem Gedicht warnt die Polizei Aachen vor einer Cybersex-Betrugsmasche im Netz. Zeit für einen Wettbewerb: Reimen Sie besser als die Polizei?

Getty Images

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Donnerstag, 18.01.2018   10:04 Uhr

"Die Erpressung" wird in die Geschichte eingehen. Wohl nicht in die Weltgeschichte, aber zumindest in die der Facebook-Seite der Aachener Polizei - und zwar als ungewöhnlicher Versuch, "auch eine junge Zielgruppe" vor den möglichen Gefahren des Cybersex mit Unbekannten zu warnen. So heißt es zumindest in einer erklärenden Pressemitteilung.

Hinter "Die Erpressung" verbirgt sich ein Facebook-Post der Polizei in Gedichtform. "Es war einmal ein Weib, das zeigte seinen Unterleib - bei Skype" - so beginnt das Werk, das auf eine Erpressermasche aufmerksam machen soll.

Bei der Masche, die laut Polizei seit Jahren bekannt ist, werden Männer von einer unbekannten Frau über soziale Netzwerke angechattet und zum Videochat überredet. Macht der Angeschriebene mit, wird er aufgefordert, sich auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Das Ganze entpuppt sich später als Falle. Denn die Frau macht Fotos oder Videos des Geschehens und erpresst den Mann damit.

Zahlt er nicht, warnt die Polizei, stelle die Täterin die Aufnahmen online, teilweise samt Verlinken des Facebook-Profils. Zum Teil werde bei der Masche nach einer ersten Zahlung - etwa in Höhe von 200 Euro - noch mehr Geld gefordert.

"Kriminell und voll bedacht hat die Dame Fotos gemacht. Vom Unterleib des Herrn, der sieht das gar nicht gern", reimt die Polizei Aachen nun über den Trick, und: "Soll dies nun aus der Welt, muss er zahlen Geld." Das Gedicht endet schließlich mit: "Nun wird gewarnt vor dieser Masche, sie bringt nur Geld in Täters Tasche."

Hinter dem Gedicht steckt allem Anschein nach der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen, der schon seit Langem für kuriose Polizeimeldungen bekannt ist. Und "Die Erpressung" ist nicht einmal das erste Polizei-Gedicht aus Aachen.

Auch wenn es fraglich ist, ob ein launiges Gedicht wirklich die richtige Form für so ein ernstes Thema ist: Aufmerksamkeit generiert die Idee in jedem Fall, wahrscheinlich sogar mehr als andere Warnungen über Online-Betrugsmaschen oder Sicherheitslücken.

Auch deshalb dachten wir uns im Netzwelt-Ressort beim Lesen des Polizei-Gedichts: So etwas können unsere Leser auch - und zwar sicher besser.

Wir rufen Sie daher hiermit auf, uns Ihre eigenen gedichteten Sicherheitstipps fürs Internet zu schicken, mit maximal zehn Zeilen plus Titel. Wovor Sie dabei warnen möchten, steht Ihnen frei - sei es vor Spam-Mails vom nigerianischen Prinzen oder vor Phishing-Angriffen, vor Lösegeldtrojanern, Kreditkartendiebstahl oder Passwortklau.

Ihr Gedicht schicken Sie bitte unter Ihrem Namen oder Pseudonym bis Sonntag, 21. Januar, 18 Uhr, an netzwelt@spiegel.de. Die besten Kurzgedichte werden wir Montag in unserem Newsletter "Startmenü" veröffentlichen, mit der Einsendung erklären Sie sich damit einverstanden.

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Ach ja: Bevor Sie direkt mit dem Dichten loslegen, möchten wir uns der Warnung aus Aachen inhaltlich anschließen: Wenn Sie beim Videochat Ihre Klamotten ausziehen oder zu viel über sich verraten, sollten Sie sich vorher zumindest kurz überlegen, ob Sie diese Entscheidung bereuen könnten.

Die Polizei Aachen warnt übrigens auch noch einmal konkret und ganz ohne Reim vor zu viel Freizügigkeit im Netz: "Wer sich auf den sogenannten Cybersex einlässt, sollte immer im Hinterkopf haben, dass das Gegenüber alles aufzeichnen kann. Niemals sollte Cybersex mit Unbekannten vollzogen werden."

Lesetipp

juh/mbö

insgesamt 7 Beiträge
dasfred 18.01.2018
1. Ist " Weib " eigendlich PC ?
Na ja, auf jeden Fall einprägsam und es kann gar nicht genug gewarnt werden. Da ist ein Mittel wie dieses Gedicht, dass auch von anderen Medien aufgenommen wurde, eine tolle Idee. Betrüger nutzen immer die Schwächen aus.
Na ja, auf jeden Fall einprägsam und es kann gar nicht genug gewarnt werden. Da ist ein Mittel wie dieses Gedicht, dass auch von anderen Medien aufgenommen wurde, eine tolle Idee. Betrüger nutzen immer die Schwächen aus.
Lykanthrop_ 18.01.2018
2.
Ich mag Gedichte, nur warum so umständlich und nicht gleich hier ? Egal, ich brauche keine goldene Mettwurst.. Ewig lockt nur das Weib ? Bette, Brette oder Website Geld kost´s allemale -Leid Weibchen hat´s nicht besser [...]
Ich mag Gedichte, nur warum so umständlich und nicht gleich hier ? Egal, ich brauche keine goldene Mettwurst.. Ewig lockt nur das Weib ? Bette, Brette oder Website Geld kost´s allemale -Leid Weibchen hat´s nicht besser Goldhändler und Weltvermesser afrikanische Geldauspresser Weibchen sei Frau, emanzipiert nicht kleiner, als es sich ziert Augenhöhe, schon ausprobiert ? Erwarte nicht, was du willst nicht geben Hand in Hand, vorwärts, aufwärts, abwärts streben so, so lässt sich´s gut zusammen leben
Hörbört 18.01.2018
3. Ode an die dicken Fische
Warum im Netz nach Opfern suchen / man kann doch auch die Besten buchen. // Die KfW gibt gern Kredit / die machen jeden Blödsinn mit. // Ob Moomax oder Airline-Deal / mit denen kommt man schnell ans Ziel. // Millionen ohne [...]
Warum im Netz nach Opfern suchen / man kann doch auch die Besten buchen. // Die KfW gibt gern Kredit / die machen jeden Blödsinn mit. // Ob Moomax oder Airline-Deal / mit denen kommt man schnell ans Ziel. // Millionen ohne Businessplan? / Egal, das zahlt der Untertan.
sparrenburger 18.01.2018
4. Aufgabe erfüllt
Also wer immer das 'Gedicht' liest wird sich an die Masche erinnern. Und damit hat der Mann - also der Polizeisprecher, doch seinen Job gut gemacht. Was gibt es da zu diskutieren. Jede andere Form der Warnung ginge schon wegen [...]
Also wer immer das 'Gedicht' liest wird sich an die Masche erinnern. Und damit hat der Mann - also der Polizeisprecher, doch seinen Job gut gemacht. Was gibt es da zu diskutieren. Jede andere Form der Warnung ginge schon wegen der Menge an Internetkriminalitätswarnungen unter.
sparrenburger 18.01.2018
5. Aufgabe erfüllt
Also wer immer das 'Gedicht' liest wird sich an die Masche erinnern. Und damit hat der Mann - also der Polizeisprecher, doch seinen Job gut gemacht. Was gibt es da zu diskutieren. Jede andere Form der Warnung ginge schon wegen [...]
Also wer immer das 'Gedicht' liest wird sich an die Masche erinnern. Und damit hat der Mann - also der Polizeisprecher, doch seinen Job gut gemacht. Was gibt es da zu diskutieren. Jede andere Form der Warnung ginge schon wegen der Menge an Internetkriminalitätswarnungen unter.

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