Netzwelt

Studie aus den USA

Die meisten Eltern lassen ihre Kinder YouTube-Videos schauen

Ein Großteil der Eltern in den USA erlaubt seinen Kindern das Ansehen von YouTube-Videos. Das zeigt eine amerikanische Studie. Viele Befragte wissen aber auch: Nicht alles auf YouTube ist für Kinder geeignet.

Getty Images

Junge vor Bildschirm

Donnerstag, 08.11.2018   16:02 Uhr

YouTube-Videos spielen im Alltag vieler Menschen eine Rolle, die Clips der weltweit größten Videoplattform sind überall präsent. Das hat das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center festgestellt, das für eine Studie zum Thema 4594 Personen aus den USA befragt hat. Die Untersuchung legt nahe, dass auch junge Kinder YouTube-Videos konsumieren.

Von den Befragten, die Kinder im Alter von bis zu elf Jahren hatten, gaben 81 Prozent an, dass sie diese YouTube-Videos ansehen lassen. 34 Prozent davon sagten, dass sie dies "regelmäßig" tun, 47 Prozent antworten mit "gelegentlich".

61 Prozent der befragten Personen, die ihren Kindern den YouTube-Konsum erlauben, gaben darüber hinaus an, dass ihr Nachwuchs für die Altersgruppe ungeeignete Inhalte gesehen habe.

Die Ergebnisse dürften die Google-Tochter interessieren: Der in den USA geltende "Children's Online Privacy Protection Act" von 1998 verbietet es Unternehmen, Informationen von Minderjährigen unter 13 Jahren ohne Zustimmung der Eltern zu sammeln. Das Mindestalter für die Eröffnung eines eigenen Kontos liegt bei YouTube aus diesem Grund bei 13 Jahren.

Fotostrecke

Bekannte deutsche YouTuber: 26 Stars aus dem Internet

Wurde die Kids-App genutzt? Das bleibt unklar.

In der Pew-Studie wurde nicht erhoben, unter welchen Bedingungen die befragten Eltern ihre Kinder YouTube-Inhalte schauen lassen: So ist beispielsweise unklar, ob die Eltern beim Videokonsum stets dabei sind und ob dabei jeweils ein regulärer YouTube-Account genutzt wird oder die App YouTube Kids.

Im vergangenen Jahr gestartet, vereint die Kids-App YouTube zufolge eine große Sammlung altersgerechter Inhalte, außerdem gibt sie den Eltern mehr Kontrolle darüber, was aufgerufen werden kann und was nicht. So lässt sich beispielsweise die Suchfunktion ausschalten. Die App stand aber auch schon in der Kritik: Einerseits wegen nicht klar von Inhalten getrennter Werbung und andererseits - wie das normale YouTube - wegen ungeeigneter Clips.

Fotostrecke

Fotostrecke: Seltsame Kindervideos auf YouTube

Die Pew-Studie hat sich im Zeitraum von sechs Wochen wissenschaftlich auch dem Algorithmus genähert: Mit einem eigenen System haben die Forscher ausgewertet, welche anderen Videos YouTube-Nutzern besonders häufig im Anschluss an einen populären Clip von der Plattform angezeigt werden. Von den 50 insgesamt am häufigsten empfohlenen Videos richteten sich elf an die Zielgruppe von Kindern.

ngo

insgesamt 1 Beitrag
diorder 08.11.2018
1. Die Macher selbst
halten ihre Kinder unter 12 Jahren von den digitalen Medien fern. Sie wissen genau warum.
halten ihre Kinder unter 12 Jahren von den digitalen Medien fern. Sie wissen genau warum.

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP