Panorama

Vom Baum erschlagen

Fünf Menschen sterben bei Unwetter in Polen

Alle Opfer wurden von Bäumen erschlagen. In Polen kamen fünf Menschen bei Unwettern ums Leben. Unter den Toten sind auch zwei junge Pfadfinderinnen.

REUTERS

Zerstörtes Dach in Bydgoszcz in Polen

Samstag, 12.08.2017   16:06 Uhr

Heftige Stürme haben in Polen mindestens fünf Menschenleben gekostet und auch in Tschechien große Schäden angerichtet. In Polen wurden nach TV-Berichten vom Samstag zudem mindestens 34 Menschen verletzt und 340.000 Haushalte blieben vorerst ohne Strom. Im Osten Tschechiens wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK seit Freitagabend mindestens 80 Häuser beschädigt, viele wurden abgedeckt.

Drei Todesopfer gab es nach Informationen des TV-Senders TVP Info an Orten nahe der nordpolnischen Stadt Chojnice. Dabei fiel ein Baum auf ein Zelt und erschlug einen darin liegenden 30-jährigen Mann. Ein anderer Baum traf in einem Pfadfinderlager zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren tödlich. Die Pfadfinder seien im Schlaf überrascht worden, teilte die Feuerwehr am Samstag mit.

Nach Informationen des Senders TVN24 wurde außerdem eine 48-jährige Frau im ebenfalls nahe bei Chojnice gelegenen Dorf Zapora von einem umgestürzten Baum erdrückt. In der benachbarten Stadt Konarzyny starb eine 56-Jährige, als ein Baum auf ihr Haus fiel und dadurch der Schornstein einstürzte.

Die Feuerwehren schlossen am Samstagnachmittag nicht aus, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Die Lage sei wegen des hohen Ausmaßes an Zerstörungen noch unübersichtlich.

Brandenburgische Sozialministern in Italien verletzt

Bereits am Freitag hatte es Berichte über heftige Unwetter in Ost- und Südeuropa gegeben.

Im Norden Italiens standen Campingplätze unter Wasser, das Stromnetz lag lahm und Bäume wurden entwurzelt. Bei starkem Wind und heftigem Regen wurden mehrere Menschen verletzt, darunter die brandenburgische Sozialministerin Diana Golze. Die Linken-Politikerin wurde während eines Urlaubs am Donnerstagnachmittag auf einem Campingplatz in Norditalien von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

Zudem hatten heftige Stürme in Tschechien und der Slowakei zahlreiche Schäden verursacht. Rund 110.000 Haushalte waren in der Region Südmähren vorübergehend ohne Strom, weil Hochspannungsleitungen beschädigt wurden. Wegen Schäden an der Stromversorgung kam es im Bahnverkehr im Ostteil Tschechiens teilweise zu mehrstündigen Verspätungen.

Schnellzug fährt auf umgestürzten Baum

Auch im Westen der Slowakei wurden Zugverbindungen und Straßen blockiert. Der TV-Sender Markiza zeigte am Freitag in einer Zwischenbilanz des nächtlichen Unwetters Bilder von abgerissenen Dächern und durch umgestürzte Bäume beschädigten Autos. In der westslowakischen Stadt Malacky mussten Dutzende Familien ihre Wohnungen verlassen, weil die losgerissene Dachkonstruktion einer Wohnhausanlage die Statik des ganzen Gebäudes bedrohte.

Am Donnerstagabend war an der slowakisch-tschechischen Grenze ein aus Prag nach Budapest fahrender Schnellzug auf einen umgestürzten Baum aufgefahren. Die internationale Bahnstrecke war stundenlang gesperrt, wie die slowakische Eisenbahn meldete.

jme/dpa/AFP

Verwandte Themen

Alles zum Wetter

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP