Panorama

Überraschende Rettung

74-Jähriger überlebt fünf Tage in ausgebranntem Altersheim

Angehörige vermissten ihn offenbar nicht, Rettern fiel er nicht auf: In Washington haben Bauexperten beim Inspizieren einer Brandruine einen betagten Überlebenden gefunden - der saß seelenruhig in einem Stuhl.

AP

Löscharbeiten am Seniorenheim in Washington

Dienstag, 25.09.2018   08:54 Uhr

Fünf Tage nach einem Brand in einem Washingtoner Seniorenheim ist überraschend ein Überlebender gefunden worden. Der 74-Jährige sei von Bauexperten entdeckt worden, die den Schaden begutachten sollten, sagte die Bürgermeisterin der US-Hauptstadt, Muriel Bowser.

Der Mann habe in seinem Zimmer gesessen, wo er nach dem Brand vergangene Woche offenbar versehentlich zurückgelassen worden sei, sagte Bowser. Er habe sich durch Rufe bemerkbar gemacht, als nun Ingenieure durch das Haus liefen, um die Stabilität des beschädigten Gebäudes zu beurteilen.

Der Mann habe ruhig auf einem Stuhl gesessen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Er sei daraufhin in ein Krankenhaus gebracht worden, sein Leben sei nicht in Gefahr. Dem Radiosender WTOP zufolge konnte der Senior nicht auf eigenen Beinen das Haus verlassen, demnach wurde er auf einem Stuhl sitzend ins Freie getragen.

Unmittelbar nach dem Feuer hatte es geheißen, alle Bewohner des Hauses seien in Sicherheit. Bürgermeisterin Bowser ordnete nach eigenen Angaben eine Untersuchung des Vorfalls an.

Washingtons Feuerwehrchef Gregory Dean sagte, die Einsatzkräfte hätten im Chaos des Brandeinsatzes vergangene Woche möglicherweise das Zimmer des Mannes übersehen. Das Seniorenheim solle nun noch einmal gründlich durchsucht werden.

mxw/AP/AFP

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