Panorama

Absturz mit bis zu 189 Toten

Flugzeug hatte schon vorher Probleme

Bei dem Unglück starben wohl fast 190 Menschen: Das bei Indonesien abgestürzte Flugzeug hatte bereits auf dem vorhergehenden Flug Schwierigkeiten. Tauchroboter suchen unterdessen den Meeresboden ab.

AP

Flugzeug von Lion Air (Symbolbild)

Dienstag, 30.10.2018   07:37 Uhr

Bei der abgestürzten indonesischen Passagiermaschine hat es schon bei einem früheren Flug Probleme mit der Instrumentenanzeige im Cockpit gegeben. Nach Informationen des britischen Senders BBC und der Unfallforscher-Webseite Aviation Safety übermittelte die Technik der Boeing 737 bei einem Flug fehlerhafte Daten zu Flughöhe und Geschwindigkeit.

Der Vorstandschef von Lion Air, Edward Sirait, bestätigte den Vorgang. Die Probleme seien jedoch über Nacht gelöst worden. Nach dem Absturz mit vermutlich 189 Toten am Montag ermittelt die indonesische Luftverkehrsaufsicht KNKT. Schon vorher war bekannt geworden, dass es an Bord offenbar technische Probleme gab.

Die BBC und AviatioJakartan Safety zitierten aus einem internen Bericht über einen Flug mit der Maschine am Sonntag von Bali in Indonesiens Hauptstadt . Darin heißt es: "Fluggeschwindigkeit unzuverlässig und nicht übereinstimmende Höhe nach dem Start." Aviation Safety zufolge gab es ähnliche Probleme auch bei dem Flug am Montag, bei dem die Maschine abstürzte.

Foto: STR/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Suche nach Überlebenden geht unterdessen weiter: Spezialisten haben den Meeresboden der Javasee weiter nach den Trümmern des Flugzeugs abgesucht. Dabei setzten sie am vermuteten Absturzort Tauchroboter ein, wie die Agentur Antara berichtete.

Zunächst seien einzelne Wrackteile und später auch Leichenteile gesichtet worden. "Wir haben die Meeresoberfläche abgesucht und keine Überlebenden gefunden", sagte der Chef von Indonesiens Such- und Rettungsagentur, Muhammad Syaugi. Das Wrack liegt in etwa 35 Meter Tiefe auf dem Grund der Javasee.

Die Maschine war nur wenige Minuten nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zur Nachbarinsel Bangka ins Meer gestürzt. Die Behörden haben praktisch keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Der Pilot der Maschine meldete einen Notfall und wollte umkehren. Kurz darauf brach der Kontakt ab.

jpz/dpa

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