Panorama

Nach Tsunami in Indonesien

Vulkan auf Sulawesi ausgebrochen

Auf der indonesischen Insel Sulawesi ist nach der Tsunami-Katastrophe auch noch ein Vulkan ausgebrochen. Helfer finden unterdessen immer mehr Leichen nach dem Erdbeben, die Zahl der Toten steigt auf mehr als 1400.

Foto: AFP/ National Agency for Disaster Management (BNPB)
Mittwoch, 03.10.2018   12:12 Uhr

Sulawesi kommt nicht zur Ruhe: Nach dem verheerenden Tsunami ist nun ein Vulkan auf der indonesischen Insel ausgebrochen. Der knapp 1800 Meter hohe Berg Soputan schleuderte Asche bis zu vier Kilometer in die Höhe. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde gab es zunächst keine Informationen über größere Schäden.

Helfer finden unterdessen nach der Tsunami-Katastrophe immer mehr Tote. Nach der bisherigen offiziellen Zwischenbilanz kamen bei der Serie von Erdbeben und der folgenden Flutwelle mehr als 1400 Menschen ums Leben.

Unter den Trümmern von Häusern und im Schlamm werden noch viele weitere Leichen vermutet. Bis das ganze Ausmaß der Katastrophe klar ist, wird es wohl noch Tage dauern. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde berichtete von mehr als 800 Verletzten.

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Das indonesische Militär flog vom Flughafen Palu aus mit Transportmaschinen Verletzte aus. Die Menschen wurden in die Provinzhauptstadt Makassar gebracht, wo sie in Krankenhäusern besser versorgt werden können.

Ein Militärsprecher sagte: "Sie müssen behandelt werden. Das geht in Palu nicht, weil es immer noch keinen Strom gibt." Am Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt wurden auch Feldlazarette aufgestellt.

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Mehr als Hundert Menschen werden offiziell vermisst, etwa 60.000 haben ihre Häuser verloren. Die Vereinten Nationen schätzen, dass mehr als 190.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sind.

Bei den Überlebenden wachsen Verzweiflung und Zorn, weil es an den wichtigsten Dingen wie Strom, Wasser, Nahrung und Treibstoff fehlt.

In der besonders schlimm betroffenen Stadt Palu kam es zu Plünderungen. Nach Polizeiangaben wurden 45 Menschen festgenommen. Sie hatten versucht, in Einkaufszentren unter anderem Flachbildfernseher, Schuhe, Kleidung und einen Geldautomaten zu stehlen.

Der Vulkan Soputan liegt im Nordosten von Sulawesi, mehrere Hundert Kilometer vom Gebiet der Tsunami-Katastrophe entfernt. In den vergangenen Jahren war er immer wieder ausgebrochen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort kommt es immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

jpz/dpa/AFP

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