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München

Freund mit Kreissäge getötet - zwölfeinhalb Jahre Haft für Studentin

Das Landgericht München hat eine Frau wegen Totschlags zu zwölf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Studentin hatte ihren Freund beim Sex umgebracht - mit einer Handkreissäge.

DPA

Angeklagte Gabriele P. (Archiv)

Freitag, 19.05.2017   14:07 Uhr

Im Prozess um ein brutales Verbrechen in Bayern ist das Urteil gefallen: Das Landgericht München sprach eine 32-Jährige des Totschlags an ihrem damaligen Lebensgefährten schuldig.

Die Studentin wurde zu zwölf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, weil sie ihren Freund mit einer Handkreissäge getötet hatte. Es sei nicht bewiesen, dass die Angeklagte bei der Tat Ende 2008 in Haar bei München aus Heimtücke gehandelt habe, argumentierte das Gericht. Deshalb wurde die Frau nicht wegen Mordes verurteilt.

Die Anklage hatte in dem Prozess lebenslange Haft für Gabriele P. wegen heimtückischen Mordes gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Totschlag und beantragte eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

"Die Tötung ist skurril und bizarr und erfüllt die Voraussetzungen eines Horrorszenarios", sagte der Richter. "Wer einem anderen eine laufende Handkreissäge zweimal gegen den Hals drückt, handelt mit absolutem Vernichtungswillen." Das Opfer lag laut Urteil in Erwartung eines Sexspiels auf dem Bett, hatte sich fesseln lassen und sich eine abgeklebte Taucherbrille aufgesetzt.

"Die Kreissäge nach vorne gedrückt"

Als Beweismittel galten den Ermittlern unter anderem Aufzeichnungen der Studentin, die diese zwei Jahre nach der Tat angefertigt hatte. Darin schilderte sie das Verbrechen.

Vor Gericht gestand die Pädagogik-Studentin das Verbrechen. Die Umstände der Tat bleiben allerdings unklar. Als Motiv gab P. Angst vor ihrem Lebensgefährten an. Ihr damaliger Freund habe sie jahrelang gedemütigt und zu Sexspielen gezwungen, die sie nicht wollte. Sie könne sich nur daran erinnern, "die Kreissäge nach vorne gedrückt zu haben", sagte sie vor Gericht. Wie es dazu gekommen sei, wisse sie nicht.

Erst 2016 kam die Tat ans Licht. Mit ihrem neuen Freund hatte die Angeklagte den Toten im Garten ihrer Wohngemeinschaft vergraben. Der Verlobte sitzt deswegen bereits im Gefängnis.

wit/dpa

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