Panorama

Geldstrafen wegen Hakenkreuz

"Eine dumme Gaudi"

Wegen eines Hakenkreuzes standen in Bayern zwei Männer vor Gericht - einer hatte das NS-Symbol per Hochdruckreiniger auf ein dreckiges Dach gesprüht, der andere kümmerte sich nicht um die Entfernung.

DPA

Hakenkreuz auf Hausdach, Augsburg

Mittwoch, 13.06.2018   15:19 Uhr

Das Amtsgericht Augsburg hat zwei Angeklagte wegen eines großen Hakenkreuzes auf einem Dach verurteilt. Wegen des NS-Symbols müssen die 30 und 31 Jahre alten Männer Geldstrafen von jeweils mehr als 5000 Euro zahlen.

Das Hakenkreuz war seit dem Herbst monatelang zu sehen. Der jüngere Angeklagte hatte in dem Prozess zugegeben, seinem Kumpel das Hakenkreuz damals mit einem Hochdruckreiniger auf das verschmutzte Dach gespritzt zu haben. Es sei "eine dumme Gaudi" bei einem feuchtfröhlichen Grillabend gewesen.

Der 31 Jahre alte Hausbesitzer räumte ein, sich nicht um die Entfernung des Symbols gekümmert zu haben. Erst als im vergangenen Januar die Kripo ermittelte, verschwand das Hakenkreuz.

Amtsrichter Roland Fink sprach beide Angeklagte wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig. Die beiden Männer wurden zu jeweils 130 Tagessätzen verurteilt, im Falle des 30-Jährigen à 45, im Falle des 31-Jährigen à 40 Euro. Fink hielt den Angeklagten zugute, dass sie alles zugegeben hätten. Seiner Ansicht nach gebe es keine Hinweise auf eine extremistische Gesinnung.

bbr/dpa

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