Panorama

Berliner Polizei

Anti-Terror-Ermittler soll Nazi-Jargon benutzt haben

Er soll gegen Angela Merkel gehetzt und den Code für einen verbotenen Nazi-Gruß verwendet haben: Ein Berliner Polizist steht Medienberichten zufolge unter Rechtsextremismus-Verdacht.

DPA

Landeskriminalamt Berlin

Donnerstag, 12.07.2018   13:41 Uhr

Ein Anti-Terror-Ermittler der Berliner Kriminalpolizei steht Medienberichten zufolge unter dem Verdacht, mit seinem Vorgesetzten im Jargon von Neonazis kommuniziert zu haben.

Laut einem polizeiinternen Vermerk, der dem ARD-Magazin "Kontraste", dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) und der "Berliner Morgenpost" vorliegt, forderte der Mann in einer SMS an seinen Vorgesetzten, sich von "Merkel & Co und ihren scheiß Gut-Menschen" fernzuhalten. Den Berichten zufolge ist der Ermittler Oberkommissar aus dem Staatsschutz im Landeskriminalamt(LKA).

In einer anderen SMS nutzte er den Berichten zufolge als Abschiedsgruß die Ziffern "88". Sie stehen für den achten Buchstaben im Alphabet und werden als Code für den verbotenen Nazi-Gruß "Heil Hitler" genutzt. Die Berliner Polizei bestätigte Ermittlungen gegen die beiden Beamten und einen Verweis gegen einen von ihnen, wollte sich zu dem Inhalt aber nicht äußern.

Laut dem Bericht wurde gegen die Polizisten bereits im Juni 2017 ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Der Oberkommissar habe einen Verweis erhalten. Das Verfahren gegen den Hauptkommissar, der die SMS erhielt, sei noch nicht abgeschlossen.

Die LKA-Dienststelle, in der die Polizisten zum Zeitpunkt des SMS-Austauschs arbeiteten, war für die Überwachung des späteren islamistischen Attentäters auf dem Weihnachtsmarkt, Anis Amri, zuständig. Die SMS vom 31. Dezember 2016 und vom 20. Januar 2017 wurden bei Ermittlungen der Staatsanwaltschaft entdeckt.

bbr/dpa

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