Panorama

Zwangsprostitution

Polizei zerschlägt europäischen Zuhälterring

Sie sollen junge Frauen aus Bulgarien über Jahre zur Prostitution in Frankreich gezwungen haben: Mehrere mutmaßliche Zuhälter wurden deshalb festgenommen, unter anderem in Deutschland.

Donnerstag, 12.07.2018   07:43 Uhr

In Bulgarien mit falschen Versprechen angeworben, in Deutschland untergebracht und in Frankreich zur Prostitution gezwungen: So soll ein Ring von mehreren Zuhältern über Jahre junge Frauen ausgebeutet haben. Französische Behörden haben den Ring nun zerschlagen, wie das zuständige Gericht in Nancy mitteilte.

Zehn Männer wurden demnach in Bulgarien, Deutschland und Frankreich festgenommen. Die Verdächtigen sollen nun einem Richter vorgeführt werden. Seit 2015 waren den Angaben zufolge dutzende junge Frauen aus Bulgarien in das Netz der mutmaßlichen Zuhälter geraten. Den Bulgarinnen sei eine Anstellung in Frankreich versprochen worden. Sie seien dann jedoch in Deutschland untergebracht worden und hätten sich von dort aus in Straßburg oder Annecy prostituieren müssen.

Die Polizei nahm den Angaben zufolge fünf mutmaßliche Zuhälter in Bulgarien und drei in Deutschland, in Kehl und Offenburg, fest. Zwei Männer wurden in Frankreich festgenommen. Ihnen wird unter anderem schwere Zuhälterei, Menschenhandel sowie die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Die Festnahmen erfolgten bereits Anfang Juli. Die Behörden würden nun weiter ermitteln, um weitere Komplizen ausfindig zu machen, teilte das Gericht in Nancy mit. Die Frauen seien in die Obhut von Hilfsorganisationen übergeben worden.

Video: Zwangsprostitution - Ukrainische Opfer berichten (2005)

Foto: SPIEGEL TV

fok/AFP

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