Panorama

Missbrauchsvorwürfe

Metropolitan Opera feuert Stardirigent Levine

James Levine soll jahrelang Jugendliche missbraucht haben: Ermittlungen gegen den Stardirigenten der Metropolitan Opera in New York haben offenbar überzeugende Beweise ergeben.

DPA

James Levine

Montag, 12.03.2018   22:51 Uhr

Mehr als vier Jahrzehnte war James Levine der Stardirigent an der Metropolitan Opera in New York (Met) - nun hat ihn die Theater-Gesellschaft gefeuert. Die Ermittlungen hätten "glaubhafte Beweise" hervorgebracht, dass Levine sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht habe, hieß es Medienberichten zufolge in der Begründung der Met Opera.

Anfang Dezember 2017 hatte das Opernhaus Levine suspendiert. Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, dass er einen Jugendlichen von 1985 bis 1993 sexuell missbraucht haben soll. Der Missbrauch habe den heute 48-Jährigen fast in den Suizid getrieben. In einem Bericht der "New York Times" hatten sich zudem drei weitere Musiker geäußert und ähnliche Erfahrungen geschildert.

"Die Untersuchung hat glaubhafte Beweise erbracht, dass Herr Levine vor und während seiner Arbeit bei der Met Verhalten von Belästigung und Missbrauch gezeigt hat", hieß es in einer Mitteilung des Opernhauses. Jede Zusammenarbeit mit dem 74-Jährigen werde deshalb sofort beendet. Für die Untersuchung seien mehr als 70 Menschen befragt worden.

Levine, der als einer der besten Dirigenten der USA gilt, hatte die Anschuldigungen unter anderem von vier Männern zuvor zurückgewiesen. Der 1943 im US-Bundesstaat Ohio geborene Dirigent hatte seit den frühen Siebzigerjahren an der renommierten Metropolitan Oper gearbeitet und war seit 1975 ihr musikalischer Leiter. Nach gesundheitlichen Problemen hatte er sich 2016 von dem Posten zurückgezogen, aber in verschiedenen Funktionen weiter für das Opernhaus gearbeitet.

kry/AP/dpa

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