Panorama

Mehrere Tote auf Country-Party

Schütze von Thousand Oaks war ehemaliger Soldat

Nach den Schüssen in einer Bar im US-Bundestaat Kalifornien hat die Polizei den Schützen identifiziert. Es handelt sich um einen 28-jährigen ehemaligen Soldaten. Er war wegen "kleinerer Vorfälle" bekannt.

Foto: AP
Donnerstag, 08.11.2018   17:04 Uhr

Er lief in eine Bar im US-Bundesstaat Kalifornien und schoss auf die Gäste einer Country-Party: Der Schütze, der mindestens zwölf Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt hat, ist identifiziert. Es handelt es sich um einen 28-jährigen ehemaligen Soldaten. Der Mann mit dem Namen Ian David Long habe in der Marine-Infanterie gedient, sagte der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Ventura, Geoff Dean.

Den Ermittlern zufolge lebte Long bei seiner Mutter in Kalifornien. Es sei den Behörden zuvor mehrere Male aufgefallen, sagte Dean. Nach seinen Angaben ist Long der Polizei wegen "kleiner Vorfälle" in der Vergangenheit bekannt. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde über Ruhestörung, wegen der ihn die Polizei im vergangenen April aufgesucht habe.

Bei dem damaligen Vorfall habe Long "zornig" und "irrational" gewirkt. Experten hätten daraufhin seinen mentalen Zustand untersucht und ihn gehen lassen. Dean schloss nicht aus, dass der Mann aufgrund seiner Militärzeit an einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung leiden könnte.

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Angriff in Bar: Tatort Thousand Oaks

Seine Waffe habe er legal erworben, berichteten zahlreiche US-Medien unter Berufung auf Ermittlungskräfte. Offiziell bestätigt wurden diese Angaben bislang nicht.

Der Angreifer hatte in der Nacht zum Donnerstag in dem Lokal in Thousand Oaks bei Los Angeles während einer Studentenparty um sich geschossen. Hunderte Menschen sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude befunden haben. Als Einsatzkräfte eintrafen, soll innen immer noch geschossen worden sein. "Es herrschte Chaos, Leute sind aus Fenstern oder über Tore gesprungen, um wegzukommen", sagte ein junger Mann. Gäste hätten berichtet, im Gebäude hätten sich Menschen auf Toiletten und dem Dachboden der Bar versteckt.

Laut der Zeitung "Ventura County Star" sollen mindestens 30 Schüsse abgefeuert worden sein. Demnach habe der Schütze eine halbautomatische Waffe benutzt. Einsatzkräfte hätten in dem Lokal elf tote Gäste gefunden, teilten die Ermittler noch in der Tatnacht mit. Auch ein Polizist, der nach ersten Notrufen in der Bar eintraf, war niedergeschossen worden und seinen Verletzungen erlegen.

Angreifer wurde tot aufgefunden

Mehr als ein Dutzend Gäste wurden mit Verletzungen aus dem Lokal gebracht worden oder hätten sich selbst gerettet. Der Angreifer wurde anschließend tot aufgefunden. Seine Motive sind bislang weiter unklar.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass Polizisten und Feuerwehrleute rund eine Stunde nach den Schüssen das Gebäude betraten. Bilder von ABC7 zeigten Einsatzkräfte, die Verletzte versorgten. Auch Ermittler der Bundespolizei FBI waren vor Ort. Sheriff-Sprecher Garo Kuredjian beschrieb die Gegend als normalerweise sehr sicher.

US-Präsident Donald Trump bedankte sich bei den Rettungskräften. Er sei über die Einzelheiten des Vorfalls informiert worden, teilte Trump aufTwitter mit. "Die Polizei hat großen Mut gezeigt", schrieb Trump. "Möge Gott die Opfer und ihre Familien segnen." Er ordnete an, am Weißen Haus und anderen Regierungsgebäuden US-Flaggen auf halbmast zu setzen.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, bei dem Schützen handele es sich um einen Marinesoldaten. Tatsächlich war der Mann Marineinfanterist. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

sen/dpa/AFP

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