Panorama

Echte Grabsteine als Deko

Freizeitpark muss 1200 Euro Geldbuße zahlen

Der Betreiber eines Freizeitparks in Unterfranken benutzte acht Grabsteine als Dekoration - eine Hinterbliebene entdeckte den Namen ihres verstorbenen Opas. Jetzt ist das Gerichtsurteil gefallen.

DPA

Freizeit-Land Geiselwind in Bayern

Freitag, 12.10.2018   15:09 Uhr

Der Besitzer eines Freizeitparks ist vom Amtsgericht Kitzingen verwarnt worden und soll eine Geldbuße von 1200 Euro zahlen. Der Mann hatte acht echte Grabsteine mit lesbaren Namen als Dekoration vor dem "Horrorlazarett" aufstellen lassen. Die Grabmale aus aufgelösten Gräbern hatte er von einem Steinmetz bekommen.

Das sei eine Zurschaustellung gewesen, sagte der Amtsrichter - und gehe damit über ein kurzzeitiges Beleidigen hinaus. Das Andenken der Verstorbenen sei verunglimpft worden.

Eine 13-Jährige erkannte im Sommer 2017 bei einem Ministrantenausflug den Grabstein ihres 1996 verstorbenen Großvaters. Die Witwe des Mannes erstattete Anzeige bei der Polizei.

Vor Gericht bezeichnete die Frau die Tat als "riesengroße Schweinerei". Der Betreiber entschuldigte sich bei der Familie. "Mir tut das natürlich sehr leid. Ich wollte niemandem wehtun", sagte er.

jpz/dpa

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