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Passau

Tödliche Schlägerei - Verfahren gegen weiteren Angeklagten eingestellt

Ein 18-Jähriger, der eine tödliche Schlägerei in Passau organisiert haben soll, muss sich nicht weiter vor Gericht verantworten. Dennoch warf die Richterin ihm "komplettes moralisches Versagen" vor.

DPA

Angeklagte im Landgericht Passau (Archiv)

Donnerstag, 06.12.2018   15:56 Uhr

Im Prozess zu einer tödlichen Schlägerei in Passau hat das Landgericht das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten eingestellt. Der 18-Jährige soll den Kampf zwischen zwei zerstrittenen Jugendlichen organisiert haben, bei dem der 15-jährige Maurice K. starb.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten Beihilfe zur Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Obwohl dieser Vorwurf nun fallengelassen wurde, treffe den 18-Jährigen eine moralische Schuld, sagte die Richterin. "Was Sie gemacht haben, war ein komplettes moralisches Versagen. Sie waren gierig auf die Sensation, aber Sie waren nicht der Einzige."

Vier Jugendliche und Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren müssen sich nun noch für den Tod K.s vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge zur Last. Ursprünglich saßen sechs Beschuldigte auf der Anklagebank.

Bereits vor zwei Wochen hatte das Gericht das Verfahren gegen einen 22-Jährigen eingestellt. Er war einer Gerichtssprecherin zufolge bereits in einem anderen Verfahren vor dem Amtsgericht rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Den Ermittlungen zufolge hatte sich K. im April mit einem der Angeklagten zu einer körperlichen Auseinandersetzung nach dem Motto "Eins gegen eins" verabredet. Laut Anklage mischten sich Umstehende in den Streit ein, die Situation eskalierte. K. wurde so schwer verletzt, dass er starb.

bbr/dpa

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