Panorama

Mehrere Gebäude geräumt

Bombendrohungen gegen Landgerichte

In mindestens sieben deutschen Großstädten sind per E-Mail Anschläge gegen Landgerichte angekündigt worden. Justizmitarbeiter in Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Wiesbaden, Kiel und Saarbrücken sind betroffen.

DPA

Justizzentrum in Potsdam (Archiv)

Freitag, 11.01.2019   11:39 Uhr

Mehrere Landgerichte in Deutschland sind mit Bombenanschlägen bedroht worden. Betroffen waren Gebäude in Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Wiesbaden, Saarbrücken, Hamburg und Kiel. In allen Fällen sei die Drohung per E-Mail eingegangen, teilte die Polizei mit.

In einer Mail wurde der Polizei in Magdeburg zufolge auch mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht. Der Absender sei anonym, hieß es weiter. Die Polizei in Brandenburg teilte mit, für Freitag sei in Potsdam die Explosion eines Sprengsatzes ankündigt worden.

Sprengstoffhunde im Einsatz

Wegen der Drohungen wurden in mehreren Städten Gebäude geräumt. Rund 200 Menschen wurden in Potsdam aus dem Justizzentrum gebracht. Dort wurde mit einem Sprengstoffhund das Gebäude abgesucht und der Bereich um das Gebäude abgesperrt.

In Erfurt wurden rund 30 Bedienstete aus dem Gerichtsgebäude gebracht. Ein Sprengstoffspürhund schlug bei der Suche nicht an. Laut Polizei in Erfurt könne die Arbeit im Gerichtsgebäude bald wieder aufgenommen werden. Auch im Landgericht Saarbrücken wurde kein gefährlicher Gegenstand gefunden. "Jetzt läuft der Betrieb wieder ganz normal", sagte eine Sprecherin.

Auch Gebäude der Landgerichte Kiel und Wiesbaden wurden geräumt. "Es ist eine Mail eingegangen, die mit 'nationalsozialistische Offensive' gezeichnet ist", sagte ein Polizeisprecher in Kiel. Die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Schleswig-Holstein ermittelt. Eine Einschätzung, wie realistisch ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, sei bisher nicht möglich.

Das Kieler Landgericht ist inzwischen wieder zugänglich. Zuvor hatten Spürhunde den Außenbereich des Komplexes abgesucht, aber nichts Verdächtiges gefunden.

In den vergangenen Wochen hatten bereits Bombendrohungen an anderen Landgerichten in Schleswig-Holstein die Einsatzkräfte beschäftigt. Bei keinem der Vorfälle wurden verdächtige Gegenstände gefunden.

apr/dpa

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