Panorama

Ex-Hollywoodmogul

Harvey Weinstein wegen Menschenhandels angeklagt

Im Prozess gegen Harvey Weinstein ist ein weiterer Anklagepunkt hinzugekommen: Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Der Vorwurf kam von einer britischen Schauspielerin.

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Harvey Weinstein

Mittwoch, 15.08.2018   12:51 Uhr

Die britische Schauspielerin Kadian Noble hat eine Klage gegen den einstigen US-Filmmogul Harvey Weinstein durchgesetzt. Der Vorwurf: Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Das Gericht in New York sah in der Anklage von Kadian Noble genügend Anhaltspunkte für Verstöße gegen US-Gesetze.

Die Vorwürfe der britischen Schauspielerin reihen sich in eine ganze Serie, die Dutzende Frauen gegen den einst mächtigsten Filmproduzenten der USA wegen sexueller Übergriffe erhoben haben.

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Kadian Noble

Der 66-Jährige ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, unter anderem wegen Vergewaltigung, erzwungenem Oralsex und sexueller Tätlichkeit. Weinstein plädiert auf nicht schuldig. Er hatte im Zuge der Vorwürfe Fehlverhalten eingeräumt, aber Vorwürfe von nicht einvernehmlichem Sex zurückgewiesen sowie Vergewaltigungen bestritten.

Jetzt wurde die Klage der britischen Schauspielerin zugelassen. Noble hatte die Klage bereits im November eingereicht, hieß es in einem Bericht von "CNN" . Demnach habe die Schauspielerin auch Weinsteins Bruder verklagt. Bob Weinstein ist Mitgründer der Filmfirma The Weinstein Company.

Weinstein soll die Schauspielerin 2014 in einem Hotelzimmer in Cannes zu einer sexuellen Handlung gezwungen haben. Er soll der aufstrebenden Darstellerin zunächst eine Filmrolle versprochen haben. Anschließend habe er sie betatscht und zu sexuellen Handlungen gezwungen.

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Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Weinstein befindet sich derzeit gegen eine Kaution von 1 Million Dollar auf freiem Fuß. Erste Berichte über sein mutmaßliches sexuelles Fehlverhalten in der Presse hatten immer mehr Frauen dazu veranlasst, sich zu äußern und dafür den Hashtag #MeToo zu nutzen.

Richter Robert Sweet schrieb in seiner Begründung, der vorliegende Fall stelle zwar keinen typischen Sexhandel dar, die Vorwürfe seien aber einleuchtend und belegten, dass Weinstein mit seinem Verhalten gegen die entsprechenden US-Gesetze verstoßen haben könnte. Schließlich habe er ihr eine Rolle und den Kontakt zu seinem Umfeld in Aussicht gestellt.

kmy/dpa

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