Panorama

Oprah Winfreys Rede bei Golden Globes

"Es bricht eine neue Zeit an"

Oprah Winfrey hat bei der Verleihung der Golden Globes eine kämpferische Rede zu Frauen- und Bürgerrechten gehalten. Mit Blick auf die #MeToo-Debatte sagte sie: Für Mädchen und Frauen breche eine neue Zeit an.

Montag, 08.01.2018   10:17 Uhr

Oprah Winfrey ist bei der Verleihung der Golden Globes als erste schwarze Frau für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden - und hat eine bewegende Ansprache zu Frauen - und Bürgerrechten gehalten. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren. Aber deren Zeit ist um!", rief sie den Stars im Publikum mit Blick auf die aktuelle #MeToo-Debatte zu.

In ihrer Rede dankte Winfrey all den Frauen, die jahrelanges Schweigen zu sexuellen Übergriffen beendet und damit eine Veränderung in Gang gesetzt hätten - ausgelöst durch Vorwürfe gegen Filmmogul Harvey Weinstein. "Hinter dem Horizont bricht eine neue Zeit für Mädchen und Frauen an", sagte die Moderatorin, Schauspielerin und Produzentin. "Und wenn diese Zeit da ist, liegt das auch an großartigen Frauen, von denen einige heute hier im Raum sind." Niemand werde in dieser neuen Zeit noch "Me too" sagen müssen.

Für ihre Rede wurde Winfrey in Los Angeles mit stehenden Ovationen gefeiert. Die 63-Jährige hatte in den USA nicht nur wegen ihrer Talkshow "The Oprah Winfrey Show", in der sie 25 Jahre lang bis 2011 als Gastgeberin auftrat, besondere Popularität erlangt. 1986 wurde sie für ihre Rolle in dem Film "Die Farbe Lila" für einen Oscar nominiert. 2014 war sie Produzentin des Bürgerrechtsfilm "Selma", in dem sie auch selbst mitspielte.

Winfrey macht sich seit Jahren in der Bürgerrechtsbewegung stark. In ihrer Rede erinnerte sie auch an Fortschritte im Bezug auf Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung - und entsprechende Vorbilder: In den 1960er-Jahren habe sie als kleines Mädchen den Oscar-Sieg von Regisseur und Schauspieler Sidney Poitier verfolgt, sagte Winfrey. "Er trug eine Krawatte und natürlich war er schwarz, und ich hatte vorher noch nie erlebt, dass ein schwarzer Mann so gefeiert wurde wie er."

Poitier habe damals als erster Schwarzer den Preis als bester Schauspieler bekommen und sei später, so wie sie jetzt, mit dem Cecil-B.-DeMille-Preis bei den Golden Globes für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. "Mir ist klar, dass es heute auch einige kleine Mädchen geben wird, die erleben, dass ich heute als erste schwarze Frau denselben Preis bekomme", sagte Winfrey.

fok/dpa/AP/Reuters

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