Politik

Pressekonferenz im Weißen Haus

Trump teilt aus - und lobt sich selbst

Obama hat ihm Chaos hinterlassen, die Medien berichten falsch - aber seine Regierung läuft "wie eine gut eingestellte Maschine": Donald Trump nutzt eine Pressekonferenz für einen Rundumschlag.

Foto: AFP
Donnerstag, 16.02.2017   21:20 Uhr

Nach knapp vier Wochen im Weißen Haus zieht US-Präsident Donald Trump eine überaus positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit - ganz im Gegensatz zu der heftigen Kritik aus allen politischen Lagern. Er habe alle Wahlversprechen gehalten und umgesetzt, sagte der Republikaner am Donnerstag in Washington. Trump sagte, vermutlich sei noch nie ein US-Präsident in so kurzer Zeit so erfolgreich gewesen wie er. Er erfahre überall große Zustimmung, und es gebe eine Welle des Optimismus in der Arbeitswelt.

Trump kündigte an, das von Gerichten gekippte umstrittene Einreiseverbot kommende Woche durch ein neues Dekret zum "Schutz des Volkes" zu ersetzen. Details ließ er offen. Ende Januar hatte er unter Hinweis auf die Gefahr terroristischer Anschläge einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich islamisch geprägten Ländern sowie für alle Flüchtlinge verfügt. Dies sorgte weltweit für Kritik. Die Durchsetzung des Einreiseverbots scheiterte vor Gericht. Ein Berufungsgericht lehnte in der vergangenen Woche den Antrag der US-Regierung ab, das Dekret wieder in Kraft zu setzen.

Seinen Auftritt im Weißen Haus nutzte Trump zu heftigen Angriffen gegen kritische Medien, denen er Falschberichterstattung unterstellte. Die Medien seien sehr unehrlich, sie arbeiteten nicht im Interesse des amerikanischen Volkes, sagte Trump. Die Journalisten verstünden nicht, was die Menschen im Land bewege. Sie würden bewusst nicht darüber schreiben, was seine Regierung in den ersten vier Wochen für Erfolge erzielt habe. Seine Regierung laufe "wie eine gut eingestellte Maschine".

Sein Vorgänger Barack Obama habe ihm jedoch "Chaos" hinterlassen. "Arbeitsplätze verlassen in Strömen unser Land, der Nahe Osten ist ein Desaster", nannte Trump als Beispiele.

Trump über Ex-Sicherheitsberater Flynn: "Nicht falsch verhalten"

Trumps Regierung unterstützen soll künftig Alexander Acosta als Arbeitsminister, damit hat der 70-Jährige den ersten Kandidaten lateinamerikanischer Herkunft für sein Kabinett ernannt. Acosta tritt damit an die Stelle des Fast-Food-Unternehmers Andrew Puzder, der seinen Verzicht auf das Amt erklärt hatte.

Zu seinem ehemaligen Sicherheitsberater Michael Flynn äußerte sich der US-Präsident ebenfalls. Trump sei über das Vorgehen Flynns zwar unglücklich gewesen, dieser habe sich jedoch "nicht falsch verhalten". Ein Nachfolger soll bereits feststehen, einen Namen nannte Trump nicht. Flynn war über ein Gespräch gestolpert, das er mit einem Vertreter Russlands vor Antritt der neuen US-Regierung über das Thema Sanktionen geführt hatte. Darüber hatte er später falsche Angaben gemacht.

Spekulationen über eigene Kontakte nach Russland wies Trump zurück. "Ich habe mit Russland nichts zu tun, ich habe keine Deals dort", sagte er: "Russland ist eine Fake News." Die anhaltende Debatte über seine angeblichen Beziehungen nach Russland würden aktuell eine politische Zusammenarbeit mit dem Kreml jedoch erschweren.


Hier finden Sie eine vollständige Mitschrift der Pressekonferenz der "New York Times".

kev/jan/AP/Reuters/dpa

insgesamt 203 Beiträge
joes.world 16.02.2017
1. Das was da heute geschah
Das was da heute geschah, gab es wohl noch nie bei einer Pressekonferenz mit einem US-Präsidenten. Er trat auf und ging in klare Konfrontation mit den anwesenden Journalisten. Er griff sie direkt an. Ganz besonders CNN. Und [...]
Das was da heute geschah, gab es wohl noch nie bei einer Pressekonferenz mit einem US-Präsidenten. Er trat auf und ging in klare Konfrontation mit den anwesenden Journalisten. Er griff sie direkt an. Ganz besonders CNN. Und das erstaunliche: je länger dieser Kampf dauerte, um so wacher schien er zu werden, um so mehr Vergnügen schien es ihm zu bereiten. Er ist eine Kampfmaschine, dieser Präsident. Und er spricht vielen aus der Seele. Dass der normale Bürger, der sich in den Medien informiert, nicht weiß was davon Lüge, Wahrheit oder einfach nur eine einseitige Sichtweise ist. Und dass viele Medien so manipulieren. Eine denkwürdige Pressekonferenz. Politisch inkorrekt bis zum geht nicht mehr. Und was er über Medien wie CNN sagte ("dieser Hass"), war einfach vielfach wahr.
andreas.s 16.02.2017
2. @1
Das war nicht politisch unkorrekt, das war einfach nur peinlich und dumm. Jeder der kritisch ist wird nieder gebrüllt und diskreditiert. Trump versucht sich an der Gleichschaltung von Meinungen/Presse. Jeder der nicht für ihn [...]
Das war nicht politisch unkorrekt, das war einfach nur peinlich und dumm. Jeder der kritisch ist wird nieder gebrüllt und diskreditiert. Trump versucht sich an der Gleichschaltung von Meinungen/Presse. Jeder der nicht für ihn ist, ist gegen ihn. Menschen die nach diesen paar Wochen noch hinter Trump stehen sind entweder blind oder nicht in der Lage sich angemessen zu informieren.
outsider-realist 16.02.2017
3.
Fakt ist nur das Trump mehrfach nachweislich gelogen und Unwahrheiten verbreitet hat. Ich wüsste nicht was heute an seinen Worten wahr gewesen sein sollte. Erklären Sie es bitte..... und bitte halten Sie uns Leser nicht [...]
Zitat von joes.worldDas was da heute geschah, gab es wohl noch nie bei einer Pressekonferenz mit einem US-Präsidenten. Er trat auf und ging in klare Konfrontation mit den anwesenden Journalisten. Er griff sie direkt an. Ganz besonders CNN. Und das erstaunliche: je länger dieser Kampf dauerte, um so wacher schien er zu werden, um so mehr Vergnügen schien es ihm zu bereiten. Er ist eine Kampfmaschine, dieser Präsident. Und er spricht vielen aus der Seele. Dass der normale Bürger, der sich in den Medien informiert, nicht weiß was davon Lüge, Wahrheit oder einfach nur eine einseitige Sichtweise ist. Und dass viele Medien so manipulieren. Eine denkwürdige Pressekonferenz. Politisch inkorrekt bis zum geht nicht mehr. Und was er über Medien wie CNN sagte ("dieser Hass"), war einfach vielfach wahr.
Fakt ist nur das Trump mehrfach nachweislich gelogen und Unwahrheiten verbreitet hat. Ich wüsste nicht was heute an seinen Worten wahr gewesen sein sollte. Erklären Sie es bitte..... und bitte halten Sie uns Leser nicht pauschal für dumm und naiv.
kalsu 16.02.2017
4. Trumps
"Sie würden bewusst nicht darüber schreiben, was seine Regierung in den ersten vier Wochen für Erfolge erzielt habe." Was gibt es da auch zu schreiben? Was hat er denn für Erfolge? "Und was er über Medien wie [...]
"Sie würden bewusst nicht darüber schreiben, was seine Regierung in den ersten vier Wochen für Erfolge erzielt habe." Was gibt es da auch zu schreiben? Was hat er denn für Erfolge? "Und was er über Medien wie CNN sagte ("dieser Hass"), war einfach vielfach wahr." von Kommentator joes.world: Und woher haben Sie die Gewissheit über die Wahrheit, wenn Sie doch nur die Unwahrheiten der Medien zu hören und sehen bekommen? Die Hälfte von dem was dieser Präsident über die Welt außerhalb der USA von sich gibt ist falsch, die andere Hälfte gelogen. Dieser Präsident muss gestoppt werden bevor er irreparablen Schaden anrichtet.
Atheist_Crusader 16.02.2017
5.
Natürlich war er da in seinem Element. Hass zu verbreiten und Leute zu attackieren ist das Einzige was ihm noch bleibt, nachdem er gemerkt hat, dass das Präsidentenamt weder eine Reality-Show ist, noch dass es ihn so absolut [...]
Zitat von joes.worldDas was da heute geschah, gab es wohl noch nie bei einer Pressekonferenz mit einem US-Präsidenten. Er trat auf und ging in klare Konfrontation mit den anwesenden Journalisten. Er griff sie direkt an. Ganz besonders CNN. Und das erstaunliche: je länger dieser Kampf dauerte, um so wacher schien er zu werden, um so mehr Vergnügen schien es ihm zu bereiten. Er ist eine Kampfmaschine, dieser Präsident. Und er spricht vielen aus der Seele. Dass der normale Bürger, der sich in den Medien informiert, nicht weiß was davon Lüge, Wahrheit oder einfach nur eine einseitige Sichtweise ist. Und dass viele Medien so manipulieren. Eine denkwürdige Pressekonferenz. Politisch inkorrekt bis zum geht nicht mehr. Und was er über Medien wie CNN sagte ("dieser Hass"), war einfach vielfach wahr.
Natürlich war er da in seinem Element. Hass zu verbreiten und Leute zu attackieren ist das Einzige was ihm noch bleibt, nachdem er gemerkt hat, dass das Präsidentenamt weder eine Reality-Show ist, noch dass es ihn so absolut herrschen lässt wie eines seiner Unternehmen. Und dass der normale Bürger sich immer schlechter Informiert fühlt, ist zunehmend Trump und seinen Wahrheitsverdrehern zu verdanken. Ich hoffe, man bezahlt Sie wenigstens für den Schwachsinn. Wenn ich so einen Mist aus Überzeugung von mir geben würde, würde ich mir echt schmutzig vorkommen.

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