Politik

Reaktionen auf Donald Trumps Pressekonferenz

"Nein, Sir, wir sind keine Deppen"

Selbst konservative Journalisten reagierten verärgert auf Trumps jüngsten Auftritt vor der Presse. Seine Wähler dagegen loben den US-Präsidenten als "unorthodox".

AFP

Donald Trump bei Pressekonferenz im Weißen Haus

Von , Washington
Freitag, 17.02.2017   07:15 Uhr

Nach 26 Tagen und einer äußerst denkwürdigen Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump reichte es Shepard Smith. Der Moderator des konservativen - und eigentlich Trump-freundlichen - Senders Fox News hielt es nicht mehr aus und machte seinem Ärger live vor einem Millionenpublikum Luft. "Es ist verrückt, was wir da jeden Tag sehen, komplett verrückt", sagte Smith.

Trump wiederhole "absurde Sätze, die einfach nicht wahr sind und geht der Frage nach Russland aus dem Weg. Als wären wir Deppen, danach zu fragen", redete sich der Moderator in Rage. Schließlich blickte er direkt in die Kamera und sagte an den US-Präsidenten gerichtet: "Nein, Sir, wir sind keine Deppen, wenn wir diese Fragen stellen. Wir fordern Sie auf, diese Frage zu beantworten, Sie schulden uns diese Antwort."

Selten waren sich die US-Medien so einig wie nach dem 77 Minuten langen Auftritt des US-Präsidenten am Donnerstag: Die Auseinandersetzung zwischen Trump und der Presse hat ein neues Level erreicht. Der US-Präsident hatte die Pressekonferenz für einen Rundumschlag genutzt - er lobte sich und seine Regierung und beschimpfte Journalisten, Zeitungen und TV-Sender wiederholt als Lügner.

"Ein unglaublicher Moment in der Geschichte", schrieb CNN nach der Pressekonferenz. "Trump schimpft und zetert auf seiner Pressekonferenz, um zu beweisen, dass er nicht schimpft und zetert", kommentierte die "Los Angeles Times". Trump sei zugleich wütend und heiter gewesen, hieß es in der "Washington Post": Mit seinem unberechenbaren Auftritt habe der Präsident seinen Anhängern zeigen wollen, wer der Boss ist.

Kritisiert wurde vor allem auch Trumps Umgang mit einem Journalisten des jüdisch-orthodoxen Magazins "Ami". Er sprach Trump auf die steigende Zahl antisemitischer Übergriffe im Land an, wurde aber jäh vom Präsidenten abgewürgt und aufgefordert, sich hinzusetzen. Jüdische Gruppen wie das AJC und die Antidiffamierungsliga zeigten sich bestürzt.

Auch Trumps Reaktion auf die Frage einer schwarzen Reporterin wurde heftig kritisiert. April Ryan hatte von Trump wissen wollen, ob er mit dem Congressional Black Caucus zusammenarbeiten werde, einer Vereinigung, die afroamerikanische Kongressabgeordnete repräsentiert. Der US-Präsident entgegnete: "Machen Sie ein Treffen aus?". Und fügte später hinzu: "Sind das Ihre Freunde?". Mitglieder des Congressional Black Caucus reagierten entsetzt. Der Republikaner Jim Clyburn warf Trump Respektlosigkeit vor. "Er würde keinen anderen Reporter stellvertretend für eine Gruppe so etwas fragen, also warum macht er das mit ihr?"

Nach Einschätzung von "Vox.com" wiederholte Trump hier ein Verhalten, für das er schon oft kritisiert worden sei: Schwarze als monolithische Gruppe zu sehen, deren Mitglieder alle gleich handelten. "Er definiert eine ganze Gruppe von Menschen nicht nur ihrem kleinsten gemeinsamen Nenner entsprechend, es ist auch schlichtweg entmenschlichend, Individuen nur als Teil einer Gruppe zu behandeln", schreibt German Lopez auf "Vox".

"Diese Regierung arbeitet wie eine gut abgestimmte Maschine"

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Wie wenig diese Pressekonferenz allerdings am positiven Bild Trumps bei seinen Anhängern ändern würde, ahnte wohl Fox-Moderator Shepard Smith bereits bei seinem Wutausbruch. "Ihre Anhänger werden Sie weiterhin unterstützen", sagte er an Trump gewandt. Und er sollte Recht behalten.

Unmittelbar nachdem sein Video veröffentlicht wurde, wurde der Moderator Ziel von Hasstiraden in den sozialen Netzwerken: Smith lüge, warfen ihm Nutzer auf Twitter vor. Er solle gefeuert werden und sich den anderen "Fake News Sendern" anschließen.

"Die beeindruckendste Pressekonferenz meines Lebens"

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Hier finden Sie eine vollständige Mitschrift der Pressekonferenz der "New York Times".

insgesamt 108 Beiträge
kjartan75 17.02.2017
1. Anhänger der Rechtspopulisten...
....sind hier kaum anders. Die Verfehlungen der eigenen Partei werden komplett ignoriert und mit dem Verweis kommentiert, andere Parteien seien schlimmer oder würden es genauso machen....was kurios ist, weil die Partei bzw. deren [...]
....sind hier kaum anders. Die Verfehlungen der eigenen Partei werden komplett ignoriert und mit dem Verweis kommentiert, andere Parteien seien schlimmer oder würden es genauso machen....was kurios ist, weil die Partei bzw. deren Anhänger nach eigenem Verständnis dich genau das eben nicht wahr...Nicht wie das System zu sein. Da werden Petry & Co. gefeiert, obwohl ganz klar nachgewiesen werden kann, dass sie lügen....warum? Weil die Fakten, die nicht Ins Bild passen natürlich immer fake news von der Lügenpresse sind. So macht man sich gegenüber Kritik ganz simpel immun....zum Preis der Lächerlichkeit.
think-twice! 17.02.2017
2. Ich kenne Fox News sehr gut
und muss dem Reporter leider sagen. Doch , ihr seid Deppen. Fox News ist Journalismus vom untersten Niveau, völlig unabhängig von Trump und lange vor ihm. Sich jetzt als Qualitätsjournalismus zu gerieren, ist lächerlich.
und muss dem Reporter leider sagen. Doch , ihr seid Deppen. Fox News ist Journalismus vom untersten Niveau, völlig unabhängig von Trump und lange vor ihm. Sich jetzt als Qualitätsjournalismus zu gerieren, ist lächerlich.
Einervondrei 17.02.2017
3. Aufstand der Anständigen
Es sagt viel über den Charakter der Menschen aus, die Trump nach wie vor gut finden. Die belogen werden und es gut finden. Die es gut finden, jeglichen Anstand im Umgang fahren zu lassen. Die keinen Respekt vor Minderheiten [...]
Es sagt viel über den Charakter der Menschen aus, die Trump nach wie vor gut finden. Die belogen werden und es gut finden. Die es gut finden, jeglichen Anstand im Umgang fahren zu lassen. Die keinen Respekt vor Minderheiten haben. Ich entsetzt, verwundert bin ich nur ob der großen Zahl. Vielleicht alles nur ein Ausdruck von Hanlons Rasiermesser: "Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“
felix_tabris 17.02.2017
4. Faschismustest
Der "Spiegel" hat in seiner Ausgabe 47 vom 19.11.2016 einen Artiekl gebracht: "Der Faschismustest". Das war vor langer, langer Zeit in einem Zeitalter wo noch (in gewissen Maße) Rationalität und [...]
Der "Spiegel" hat in seiner Ausgabe 47 vom 19.11.2016 einen Artiekl gebracht: "Der Faschismustest". Das war vor langer, langer Zeit in einem Zeitalter wo noch (in gewissen Maße) Rationalität und Berechenbarkeit regierte. Jetzt in der Realität des trump´schen Paraleluniversum EGOMANISCHER NARZISSMUS wäre es doch echt "witzig" (im Sinne vom Galgenhumor), wenn dieser "Test" von Dirk Kurbjuweit wiederholt werden - und dann miteinander verglichen würde.
guenther2009 17.02.2017
5. Wann
wird endlich jemand die Kosten für Flüchtlinge von den USA verlangen. Es gibt genung Beweise, dass G.W:Bush die Ursache für die vielen Flüchtlinge aus dem IRAQ ist. Er hat dort einen Krieg mit FAKE NEWS begonnen. Der Krieg in [...]
wird endlich jemand die Kosten für Flüchtlinge von den USA verlangen. Es gibt genung Beweise, dass G.W:Bush die Ursache für die vielen Flüchtlinge aus dem IRAQ ist. Er hat dort einen Krieg mit FAKE NEWS begonnen. Der Krieg in Afghanistan ist unter ähnlichen Auspizien zu sehen.
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