Politik

Berlin-Attentäter

Anis Amri in Tunesien beerdigt

Eine Aufbahrung war aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt - der Berlin-Attentäter Anis Amri ist in seiner tunesischen Heimat beigesetzt worden.

AFP/ BKA

Anis Amri

Sonntag, 06.08.2017   14:56 Uhr

Er wurde im Beisein seiner Familie ohne traditionelle Zeremonie beerdigt: Der Berlin-Attentäter Anis Amri ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Samstag in seiner Heimat in Tunesien beigesetzt worden. Das teilte ein Sprecher der lokalen Polizeibehörde in der Provinz Kairouan mit. Eine Anfrage der Familie, die Leiche des Mannes zunächst in dessen Elternhaus aufbahren zu dürfen, sei aus Sicherheitsgründen nicht gestattet worden.

Der 24-jährige Tunesier hatte am 19. Dezember 2016 einen gekaperten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gesteuert. Beim bislang schwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland starben zwölf Menschen, fast 70 wurden verletzt.

Zuletzt hatte ein bizarrer Streit italienischer Behörden um die Leiche von Amri für Aufsehen gesorgt: Die Stadt Sesto San Giovanni, wo der Berlin-Attentäter kurz vor Weihnachten erschossen wurde, weigert sich, die Rechnung über 2160,18 Euro für die zwischenzeitliche Aufbewahrung der Leiche in Mailand zu zahlen. Das Geld seiner Bürger werde er "nie" für einen Terroristen ausgeben, sagte der Bürgermeister Roberto Di Stefano.

Die Leiche Amris war Ende Juni in Tunesien angekommen. Sie wurde aber erst vor wenigen Tagen von den Behörden freigegeben, die sie zunächst in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Tunis untersuchen wollten.

eth/dpa

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