Politik

Korruptionsverdacht

Französische Justiz ermittelt gegen engen Macron-Mitarbeiter

Der Stabschef des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Alexis Kohler, ist ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Es soll unter anderem um den Vorwurf der Bestechlichkeit gehen.

imago/ PanoramiC

Alexis Kohler

Montag, 04.06.2018   15:57 Uhr

Die französische Justiz hat Ermittlungen gegen einen Vertrauten des Präsidenten Emmanuel Macron eingeleitet. Alexis Kohler, Generalsekretär des Elysée-Palastes, steht unter dem Verdacht des Interessenkonflikts und der Bestechlichkeit, wie die Finanz-Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte.

Die Korruptionswächter untersuchen demnach seine Verbindungen zu einer der größten Reedereien der Welt. Im Mittelpunkt des Falls stehen die Jahre 2010 bis 2016, als Kohler im französischen Wirtschaftsministerium tätig war. Von 2014 bis 2016 war er Kabinettsdirektor unter dem damaligen Wirtschaftsminister Macron.

Die Justiz untersucht, ob Kohler sich in dieser Funktion für die italienisch-schweizerische Reederei MSC einsetzte, zu der er familiäre Verbindungen hat: Kohlers Mutter ist eine Cousine der Frau des Italieners Gianluigi Aponte. Der hatte 1970 die Mediterranean Shipping Company (MSC) gegründet und zu einem führenden Containerschiff- und Kreuzfahrtunternehmen ausgebaut.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Wirtschaftsministerium wechselte Kohler im Sommer 2016 selbst zu der Reederei und wurde Finanzdirektor der Kreuzfahrtsparte. Kurze Zeit später engagierte er sich zudem im Präsidentschaftswahlkampf für Macron.

Der Elysee-Palast erklärte, Kohler werde zeigen, dass die Anschuldigungen gegen ihn unbegründet seien.

mho/dpa/AFP/Reuters

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