Politik

#MeToo-Debatte

Clinton würde in Lewinsky-Affäre wieder genauso handeln

Seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky kostete Bill Clinton 1999 fast das Amt. Trotz der #MeToo-Debatte würde er auf die Vorwürfe genauso reagieren, behauptet der Ex-US-Präsident jetzt.

AP

Bill Clinton (Archivaufnahme)

Montag, 04.06.2018   16:14 Uhr

Die #MeToo-Debatte hat bei Bill Clinton offenbar nicht zu einem Umdenken geführt. Gegen die Anschuldigungen in der berühmten Affäre mit der damaligen Praktikantin Monica Lewinsky hätte er sich heutzutage genauso verteidigt wie 1999, sagte der einstige US-Präsident dem TV-Sender NBC.

Zwar begrüße er die #MeToo-Bewegung, die mit Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein begann, grundsätzlich. Dennoch habe er aber immer noch "einige Fragen über manche der getroffenen Entscheidungen", sagte Clinton. Er wurde dabei aber nicht konkreter.

Die Affäre mit Lewinsky hatte Clinton seinerzeit an den Rand der Amtsenthebung als US-Präsident gebracht: Zunächst leugnete er das Verhältnis unter Eid, erst als die Beweise erdrückend wurden, gab er die Affäre zu.

AP

Clinton und Lewinsky (Aufnahme aus 1996)

Der Demokrat musste sich einem von den Republikanern initiierten Amtsenthebungsverfahren stellen. Der Senat sprach ihn von den Vorwürfen des Meineids und der Behinderung der Justiz frei, Clinton blieb im Amt. Clinton war von 1993 bis 2001 Präsident der USA.

Lewinsky wiederum hatte vor ein paar Monaten berichtet, dass die Affäre mit Clinton sie heute noch belaste. Durch das Bekenntnis so vieler Frauen, Opfer männlicher Gewalt und Dominanz geworden zu sein, könne sie nun offener reflektieren, was sie damals erlebt habe, schrieb die heutige 44-Jährige in einem Gastbeitrag für "Vanity Fair". Sie arbeitet inzwischen als Psychologin für Opfer von Cyber-Mobbing.

als/dpa

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